Radiologiefachmann/-frau HF
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Radiologiefachmann/-frau HF
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Radiologiefachmann/-frau HF
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Radiologiefachmann/-frau HF
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Radiologiefachmann/-frau HF
Als Radiologiefachperson HF arbeitest du in der diagnostischen Radiologie, der Radioonkologie sowie in der Nuklearmedizin. Du bereitest Patient:innen vor, klärst sie einfühlsam auf und führst Untersuchungen oder Therapien selbständig nach ärztlichem Auftrag durch. Du bedienst hochkomplexe Geräte wie Röntgen, CT und MRI, bearbeitest Bilddaten am Computer und beurteilst deren Qualität. In der Radioonkologie erstellst du im Team Bestrahlungspläne und führst präzise Strahlentherapien durch; in der Nuklearmedizin bereitest du radioaktive Substanzen vor, verabreichst sie in exakten Dosen und misst deren Aktivität.
Strahlenschutz hat oberste Priorität: Du hältst Vorschriften konsequent ein, schützt Patient:innen, Team und Umwelt und sorgst für einen sicheren, reibungslosen Ablauf.
- Röntgenuntersuchungen von Knochen, Organen, Gefässen und Nervenbahnen durchführen
- Digitale Radiografie sowie CT und MRI anwenden
- Patient:innen korrekt lagern und vorbereiten
- Bilddaten am Computer bearbeiten und Qualität beurteilen
- Untersuchungsresultate inkl. Teleradiologie übermitteln
- Bestrahlungspläne im Team erstellen und ärztliche Vorgaben einhalten
- Strahlentherapien mit digital gesteuerten Hightechgeräten millimetergenau durchführen
- Patient:innen über mehrere Wochen hinweg begleiten
- Ergebnisse dokumentieren
- Radioaktive Substanzen im Labor vorbereiten
- Patient:innen genau dosierte Substanzen verabreichen
- Aktivität mit speziellen Messgeräten aufzeichnen und Organfunktionen prüfen
- Ergebnisse für die Diagnose zusammenstellen
- Aufklärung über Vorgehen mit viel Einfühlungsvermögen
- Beruhigen, begleiten, Sicherheit geben – auch in belastenden Situationen
- Kleine pflegerische Aufgaben (z. B. Blutproben entnehmen)
- Geräte präzise einstellen, überwachen und Funktionstüchtigkeit sicherstellen
- Strahlenschutzvorschriften konsequent einhalten
- Umwelt- und Personenschutz gewährleisten
- Untersuchungen planen und koordinieren
- Interdisziplinär mit Ärzt:innen und Fachpersonen zusammenarbeiten
Hinweis
Die Strahlenbelastung für Radiologiefachpersonen ist in modernen diagnostischen Abteilungen dank aktueller Technologien und dem Einsatz alternativer Verfahren (z. B. MRI, Ultraschall) deutlich reduziert und heute kaum mehr ein Thema.
Informationen zur Ausbildung
Die Ausbildung zur dipl. Radiologiefachperson HF dauert 3 Jahre (Vollzeit) und umfasst rund 50% Theorie an der höheren Fachschule und 50% Praxiseinsätze in Radiologieinstituten. Voraussetzungen sind eine mind. 3-jährige berufliche Grundbildung (EFZ) oder FMS-/Fach- oder gymnasiale Maturität bzw. gleichwertiger Abschluss sowie eine Eignungsabklärung. Details findest du bei berufsberatung.ch und Gateway.
- Abgeschlossene mind. 3-jährige berufliche Grundbildung (vorzugsweise medizinisch/technisch) oder FMS-Ausweis oder Fach- oder gymnasiale Maturität bzw. gleichwertiger Abschluss
- Eignungsabklärung (z. B. Infoveranstaltung, persönliches Gespräch/Dossier, Berufswahlpraktikum, Eignungstest)
3 Jahre, Vollzeit
- Rund 50% Theorie an der höheren Fachschule
- Schwerpunkte: Anatomie, Physiologie, Pathologie, Psychosoziologie, medizinische Informatik, Strahlenschutz, radiologische Physik
- Beispielhafte Bildungszentren: BZG Basel, medi Bern, Careum Zürich; weitere Angebote in der Romandie und im Tessin
- Rund 50% praktische Ausbildung in Radiologieinstituten
- Wechselnde Praxiseinsätze zur Anwendung des theoretischen Wissens
Bereits erbrachte Bildungsleistungen können angerechnet werden. Details und individuelle Abklärung erfolgen über die höheren Fachschulen.
Eidg. anerkannter Titel: dipl. Radiologiefachmann/-frau HF
Herausforderungen im Berufsalltag
Hightechgeräte präzise bedienen
Einfühlsame Begleitung
Schicht-, Nacht- und Wochenenddienste
Strahlenschutz strikt einhalten
Genauigkeit unter Zeitdruck
Interdisziplinär kommunizieren
Wichtige Kompetenzen
Rasche Auffassungsgabe
Du erfasst komplexe Situationen und Bildinformationen schnell und sicher.
Verantwortungsbewusstsein
Du arbeitest zuverlässig und achtest konsequent auf Sicherheit und Strahlenschutz.
Arbeiten mit Menschen
Du hast Freude am Patientenkontakt und kannst gut auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen.
Einfuhlungsvermögen
Du erklärst einfühlsam, beruhigst und begleitest Patient:innen in belastenden Situationen.
Team- und Kommunikationsfähigkeit
Du arbeitest interdisziplinär und stimmst dich klar mit dem Team ab.
Technikaffinität & IT
Du bedienst Hightechgeräte sicher und nutzt IT zur Bildverarbeitung.
Beobachtungsgabe
Du achtest auf Details, Bildqualität und Patientenlage.
Belastbarkeit & Flexibilität
Du bleibst in Schichtarbeit und bei wechselnden Anforderungen leistungsfähig.
Lohn als Radiologiefachmann/-frau HF
Die Löhne variieren nach Erfahrung, Kanton, Arbeitgeber und allfälligen Spezialisierungen. Angaben sind Bruttowerte; je nach Arbeitgeber kommen ein 13. Monatslohn und Dienstzulagen hinzu.
- Berufseinsteiger (0–3 Jahre): CHF 5’400 – 6’200/Monat
- Mit Berufserfahrung (ca. 3–7 Jahre): CHF 6’300 – 6’800/Monat
- Erfahren / Spezialist (ca. 7–10 Jahre): CHF 6’800 – 7’300/Monat
- Sehr erfahren / Leitende Funktion (>10 Jahre): CHF 7’200 – 7’800/Monat
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Radiologiefachmann/-frau HF
Du kannst dich fachlich vertiefen, Verantwortung im Team übernehmen oder akademisch weitergehen. Neben fachspezifischen Kursen sind insbesondere Studiengänge an Fachhochschulen eine Möglichkeit, dich in Richtung Medizininformatik oder medizinischer Radiologietechnik weiterzuentwickeln. Auch Nachdiplomstudien an FH/Universitäten (z. B. Medical Informatics, Biomedical Engineering) stehen offen.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Mit wachsender Berufserfahrung kannst du dich im Alltag spezialisieren, Qualitätssicherung übernehmen, Abläufe koordinieren und als Ansprechperson im Team wirken.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich im Arbeitsalltag auf einen Bereich fokussieren (Radiodiagnostik, Radioonkologie oder Nuklearmedizin) und dort als Ansprechperson im Team wirken.
Übernimm Aufgaben in der Gerätepflege, Bildqualitätskontrolle und der Umsetzung von Strahlenschutzstandards in der Abteilung.
Mit Routine übernimmst du mehr Verantwortung in Planung, Organisation und Koordination von Untersuchungen und Behandlungsreihen.
Erfahrene Fachpersonen begleiten Lernende/Studierende in den Praxiseinsätzen und geben Wissen im Arbeitsalltag weiter.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Möglichkeiten reichen von fachspezifischen Kursen/Tagungen (z. B. über SVMTR, Spitäler, Bildungsinstitutionen) über Spezialisierungen (Radioonkologie, Nuklearmedizin, Radiodiagnostik) bis hin zu Studiengängen an Fachhochschulen: Bachelor of Science (FH) in Medizinischer Radiologie-Technik (französischsprachige Angebote in Genf/Lausanne) oder Bachelor of Science (FH) in Medical Informatics; auf Nachdiplomstufe z. B. Master of Science in Medical Informatics oder Biomedical Engineering. Zudem sind Funktionen in Führung/Management und Ausbildung möglich.
Berufsprüfung BP
Für Radiologiefachpersonen HF sind derzeit keine spezifischen eidg. Berufsprüfungen (BP) aufgeführt. Fachliche Vertiefungen erfolgen über praxisnahe Kurse, Zertifikate und Tagungen der Ausbildungsstätten, des Berufsverbandes SVMTR sowie der Spitäler.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Eine explizite HFP für Radiologiefachpersonen ist nicht ausgewiesen. Entwicklungsmöglichkeiten bestehen über Spezialisierungen (z. B. Radioonkologie, Nuklearmedizin), Führungs- und Managementaufgaben oder Ausbildungsfunktionen – je nach Angebot der Institutionen.
Höhere Fachschule (HF)
Radiologiefachmann/-frau HF ist selbst ein Abschluss auf Stufe Höhere Fachschule. Weitere HF-Studien wären ein Richtungswechsel und hängen von individueller Eignung und Anrechnung ab.
Arbeitsmarkt & Trends
- Qualifizierte Radiologiefachpersonen sind sehr gesucht.
- Interdisziplinäres, dynamisches Umfeld mit raschem technischem Fortschritt.
- Stete Weiterbildung ist erforderlich, um mit neuen Methoden und Geräten Schritt zu halten.
- Je nach Arbeitsort fallen Nacht-, Wochenend- und Pikettdienste an.
Tipps & Tricks
Realistische Arbeitszeiten einplanen
Schichtdienst mit Nacht- und Wochenendarbeit gehört häufig dazu – organisiere Ruhezeiten bewusst.
Strahlenschutz verinnerlichen
Kenntnisse konsequent anwenden: Schutz der Patient:innen, des Teams und der Umwelt hat Priorität.
Empathisch kommunizieren
Ruhige, klare Information hilft Patient:innen, die Untersuchung oder Therapie gut zu bewältigen.
Technik regelmäßig üben
Routine an CT/MRI/Röntgen und in der Bildnachbearbeitung sichert Qualität und Geschwindigkeit.
Dranbleiben bei Weiterbildung
Nimm an Kursen und Tagungen (z. B. SVMTR, Bildungszentren, Spitäler) teil, um fachlich up to date zu bleiben.
