Still- und Laktationsberater/in

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Still- und Laktationsberater/in
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Still- und Laktationsberater/in
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Still- und Laktationsberater/in

Als Still- und Laktationsberater/in begleitest du Frauen in der Schwangerschaft und während der gesamten Stillzeit. Du erklärst die Physiologie der Laktation, beantwortest Fragen rund ums Stillen und findest Lösungen bei Komplikationen. Auch Mütter von kranken oder behinderten Säuglingen unterstützt du mit spezialisierten Methoden. Du arbeitest in Spitälern (z. B. Wochenbett, Neonatologie), in Ambulatorien, in freier Praxis, in Stillgruppen oder auf Wunsch beim Hausbesuch. Neben der Einzelberatung bietest du Kurse oder Workshops an und vermittelst aktuelles Fachwissen.

Beratung & Begleitung
  • Beratung in Schwangerschaft und Stillzeit, inkl. Vorbereitung und Aufklärung
  • Unterstützung bei Fragen zu Anlegen, Abpumpen, Aufbewahrung von Muttermilch und Abstillen
  • Individuelle Lösungen bei Startschwierigkeiten und Schmerzen
Medizinisch-fachliche Aufgaben
  • Erklärung der Physiologie der Laktation
  • Interventionen bei Stillkomplikationen (z. B. Milchstau, wunde Brustwarzen)
  • Begleitung von Müttern mit kranken oder behinderten Säuglingen
Organisation & Dokumentation
  • Sorgfältige Dokumentation von Beratungen und Verläufen
  • Koordination mit Hebammen, Pflege, Ärzteschaft und Therapien
  • Mitwirkung an Qualitätsstandards und Prozessen
Mobil & Settings
  • Hausbesuche und ambulante Beratungsangebote
  • Einsätze in Spitälern, Ambulatorien und Stillgruppen
  • Kurse, Workshops und Informationsveranstaltungen
Lehre & Wissensvermittlung
  • Orientierungskurse für werdende und stillende Mütter
  • Workshops und Weiterbildungsseminare für Fachpersonen

Informationen zur Ausbildung

Der Zugang zur Tätigkeit erfolgt über ein Certificate of Advanced Studies (CAS) an einer Fachhochschule und das internationale Examen des IBLCE, das zum IBCLC-Diplom führt. In der Deutschschweiz wird der Lehrgang an der Berner Fachhochschule Gesundheit angeboten. Die Ausbildung ist berufsbegleitend und dauert je nach Anbieter rund 1 bis 1½ Jahre.

Zulassung (Auszug): Abgeschlossene Berufsausbildung im medizinischen Bereich (mind. HF) und 2 Jahre Berufserfahrung; mindestens 1’000 Praxisstunden in der direkten Beratung von Mutter und Kind sowie 90 Stunden Fortbildung (Laktation/Stillen) in den letzten 5 Jahren.

Mehr Infos findest du bei Gateway und berufsberatung.ch: Gateway und berufsberatung.ch.

Zielgruppe & Voraussetzungen
  • Pflegefachpersonen, Hebammen, Ernährungsberater/innen, Ärztinnen/Ärzte, Beratung Frühe Kindheit und weiteres Gesundheitspersonal
  • Abgeschlossene Berufsausbildung im medizinischen Bereich (mind. HF) und 2 Jahre Berufserfahrung
  • Mindestens 1’000 Praxisstunden in direkter Beratung von Mutter und Kind (letzte 5 Jahre)
  • Mindestens 90 Stunden Fortbildung zu Laktation/Stillen (letzte 5 Jahre)
Dauer

Berufsbegleitend; je nach Anbieter ca. 1 bis 1½ Jahre bis zum IBCLC-Examen.

Schulische Bildung

CAS an einer Fachhochschule (z. B. Berner Fachhochschule Gesundheit) mit spezialisierten Modulen zu Laktation und Stillberatung.

Berufliche Praxis

Umfangreiche Praxiserfahrung ist Zulassungsvoraussetzung (u. a. 1’000 Beratungsstunden). Die Tätigkeit erfolgt in Spitälern, Ambulatorien, freier Praxis und bei Hausbesuchen.

Zulassung zum IBLCE-Examen

Absolviertes anerkanntes Ausbildungsprogramm in Still- und Laktationsberatung sowie je nach Vorbildung 1’000–2’000 Praxisstunden; alternativ bei Ärztinnen/Ärzten reduzierte Praxisstunden möglich.

Herausforderungen im Berufsalltag

Kontinuierliche Fortbildungspflicht

Emotionale Belastung

Flexibilität und Mobilität

Komplexe Stillkomplikationen

Interprofessionelle Abstimmung

Sorgfältige Dokumentation

Wichtige Kompetenzen

  • Interesse an Beratung und Menschen

    Du arbeitest gern mit Familien und berätst empathisch und fachlich fundiert.

  • Einfühlungsvermögen

    Du gehst sensibel auf belastende Situationen und Sorgen der Eltern ein.

  • Kommunikationsfähigkeit

    Du erklärst komplexe Inhalte verständlich und förderst Vertrauen.

  • Interesse an Gesundheitsfragen

    Du hältst dein Wissen zu Laktation, Stillen und Säuglingsgesundheit aktuell.

  • Manuelles Geschick

    Du zeigst Anlegetechniken, Umgang mit Pumpen und Hilfsmitteln korrekt vor.

  • Geduld und Ausdauer

    Du begleitest Mütter über die Zeit hinweg und bleibst lösungsorientiert.

  • Aufgeschlossenheit

    Du respektierst unterschiedliche Lebenssituationen und Entscheidungswege.

  • Belastbarkeit

    Du bleibst ruhig und strukturiert – auch bei komplexen Fällen.

Lohn als Still- und Laktationsberater/in

Die Löhne variieren nach Region, Arbeitgeber, Funktion und Erfahrung. Als grobe Orientierung auf Basis gängiger Lohnstrukturen im Gesundheitswesen für spezialisierte Fachpersonen:

  • Einstieg (1–3 Jahre nach IBCLC): ca. CHF 6’200 – 6’800/Monat
  • Mittlere Erfahrung (4–9 Jahre): ca. CHF 6’800 – 7’800/Monat
  • Erfahren/Leitend (ab 10 Jahren): ca. CHF 7’800 – 9’000+/Monat

In der selbständigen Tätigkeit hängt das Einkommen von Auslastung und Stundensatz ab.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen

Als Still- und Laktationsberater/in entwickelst du dich durch Spezialisierung, Kursangebote und Verantwortungsübernahme weiter. Formale Schweizer Abschlüsse wie BP/HFP sind nicht spezifisch ausgewiesen; die Spezialisierung erfolgt über das CAS (FH) mit internationaler IBCLC-Zertifizierung sowie über Erfahrung und Rollenentwicklung.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Mehr Verantwortung, Schwerpunktsetzungen, Kurs- und Gruppenleitung oder der Aufbau einer eigenen Praxis sind auch ohne zusätzliche formale Abschlüsse möglich.

Spezialisierung durch Praxiserfahrung

Mit wachsender Erfahrung kannst du dich auf besondere Themen fokussieren, z. B. Frühgeborene, Stillen bei Erkrankungen, Abpump- und Anlegetechniken oder Abstillbegleitung.

Kurs- und Gruppenleitung

Leite Stillgruppen, biete Geburtsvorbereitungs- und Säuglingspflegekurse an und erweitere so dein Tätigkeitsfeld ohne formale Zusatzabschlüsse.

Selbständige Tätigkeit aufbauen

Du kannst eine eigene Praxis aufbauen und Hausbesuche anbieten. So gestaltest du dein Angebot flexibel nach den Bedürfnissen deiner Klient/innen.

Qualitäts- und Konzeptarbeit

Übernimm in Einrichtungen Verantwortung für Abläufe, Leitlinien und Qualitätssicherung im Bereich Stillförderung.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Mit fortlaufender fachlicher Weiterbildung (z. B. themenspezifische Module, Rezertifizierungen) und je nach Grundberuf sind leitende Aufgaben, Projekt- oder Ausbildungsfunktionen realistisch.

Berufsprüfung BP

Keine einschlägige Berufsprüfung (BP) bekannt

Für Still- und Laktationsberatung (IBCLC) ist keine spezifische eidg. Berufsprüfung (BP) ausgewiesen. Entwicklungsschritte erfolgen primär über Praxis, Kurstätigkeit, Projekt- oder Leitungsverantwortung sowie fachliche Spezialisierung.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Keine spezifische Höhere Fachprüfung (HFP) ausgewiesen

Eine eigene HFP für Still- und Laktationsberatung ist nicht gelistet. Je nach Grundberuf können jedoch leitende Funktionen oder Prüfungstitel in Pflege/Management relevant sein.

Höhere Fachschule (HF)

Bereits auf Tertiärstufe (CAS/FH)

Die Rolle ist eine Spezialisierung mit CAS an einer Fachhochschule und IBCLC-Zertifikat. Ein HF-/FH-Abschluss im pflegerischen oder medizinischen Bereich ist in der Regel Voraussetzung.

Dipl. Pflegefachfrau/-mann HF (Grundberuf)

Als mögliche Basisqualifikation für die Zulassung zur CAS-Weiterbildung eignet sich die Ausbildung zur dipl. Pflegefachperson HF.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Einsatzorte: Spitäler (Wochenbett, Neonatologie), Ambulatorien, freie Praxis, Hausbesuche, Stillgruppen.
  • Konstante Nachfrage durch Bedarf an Stillförderung, auch bei Frühgeborenen oder besonderen medizinischen Situationen.
  • Beratung, Kurse und Workshops: Fachpersonen geben Wissen weiter und leiten Weiterbildungen.
  • Kostenbeteiligung: Die obligatorische Krankenpflegeversicherung übernimmt häufig mehrere Stillberatungen – das begünstigt die Inanspruchnahme.

Tipps & Tricks

Fortbildung planen: Halte deine Fachkompetenz aktuell und dokumentiere Fortbildungsstunden und Praxisnachweise frühzeitig für (Re-)Zertifizierungen.

Netzwerk aufbauen: Vernetze dich mit Stillgruppen, Wochenbettstationen, Hebammen und dem Berufsverband (z. B. BSS: stillen.ch).

Klare Dokumentation: Strukturiere Beratungsverläufe sauber – das unterstützt Qualität, Kontinuität und Abrechnung.

Selbstfürsorge: Organisiere Supervision oder kollegiale Fallbesprechungen – die Arbeit kann emotional fordernd sein.

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