Rettungssanitäter/in HF
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Rettungssanitäter/in HF
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Rettungssanitäter/in HF
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Rettungssanitäter/in HF
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Rettungssanitäter/in HF
Als Rettungssanitäter/in HF leitest und organisierst du Notfalleinsätze und stellst die prähospitale Versorgung von Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen sicher. Du beurteilst die Lage am Einsatzort, triffst Sicherheitsmassnahmen, priorisierst Behandlungen und überwachst Vitalfunktionen. Während des Transports versorgst du Patient:innen weiter und übergibst sie fachgerecht im Spital. Auf der Rettungswache hältst du Fahrzeuge, Ausrüstung und Kommunikationssysteme einsatzbereit, dokumentierst Einsätze und kümmerst dich um Hygiene, Material und Qualitätssicherung. Die Zusammenarbeit mit Polizei, Feuerwehr, Notärzt:innen und Pflegefachpersonen gehört zum Alltag – ebenso Schichtdienst, Nacht- und Wochenendeinsätze.
- Fahrzeuge und Geräte kontrollieren, reinigen und desinfizieren
- Ausrüstung, Medikamente und Kommunikationssysteme einsatzbereit halten
- Einsatzberichte und Protokolle erstellen, digitale Systeme aktualisieren
- Fortbildungen und Fallbesprechungen organisieren
- Einsatzmeldung beurteilen und Strategie ableiten
- Sicherheitsmassnahmen ergreifen und Prioritäten festlegen
- Vitalfunktionen überwachen, prähospitale Behandlungen einleiten
- Hygienevorschriften einhalten, Ansprechperson für Betroffene und Angehörige sein
- Mit Polizei, Feuerwehr und weiteren Organisationen koordinieren
- Geeignetes Spital auswählen und Transport organisieren
- Patient:innen während der Fahrt versorgen
- Rettungswagen bei jeder Verkehrslage sicher führen, Einsatz dokumentieren
Informationen zur Ausbildung
Die Ausbildung zur/zum dipl. Rettungssanitäter/in HF dauert in der Regel 3 Jahre in Vollzeit und kombiniert Schulunterricht an einer Höheren Fachschule mit praktischer Ausbildung im Rettungsdienst. Einige Schulen bieten für Transportsanitäter:innen mit eidg. Fachausweis eine verkürzte, 2‑jährige Ausbildung an.
Voraussetzungen sind ein EFZ, Fachmittelschulausweis oder eine Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität (oder gleichwertige Qualifikation), ein Führerausweis Kat. B sowie das Bestehen des Zulassungsverfahrens. Während der Ausbildung erwirbst du die Berechtigung für den berufsmässigen Personentransport.
Inhalte umfassen Einsatzführung und Dokumentation, interprofessionelle Zusammenarbeit, prähospitale Behandlung und Pflege, Rettung und Transport, Technik und IT sowie Prävention, Ethik und Recht. Praktika finden u. a. in Pflege, Notfallpflege, Anästhesie, Intensivpflege und in einer Sanitätsnotrufzentrale statt.
- EFZ, FMS-Ausweis oder Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität (oder gleichwertig)
- Führerausweis Kategorie B
- Erfolgreiches Zulassungsverfahren/Eignungsabklärung
- Psychische und physische Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein, Kommunikationsfähigkeit, Bereitschaft zu unregelmässigen Arbeitszeiten
Regulär 3 Jahre Vollzeit; verkürzt 2 Jahre für Transportsanitäter:innen mit eidg. Fachausweis (je nach Schule).
Einsatzführung und Dokumentation, interprofessionelle Kooperation, prähospitale Behandlung und Pflege, Rettung und Transport, Technik & IT, Prävention sowie ethische und rechtliche Prinzipien.
Praktika in Pflege, Notfallpflege, Anästhesie, Intensivpflege sowie in einer Sanitätsnotrufzentrale. Erwerb der Berechtigung zum berufsmässigen Personentransport während der Ausbildung.
Verkürzte Ausbildung für Transportsanitäter:innen mit FA möglich. Modulbezeichnungen und Zulassungsdetails variieren je nach Schule.
Herausforderungen im Berufsalltag
Hoher Zeitdruck
Emotionale Belastung
Körperliche Beanspruchung
Schicht- und Nachtdienst
Schnelle Entscheidungen
Unvorhersehbare Einsätze
Strenge Hygienestandards
Wichtige Kompetenzen
Kommunikationsstärke
Klar und empathisch mit Patient:innen, Angehörigen und Einsatzpartnern kommunizieren.
Gefahren- und Situationsbewusstsein
Risiken rasch erkennen und angemessene Sicherheitsmassnahmen einleiten.
Belastbarkeit & Stressresistenz
In kritischen Situationen Ruhe bewahren und handlungsfähig bleiben.
Entscheidungs- und Reaktionsfähigkeit
Schnell priorisieren und zielgerichtet handeln.
Körperliche Widerstandskraft
Tragen, Heben und Arbeiten unter wechselnden Bedingungen meistern.
Konzentrations- und Ausdauerfähigkeit
Auch über lange Einsätze hinweg fokussiert bleiben.
Teamfähigkeit
Im Zweierteam und interprofessionell reibungslos zusammenarbeiten.
Technisches Verständnis
Medizinische Geräte und IT-Systeme sicher anwenden und dokumentieren.
Lohn als Rettungssanitäter/in HF
Der Lohn hängt von Erfahrung, Region, Arbeitgeber und Funktion ab. Basierend auf den bereitgestellten Angaben ergibt sich folgende Orientierung (Monatslohn brutto, ca.):
- 0–2 Jahre: ca. CHF 5’833
- 3–5 Jahre: ca. CHF 6’167
- 6–8 Jahre: ca. CHF 6’500
- 9–11 Jahre: ca. CHF 6’667
- 12–21 Jahre: ca. CHF 6’833
- über 21 Jahre: ca. CHF 7’000
Je nach Kanton und Trägerschaft unterscheiden sich die Löhne teils deutlich.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Rettungssanitäter/in HF
Du kannst dich im Einsatzdienst spezialisieren, Verantwortung in Ausbildung und Koordination übernehmen oder dich formal weiterbilden – zum Beispiel über eine Berufsprüfung (BP) zur/zum Disponent/in Notrufzentrale, über Nachdiplomstudiengänge HF (Anästhesie-, Notfall- oder Intensivpflege) oder über Studiengänge an Fachhochschulen (z. B. Bachelor of Science in Pflege; je nach Hochschule mit spezifischen Zulassungsbedingungen). Einsätze in Spezialbereichen wie Luftrettung oder internationale humanitäre Einsätze sind mit entsprechender Erfahrung und Eignung möglich.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Mit wachsender Erfahrung kannst du mehr Verantwortung im Team übernehmen, interne Abläufe verbessern, in der Qualitätssicherung mitarbeiten oder als Praxisanleiter:in neue Kolleg:innen begleiten.
Mit Erfahrung kannst du dich innerhalb des Rettungsdienstes profilieren, z. B. in der Einsatzplanung, Material- und Logistikverantwortung, Qualitätssicherung oder als Fahrer:in mit erweiterten Fahraufgaben.
Erfahrene Rettungssanitäter:innen übernehmen die Einarbeitung neuer Teammitglieder und Praktikant:innen, führen Fallbesprechungen durch und wirken bei internen Fortbildungen mit.
Mit wachsender Berufspraxis sind Aufgaben in der Schicht- oder Teamkoordination möglich, z. B. Dienstplanung, Schnittstellenarbeit mit Leitstellen und Partnerorganisationen.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Formale Weiterbildungen eröffnen zusätzliche Wege – von der Leitstelle (Disponent/in Notrufzentrale mit FA) über Nachdiplomstudiengänge HF (Anästhesie-, Notfall-, Intensivpflege) bis hin zu Fachhochschulstudien in verwandten Bereichen.
Berufsprüfung BP
Koordiniert Notrufe, triagiert Ereignisse, disponiert Einsatzmittel und begleitet Einsätze kommunikativ. Enge Zusammenarbeit mit Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Für Rettungssanitäter:innen HF bestehen derzeit keine klar definierten, fachspezifischen HFP-Abschlüsse. Karrierewege verlaufen meist über Nachdiplomstudien HF, Fachhochschulstudiengänge oder funktionsbezogene Weiterbildungen.
Höhere Fachschule (HF)
Als Rettungssanitäter/in verfügst du bereits über einen Abschluss auf Stufe Höhere Fachschule (HF).
Vertiefung in Narkoseführung und perioperativer Versorgung in Anästhesie-Teams (je nach Anbieter Zulassungsbedingungen prüfen).
Qualifikation für den Einsatz in interdisziplinären Notfallstationen mit Fokus auf Triage, Akutversorgung und interprofessionelle Zusammenarbeit.
Spezialisierung auf die Betreuung kritisch kranker Patient:innen in Intensivstationen mit erweiterten Überwachungs- und Behandlungsmethoden.
Arbeitsmarkt & Trends
- Hoher Bedarf an qualifizierten Rettungssanitäter:innen; Einsätze rund um die Uhr erfordern verlässliche Personaldecken.
- Medizinisch-technische Entwicklungen und Digitalisierung verändern Prozesse, Gerätehandhabung und Dokumentation.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit mit Notfallstationen, Leitstellen, Polizei und Feuerwehr gewinnt weiter an Bedeutung.
- Spezialbereiche wie Luftrettung oder Notrufzentralen bieten zusätzliche Einsatzfelder.
- Kontinuierliche Fortbildung bleibt zentral, um Standards, Technik und Leitlinien aktuell zu halten.
Tipps & Tricks
Schichtalltag meistern: Plane Schlaf, Ernährung und Erholung bewusst, um Nacht- und Wochenenddienste gut zu bewältigen.
Psychische Gesundheit: Nutze Debriefings und Teamgespräche, pflege Ausgleich und Resilienzstrategien.
Fahrpraxis & Sicherheit: Trainiere regelmässig Einsatzfahrttechniken und halte dich an Sicherheitsstandards.
Fitness & Ergonomie: Stärke Rumpf und Rücken, nutze Hebehilfen und achte auf korrekte Techniken.
Dokumentation & IT: Strukturiere Einsatzberichte sauber; halte Software- und Gerätekenntnisse aktuell.
Weiterbildung planen: Setze früh Schwerpunkte (z. B. Leitstelle, Notfall/Intensiv/Anästhesie) und kläre Zulassungen je Schule.
