Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik BP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik BP
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik BP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik BP
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik BP
Als Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik leitest du Werkstattabläufe rund um orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen, Spezial- und Massschuhe. Du klärst Kundenbedürfnisse (häufig auf Basis ärztlicher Verordnungen), berätst fachkundig, planst und überwachst die Herstellung oder Reparatur und begleitest Anproben. Du teilst Aufgaben im Team zu, schulst Mitarbeitende und Lernende, sorgst für Qualität, Termine und Arbeitssicherheit und kümmerst dich um Material, Offerten, Rechnungen und die Dokumentation der Produktionsdaten.
- Bedürfnisse der Kundschaft erfassen (oft nach ärztlicher Verordnung)
- Beratung zu Einlagen, Spezial- und Massschuhen sowie Pflege/Verwendung
- Kundendaten erfassen, pflegen und dokumentieren
- Herstellungsoptionen vergleichen, Machbarkeit prüfen und umsetzen
- Materialien festlegen und bestellen
- Orthopädische Hilfsmittel herstellen oder deren Produktion beaufsichtigen
- Herstellungsprozess mit Skizzen, Modellen, Fotos dokumentieren
- Aufgaben im Team zuteilen, Fristen und Qualität sichern
- Arbeitssicherheit gewährleisten, Ausrüstung warten
- Mitarbeitende anleiten und Lernende ausbilden
- Regelmässige Gespräche zu Leistungszielen führen
- Materiallager verwalten und optimieren
- Mit Lieferanten verhandeln
- Offerten und Rechnungen erstellen, Tarifwesen berücksichtigen
- Anproben begleiten, Passform beurteilen und Anpassungen veranlassen
- Rückmeldungen der Kundschaft aufnehmen und in den Prozess zurückspiegeln
Informationen zur Ausbildung
Für die Berufsprüfung (BP) Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik brauchst du ein EFZ als Orthopädieschuhmacher/in (oder gleichwertig) und mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in der Orthopädieschuhtechnik. Alternativ gilt ein EFZ als Schuhmacher/in (oder gleichwertig) mit mindestens 5 Jahren Berufserfahrung im Bereich. Zusätzlich ist ein Kursausweis oder Diplom als Berufsbildner/in erforderlich.
Die Weiterbildung dauert in der Regel 1 Jahr berufsbegleitend. Die prüfungsrelevanten Qualifikationen werden meist modular erworben. Inhalte sind u. a. Kundenbedienung, Dokumentation, Anamnese, Wundbehandlung, Verkauf, Anatomie, Biomechanik, Ganganalyse, Abform- und Chaussiertechnik, Einlagen- und Schuhzurichtungen (Praxis), Schaftbau, Werkstattmanagement, Lagerbewirtschaftung, Arbeitssicherheit sowie Orthesen/Prothesen und Tarifwesen. Umfang: ca. 34–40 Kurstage (Unterrichtsblöcke).
Hinweis zur Finanzierung: Der Bund erstattet für vorbereitende Kurse zur eidg. Prüfung in der Regel 50% der Kurskosten (bis max. CHF 9’500). Zusätzlich sind – bei Mitgliedsfirmen – CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich.
Mehr Details findest du bei Berufsberatung (Berufsberatung.ch) und Gateway (gateway.one).
- EFZ Orthopädieschuhmacher/in oder gleichwertig und mind. 3 Jahre Berufserfahrung in der Orthopädieschuhtechnik
- Oder: EFZ Schuhmacher/in oder gleichwertig und mind. 5 Jahre Berufserfahrung in der Orthopädieschuhtechnik
- Kursausweis/Diplom als Berufsbildner/in
In der Regel 1 Jahr, berufsbegleitend (ca. 34–40 Kurstage in Unterrichtsblöcken).
Vorbereitung in Modulen; gezielter Kompetenzerwerb für die eidg. Prüfung.
- Kundenbedienung, Dokumentation, Anamnese, Wundbehandlung, Verkauf
- Anatomie, Untersuchungstechniken, Pathologie, Biomechanik, Ganganalyse
- Abformtechnik, Chaussiertechnik, Schaftbau
- Einlagen- und Schuhzurichtungen (Praxis), Orthesen/Prothesen
- Werkstattmanagement, Lagerbewirtschaftung, Arbeitssicherheit, Tarifwesen
Bundesbeiträge: i.d.R. 50% Kursgeld-Rückerstattung (max. CHF 9’500). Zusätzlich CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds (bei Mitgliedsfirmen) möglich.
Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik mit eidg. Fachausweis (BP).
Mit EFZ Schuhmacher/in und entsprechender Berufserfahrung in der Orthopädieschuhtechnik ist der Zugang möglich (siehe Voraussetzungen).
Herausforderungen im Berufsalltag
Komplexe Fehlstellungen meistern
Individuelle Kundenbedürfnisse vereinen
Qualität und Termine sichern
Team führen und ausbilden
Dokumentation konsequent umsetzen
Abstimmung mit Ärztinnen und Therapeuten
Material- und Lagerbewirtschaftung optimieren
Anproben und Passformkorrekturen
Wichtige Kompetenzen
Technisches Verständnis & Interesse an Gesundheitsfragen
Du verbindest Anatomie, Pathologie und Biomechanik mit Werkstatt- und Fertigungstechnik.
Handwerkliches Geschick & exakte Arbeitsweise
Präzision bei Abformung, Schaftbau, Einlagen- und Zurichtungsarbeiten.
Führung & Kommunikation
Team leiten, Lernende ausbilden, klar mit Kundschaft und Fachpersonen kommunizieren.
Kundenorientierung & Empathie
Bedürfnisse erfassen, verständlich beraten und passende Lösungen finden.
Kaufmännisches Geschick
Offerten, Rechnungen, Lager- und Materialmanagement sowie Kennzahlen im Griff haben.
Analytische Fähigkeiten
Ganganalysen interpretieren, Produktionsdaten auswerten, Entscheidungen begründen.
Sinn für Formen & Farben, Materialien
Materialwahl, Passform und Gestaltung gezielt auf Funktion und Komfort abstimmen.
Räumliches Vorstellungsvermögen
Von der Abformung bis zum fertigen Schuh die dreidimensionale Passform denken.
Qualitätsbewusstsein & Sorgfalt
Vorgaben, Normen und Arbeitssicherheit konsequent einhalten.
Lohn als Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik BP
Der Lohn hängt von Erfahrung, Funktion, Betrieb und Region ab. Aus den vorliegenden Angaben ergeben sich folgende Richtwerte (Monatslohn brutto):
- Berufseinstieg (0–2 Jahre): ca. CHF 4’586
- 3–5 Jahre Berufserfahrung: ca. CHF 5’200
- 6–8 Jahre Berufserfahrung: ca. CHF 5’417
- 9–11 Jahre Berufserfahrung: ca. CHF 6’370
- 12–21 Jahre Berufserfahrung: ca. CHF 6’042
- Erfahrene Spezialist/innen (>10 Jahre, ggf. Leitung): ab ca. CHF 6’667
Die effektiven Löhne können je nach Arbeitgeber, Verantwortung und Region variieren.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Spezialist/in Orthopädieschuhtechnik BP
Nach der BP kannst du dich ohne formale Weiterbildung in Richtung Spezialisierung, Teamleitung oder Ausbildung entwickeln. Mit weiteren Abschlüssen stehen dir besonders die Höhere Fachprüfung (HFP) zum/zur Orthopädie-Schuhmachermeister/in sowie HF- und FH-Bildungsgänge in verwandten Bereichen offen.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Spezialisierung auf Anfertigungen und Techniken, Ausbau von Führungsaufgaben, Qualitäts- und Prozessmanagement oder stärkere Rolle in Ausbildung und Kundenberatung.
Mit wachsender Praxis kannst du dich ohne formale Zusatzabschlüsse auf Bereiche wie Einlagen, Schuhzurichtungen, Massschuhe, Silikonorthesen oder Ganganalyse spezialisieren.
Durch Erfahrung und nachweisliche Führungskompetenz kannst du mehr Verantwortung in der Organisation, Planung und Qualitätssicherung übernehmen.
Du vertiefst deine Rolle in der Lernendenbetreuung, gibst Wissen weiter und gestaltest interne Schulungen und Standards.
Du optimierst Abläufe, Lagerbewirtschaftung und Dokumentation und trägst so zur Effizienz und Qualität im Betrieb bei.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Mit HFP, HF- und FH-Studiengängen erweiterst du deine fachliche, betriebswirtschaftliche und führungsmässige Kompetenz – bis hin zur Leitung von Werkstätten oder Unternehmen.
Berufsprüfung BP
Zusätzliche BPs können – je nach Anbieter – vertiefte betriebliche, verkaufs- oder materialspezifische Kompetenzen abdecken. Konkrete Angebote findest du bei Fach- und Berufsfachschulen sowie beim Verband Fuss & Schuh (fussundschuh.ch).
Höhere Fachprüfung (HFP)
Vertiefte fachliche und betriebliche Verantwortung, Führen von Werkstätten/Unternehmen, Qualitätssicherung, Personal- und Prozessmanagement.
Höhere Fachschule (HF)
Vertiefung in Materialien, Verarbeitung und Produktion – hilfreich für Materialwahl, Schaftbau und technische Umsetzungen.
Fokus auf Produktmanagement, Einkauf, Sortiment und betriebswirtschaftliche Themen – nützlich für die Führung in Werkstatt und Handel.
Arbeitsmarkt & Trends
- Gute Arbeitsmarktlage aufgrund der Alterung der Bevölkerung und steigender Gesundheitskosten.
- Bedarf an qualitativ hochwertigen, teils massgeschneiderten Hilfsmitteln bleibt stabil bis steigend.
- Schnittstellenfunktion: Zusammenarbeit mit Ärztinnen/Ärzten, Physiotherapeut/innen und der Kundschaft.
- Werkstatt-, Labor- oder Unternehmensleitung: Nachfrage nach Fach- und Führungskompetenz.
Tipps & Tricks
Sorgfältige Anamnese & Dokumentation: Saubere Doku von Messungen, Skizzen und Anpassungen spart Zeit und Rückfragen.
Eng mit Fachpersonen arbeiten: Kläre Verordnungen und Ziele mit Ärzt/innen und Therapeut/innen frühzeitig.
Material- & Technik-Know-how pflegen: Aktualisiere Wissen zu Anatomie, Biomechanik, Materialien und Fertigung regelmässig.
Lager & Prozesse optimieren: Gut organisiertes Materiallager und klare Prozesse sichern Qualität und Termine.
Kundendialog stärken: Erwartungen managen, Pflege und Gebrauch der Produkte verständlich erklären.
