Zahntechniker/in EFZ
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Zahntechniker/in EFZ
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Zahntechniker/in EFZ
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Zahntechniker/in EFZ
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Zahntechniker/in EFZ
Als Zahntechniker/in stellst du passgenaue Zahnersatzteile wie Kronen, Brücken, Teil- und Totalprothesen sowie kieferorthopädische Apparaturen her. Aus Abdrücken oder 3D-Scans erarbeitest du präzise Kiefermodelle, wählst Materialien und Farben aus und verarbeitest Metalle, Kunststoffe und Keramiken mit Handwerkzeug und modernen Maschinen (z. B. CAD/CAM-Fräsen, 3D-Druck). Du passt die Werkstücke exakt an, polierst, kontrollierst Funktion und Ästhetik und arbeitest eng mit Zahnärztinnen und Zahnärzten zusammen – bis zur Anprobe und finalen Anpassung.
- Kiefermodelle aus Abdrücken oder 3D-Scans erstellen
- Kronen und Brücken manuell oder per CAD designen
- Anpassen, Polieren und farbliche Abstimmung von Prothesen
- Oberflächen schleifen, Keramik auftragen und brennen
- Kronen/Brücken einbetten und mit Legierungen giessen
- CAD/CAM: Fräsen aus Keramik oder Metalloxid
- Metallgerüste und Modellguss herstellen
- Form- und Farbauswahl gemeinsam mit Praxis/Patient
- Modelle im Artikulator montieren und justieren
- Teil- und Totalprothesen vorbereiten; bei Anproben assistieren
- KFO-Geräte aus Draht, Schrauben und Kunststoff herstellen
- Kunststoffschienen von Hand fertigen oder 3D-drucken
- Funktion prüfen, Ränder schneiden und polieren
- Enge Zusammenarbeit mit Zahnärztinnen und Zahnärzten
- Recycling und Entsorgung nach Umweltvorschriften
Hinweis
Die Höhere Fachprüfung zur/zum Zahntechnikermeister/in (eidg. Diplom) befindet sich in Überarbeitung. Informiere dich bei den Verbänden über den aktuellen Stand.
Informationen zur Ausbildung
Die Grundbildung zur/zum Zahntechniker/in EFZ dauert 4 Jahre und findet im Dentallabor statt. Begleitend besuchst du 1 Tag pro Woche die Berufsfachschule und nimmst an 33 Tagen überbetrieblicher Kurse teil. Voraussetzungen sind der Abschluss der obligatorischen Schule (obere Stufe erwünscht), empfohlen sind Eignungstest und Schnupperlehre. Details findest du bei berufsberatung.ch und bei Gateway.
- Obligatorische Schule abgeschlossen (obere Stufe erwünscht)
- Eignungstest und Schnupperlehre empfohlen
- Interesse an Anatomie, Chemie, Physik; Freude an Feinarbeit
- Geduld, Ausdauer, Farben- und Formensinn; keine relevanten Allergien
- Kundenorientierung und Freude an Computerarbeit
4 Jahre berufliche Grundbildung im Dentallabor.
1 Tag pro Woche Berufsfachschule zur Theorie und Allgemeinbildung.
Ausbildung im Dentallabor mit Schwerpunkt auf abnehmbarem und festsitzendem Zahnersatz, KFO-Apparaturen/Schienen, Service- und Reparaturarbeiten.
33 Kurstage während der 4 Jahre zum praktischen Erlernen und Vertiefen der Grundlagen.
Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Lehre die Berufsmaturitätsschule besucht werden.
Herausforderungen im Berufsalltag
Termindruck und Fristen einhalten
Stetiger Technologiewandel (CAD/CAM, 3D-Druck)
Höchste Präzision auf Millimeterbruchteilen
Farb- und Formabstimmung exakt treffen
Eigenverantwortung im Herstellprozess
Umgang mit Chemikalien und Staubschutz
Lange Sitz- und Feinarbeit
Wichtige Kompetenzen
Exakte Arbeitsweise
Du arbeitest auf Bruchteile von Millimetern genau und hältst hohe Qualitätsstandards ein.
Gutes Augenmass & Farbsehen
Form- und Farbabstimmung müssen natürlich wirken; Farbsehstörungen sind nachteilig.
Manuelles Geschick
Feinarbeit mit Werkzeugen, Keramikauftrag, Polieren und Justieren beherrschst du sicher.
Konzentrationsfähigkeit
Du bleibst fokussiert, auch bei langwierigen Feinarbeiten und unter Termindruck.
Räumliches Vorstellungsvermögen
Du denkst in Modellen, Formen und Bewegungen des Kiefers.
Interesse an Naturwissenschaften
Grundlagen in Anatomie, Chemie und Physik helfen bei Materialien, Prozessen und Biokompatibilität.
Selbstständigkeit
Du übernimmst Verantwortung für ganze Aufträge – von Planung bis Endprodukt.
Digitale Affinität
Sicherer Umgang mit CAD-Software, CAM-Fräsen und 3D-Druck ist ein Plus.
Lohn als Zahntechniker/in EFZ
Die Löhne variieren nach Region, Erfahrung, Spezialisierung und Betriebsgrösse. Die folgenden Angaben basieren auf Branchen- und Verbandsinformationen inkl. GAV-Mindestlöhnen.
- Lehrlingslöhne (Richtwerte): 1. Lehrjahr ca. CHF 500/Monat, 2. Lehrjahr ca. CHF 800/Monat, 3. Lehrjahr ca. CHF 1’000/Monat, 4. Lehrjahr ca. CHF 1’200/Monat.
- Berufseinstieg (0–1 Jahr): ca. CHF 4’300 – 5’100/Monat (GAV-Mindestlohn ab ca. CHF 4’300).
- Mit Erfahrung: Median um ca. CHF 5’083/Monat (ca. CHF 61’000/Jahr); je nach Alter und Erfahrung im Schnitt ca. CHF 5’550 – 6’000/Monat.
- Sehr erfahren/Leitung/Spezialisierung: teils darüber; in Spitzenfunktionen können deutlich höhere Löhne erreicht werden.
Tipp: Nutze offizielle Lohnrechner und beachte lokale GAV-Regelungen.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Zahntechniker/in EFZ
Vom EFZ aus stehen dir Spezialisierungen, eidgenössische Abschlüsse (BP, HFP) und praxisnahe HF-Diplome offen. Je nach Interesse vertiefst du dich in Kieferorthopädie, digitale Technologien, Keramik oder Prothetik – bis hin zu Team- oder Laborleitung.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Durch praktische Erfahrung kannst du Verantwortung in bestimmten Fachgebieten übernehmen, Qualität sichern, Lernende anleiten und interne Abläufe mitgestalten.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich ohne formale Weiterbildung auf Bereiche wie Keramik, Modellguss, Kieferorthopädie, CAD/CAM oder 3D-Druck fokussieren.
Übernimm Aufgaben in der Endkontrolle, Materialverwaltung, Arbeitssicherheits- und Hygienestandards oder im Kundenservice.
Mit Erfahrung kannst du Lernende anleiten, interne Schulungen übernehmen und dein Know-how im Team weitergeben.
Mit Organisationsgeschick unterstützt du bei Terminplanung, Auftragsabwicklung und der Optimierung digitaler Workflows (z. B. CAD/CAM-Prozesse).
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Mit BP, HFP oder HF-Diplomen spezialisierst du dich fachlich, übernimmst komplexe Fälle, führst Teams oder leitest ein Labor.
Berufsprüfung BP
Spezialisierung auf die Herstellung und Anpassung kieferorthopädischer Geräte; Übernahme komplexer Fälle und erweiterte Verantwortung im Bereich KFO.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Vorbereitung auf Führungs- und Leitungsaufgaben in Laboren und Unternehmen, inklusive Betriebsführung, Qualitätssicherung und Ausbildung. Hinweis: Das eidgenössische Diplom ist in Überarbeitung.
Höhere Fachschule (HF)
Vertiefung in CAD/CAM, digitale Workflows und 3D-Druck für eine effiziente und präzise Herstellung moderner Zahnersatzlösungen.
Spezialisierung auf hochwertige Kronen, Brücken und Implantatprothetik mit Material- und Verfahrenskompetenz in Metalloxid- und Keramiksystemen.
Schwerpunkt auf Apparaturen, Schienen und anspruchsvollen KFO-Geräten inklusive Design, Funktion und Langzeitstabilität.
Arbeitsmarkt & Trends
- Digitalisierung: CAD/CAM, 3D-Scans und 3D-Druck prägen Prozesse und erfordern laufende Weiterbildung.
- Materialvielfalt: Von Keramik bis High-Tech-Kunststoffen – die Arbeit bleibt abwechslungsreich.
- Stabile Nachfrage: Alternde Bevölkerung und KFO-Bedarf sichern den Bedarf an Fachkräften.
- Spezialisierungsmöglichkeiten: Keramik, KFO, Implantatprothetik, CAD/CAM.
- Karrierechancen in Laboren, Praxen, Kliniken und der Dentalindustrie; Eigenlabor ist möglich, aber investitionsintensiv.
Tipps & Tricks
- Schnuppern & Eignungstest: Nutze Schnupperlehren und den Eignungstest (Swiss Dental Laboratories), um deine Eignung zu prüfen.
- Portfolio aufbauen: Dokumentiere gefertigte Arbeiten (z. B. Wachsmodelle, Keramikschichtungen, CAD-Designs).
- Farbtraining: Übe Farbbestimmung und Oberflächengestaltung für natürlich wirkende Ergebnisse.
- Sauberkeit & Sicherheit: Achte auf Arbeitshygiene, Schutzbrille, Staub- und Chemikalienschutz.
- Digital fit bleiben: Baue CAD/CAM- und 3D-Druck-Kenntnisse kontinuierlich aus.
- Zeitmanagement: Plane Puffer für Brenn- und Aushärtezeiten, um Termindruck zu reduzieren.
