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Selbstzweifel am Arbeitsplatz – das Impostor-Syndrom
In diesem Blogbeitrag

Mit gelegentlichen Unsicherheiten am Arbeitsplatz sahen wir uns alle mal konfrontiert. Ein schwieriges Projekt, ein fordernder Chef und schon hinterfragt man seine Fähigkeiten. Verschlimmern sich solche Gedanken oder entwickeln sich gar Selbstzweifel, so ist häufig vom Impostor-Syndrom die Rede. Doch wie genau zeigt sich das Hochstapler-Phänomen und was kann man dagegen tun?

Was ist das Impostor-Syndrom?

Das Impostor-Syndrom wird häufig auch Hochstapler- oder Betrüger-Phänomen genannt. Dabei handelt es sich um eine extreme Form von Selbstzweifel, verbunden mit dem Gefühl, ein:e Hochstapler:in zu sein. Gedanken wie “Bin ich gut genug dafür?” oder das massive Unterbewerten der eigenen Leistungen sind ständige Begleiter der Betroffenen. Erfolge und Errungenschaften ordnen sie entweder dem Zufall oder Glück zu. Das Impostor-Syndrom führt oft zur Angst, vom Umfeld als Betrüger:in entlarvt zu werden – selbst wenn man das überhaupt nicht ist.

Weitere Symptome des Impostor-Syndroms sind:

  • Perfektionismus
  • Angst zu versagen
  • Überbelastung bis hin zu einem Burnout
  • Geringes Selbstwertgefühl

Wenn das Impostor-Syndrom der Karriere schadet

Das Impostor-Syndrom treibt sein Unwesen meist am Arbeitsplatz, da dort die eigenen Leistungen und Fähigkeiten auf externe Beobachtung und Bewertung treffen. Fachliche und akademische Kenntnisse werden von den Betroffenen heruntergespielt und können so eine negative Auswirkung auf das Berufsleben haben. Selbst Anerkennung und Lob von Vorgesetzten oder Mitarbeitenden verfehlen ihre Wirkung in den meisten Fällen und enden in noch mehr Leistungsdruck oder der Angst, aufzufliegen. Denn für Menschen, die unter dem Hochstapler-Phänomen leiden, basiert ihr Erfolg meist auf Glück oder Zufall. Somit betrachten sie Lob an ihren eigenen Fähigkeiten als unberechtigt und die Angst, nicht gut genug zu sein, steigt.

Wie kann das Impostor-Syndrom überwunden werden?

Der Ursprung des Impostor-Syndroms kann jeweils sehr unterschiedlich sein. Die Art und Weise, wie man dem Syndrom entgegenwirken kann, lässt sich ebenso wenig pauschalisieren. In vielen Fällen hilft eine professionelle Therapie. Doch auch mit Eigeninitiative kann schon vieles erreicht werden.

Folgende Tipps sind hilfreich für Personen, die unter dem Impostor-Syndrom leiden:

  • Selbsterkenntnis: Sich mit dem Impostor-Syndrom auseinandersetzen und die Anzeichen erkennen und akzeptieren. 
  • Realistische Anforderungen: Von sich selbst nur fordern, was realistisch ist und so verhindern, sich selbst zu enttäuschen. Bei Überforderung lieber die/den Vorgesetzte:n informieren und Hilfe von Arbeitskolleg:innen annehmen.

  • Erfolge erkennen: Sich aktiv auf die eigenen Fähigkeiten und Erfolge konzentrieren und diese wertschätzen. Komplimente und Lob von Vorgesetzten und Mitarbeitenden annehmen.
  • Unterstützung suchen: Mit anderen Personen das Gespräch zu suchen, hilft Betroffenen, sich damit auseinanderzusetzen. Vielleicht finden sich sogar Freunde oder Arbeitskolleg:innen, die unter denselben Gedanken und Ängsten leiden.

Mit einer positiven Einstellung und bestimmten Massnahmen gelingt vielen selbst ernannten Hochstapler:innen die Negativspirale zu durchbrechen, ihr wahres Potenzial zu erkennen und die verdienten Erfolge endlich zu geniessen.

 

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Samira Imhof
Samira Imhof
«Nach der Fachmaturität sammelte ich meine ersten beruflichen Erfahrungen in der Sozialarbeit. Um meiner Leidenschaft nachzugehen, entschloss ich mich dazu, die Richtung zu wechseln und studiere nun im vierten Semester Kommunikation. Meine Erfahrung mit beruflicher Unsicherheit teilen viele junge Fachkräfte in der Schweiz. Genau deshalb setzen wir bei professional.ch alles daran, junge Fachkräfte auf ihrem Weg zum beruflichen Glück zu unterstützen.»
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