Pflegefachmann/-frau FH
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Pflegefachperson FH
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Pflegefachperson FH
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Pflegefachperson FH
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Pflegefachperson FH
Als Pflegefachperson FH trägst du mit wissenschaftlich fundiertem Fachwissen die Verantwortung für eine hochwertige, sichere und wirtschaftliche Pflege – stationär, ambulant oder spitalextern. Du erfasst systematisch den Pflegebedarf, planst und steuerst den gesamten Pflegeprozess, führst medizinische Interventionen durch und evaluierst laufend die Wirksamkeit der Massnahmen. Du arbeitest eng mit Ärzt:innen und weiteren Fachpersonen des Gesundheits- und Sozialwesens zusammen, begleitest Angehörige und übernimmst fachliche Leitungsaufgaben. Je nach Einsatzgebiet leitest du Projekte zur Qualitätsentwicklung und beteiligst dich an angewandter Forschung. Schichtdienst mit unregelmässigen Arbeitszeiten gehört häufig zum Berufsalltag.
- Systematische Erfassung des Pflegebedarfs und Planung der Pflege.
- Durchführung von Pflege- und Behandlungsprozessen entlang des Pflegeprozesses.
- Begleitung von Patient:innen und Angehörigen im Alltag und in Übergangssituationen.
- Dokumentation, Analyse und Evaluation des Pflegeprozesses.
- Sicherstellung von Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
- Mitarbeit bei Standards, Konzepten und Berichten.
- Durchführung ärztlich angeordneter und pflegerischer Interventionen.
- Schmerzerfassung und -linderung gemäss Vorgaben und Evidenz.
- Anpassung von Pflegemassnahmen anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.
- Enge Kooperation mit Ärzt:innen, Therapien und Sozialdiensten.
- Austausch von Beobachtungen, Fallbesprechungen und Koordination.
- Kontaktpflege zu Angehörigen und Bezugspersonen.
- Leitung und Koordination von Projekten (z. B. Qualitätsentwicklung, Forschung).
- Fachliche Führung und Förderung des Teams.
- Ausbildung und Begleitung von Lernenden und Studierenden.
Hinweis
Pflegefachleute FH sind für den gesamten Pflegeprozess verantwortlich und handeln eigenständig auf Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Gleichzeitig sind ärztliche Anordnungen für medizinische Behandlungen verbindlich. Diese Doppelrolle erfordert ein hohes Mass an Professionalität und Verantwortungsbewusstsein.
Informationen zur Ausbildung
Der Abschluss erfolgt über ein Bachelorstudium in Pflege an einer Fachhochschule (Bachelor of Science FH in Pflege). Die Studiengänge sind modular aufgebaut und vermitteln berufspraktisches, theoretisches und wissenschaftliches Wissen zu Gesundheit, Krankheit und Pflege. Rund zwei Drittel der Studienzeit verbringst du an der FH, ein Drittel in Praktika in unterschiedlichen Gesundheitsinstitutionen.
Dauer: 3 Jahre Vollzeit oder 4 bis 4½ Jahre berufsbegleitend; für dipl. Pflegefachpersonen HF verkürzt in 1½ bis 2½ Jahren berufsbegleitend.
Zulassung (in der Regel): Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität; Eignungsabklärung; Praktikum im Gesundheitswesen (Interessierte ohne Pflegevorbildung absolvieren Zusatzmodule von insgesamt ca. 12 Monaten). FaGe EFZ mit BM, Fachmaturität Gesundheit, SRK-Diplom oder HF-Abschluss können direkt einsteigen. Details regeln die Fachhochschulen.
Weitere Informationen: berufsberatung.ch und gateway.one.
- Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität
- Eignungsabklärung
- Praktikum im Gesundheitswesen (oder Zusatzmodule, total ca. 12 Monate, falls keine Pflegevorbildung)
- Kein Vorpraktikum i. d. R. nötig für: FaGe EFZ mit BM, Fachmaturität Gesundheit, SRK-Diplom, HF-Abschluss
- Je nach Vorbildung Zusatzleistungen in Naturwissenschaften möglich
Vollzeit: 3 Jahre; berufsbegleitend: 4 bis 4½ Jahre. Für dipl. Pflegefachpersonen HF verkürzt: 1½ bis 2½ Jahre (berufsbegleitend).
Rund zwei Drittel an der Fachhochschule: berufspraktisches, theoretisches und wissenschaftliches Wissen zu Gesundheit, Krankheit und Pflege; je nach Studiengang generalistisch oder mit Vertiefungen.
Etwa ein Drittel des Studiums in Praktika in verschiedenen Gesundheitsinstitutionen (z. B. Spitäler, Psychiatrie, Langzeitpflege, Spitex).
Je nach Vorbildung und Fachhochschule sind verkürzte, berufsbegleitende Studiengänge möglich. Details und Zulassungen regeln die jeweiligen Hochschulen.
Herausforderungen im Berufsalltag
Unregelmässige Arbeitszeiten
Emotionale Belastung
Verantwortung für den Pflegeprozess
Arbeiten nach ärztlichen Anordnungen
Konfrontation mit Sterben und Tod
Hoher Zeitdruck im Klinikalltag
Wichtige Kompetenzen
-
Einfühlungsvermögen & Kontaktfreude
Du begegnest Patient:innen und Angehörigen empathisch und zugewandt.
-
Organisationstalent & Selbstständigkeit
Du koordinierst komplexe Abläufe und triffst fundierte Entscheidungen.
-
Belastbarkeit
Du bleibst in emotional fordernden Situationen und im Schichtdienst handlungsfähig.
-
Team- & Interprofessionelle Zusammenarbeit
Du arbeitest konstruktiv mit Ärzt:innen und Fachpersonen anderer Disziplinen.
-
Kommunikationsfähigkeit
Du informierst klar, dokumentierst präzise und moderierst Gespräche.
-
Beobachtungsgabe & Sorgfalt
Du erkennst klinische Veränderungen früh und handelst evidenzbasiert.
-
Lernfreude
Du hältst dein Wissen durch Fortbildung und Reflexion aktuell.
-
Verschwiegenheit
Du gehst verantwortungsvoll mit sensiblen Daten und Situationen um.
Lohn als Pflegefachperson FH
Die Löhne variieren je nach Kanton, Arbeitgeber, Spezialisierung und Verantwortung. Die folgenden Monatslöhne (brutto) basieren auf verfügbaren Durchschnittswerten aus Jahreslöhnen (geteilt durch 12):
- 0–2 Jahre Erfahrung: ca. CHF 6’080 – 6’333
- 3–5 Jahre Erfahrung: ca. CHF 6’177 – 6’333
- 6–10 Jahre Erfahrung: ca. CHF 6’419 – 6’667
- Über 10 Jahre Erfahrung: ca. CHF 6’925 – 7’392 (bis ca. CHF 7’575 mit Personalverantwortung)
Bitte beachte: Es handelt sich um Durchschnittswerte und Spannbreiten.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Pflegefachperson FH
Als Pflegefachperson FH stehen dir zahlreiche Wege offen: fachliche Spezialisierung im Praxisfeld, Aufgaben in Qualität, Bildung und Projektarbeit sowie akademische Weiterbildung bis zum Master oder Doktorat. So übernimmst du mehr Verantwortung in Praxis, Leitung, Bildung und Forschung.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Durch Erfahrung, erweiterte Verantwortung und Projektarbeit kannst du dich innerhalb deines Fachbereichs weiterentwickeln und Leitungsaufgaben übernehmen.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich in Bereichen wie Akutpflege, Psychiatrie, Pädiatrie, Geriatrie oder Spitex profilieren und komplexe Fallverantwortung übernehmen.
Mit Organisationsgeschick und Erfahrung übernimmst du die Leitung von Schichten, Stationsaufgaben oder Teilprojekten im Pflegebereich.
Aktive Mitarbeit in Qualitätszirkeln, Evidence-based Practice, sowie Leitung oder Mitarbeit in Projekten zur Prozess- und Ergebnisqualität.
Begleitung und Foörderung von Studierenden, Lernenden und neuem Personal; Mitwirkung bei internen Schulungen und Wissensweitergabe.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Von Kursen und Fachtagungen über CAS/MAS bis hin zu Master- und Doktoratsprogrammen – die akademische Laufbahn bietet dir Spezialisierung, Führungs- und Forschungsperspektiven.
Berufsprüfung BP
Für Pflegefachpersonen FH sind keine spezifischen Berufsprüfungen (BP) vorgesehen. Die fachliche Weiterentwicklung erfolgt üblicherweise über fachhochschulische Angebote (z. B. CAS/MAS) sowie Masterstudiengänge und Fachtagungen.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Eine HFP ist für Pflegefachpersonen FH nicht der übliche Qualifikationsweg. Vertiefungen erfolgen mehrheitlich über Master of Science (FH/Uni) in Pflege sowie Nachdiplomstudien (z. B. MAS in Public Health, Gerontologischer, Onkologischer oder Pädiatrischer Pflege).
Höhere Fachschule (HF)
Die Funktion als Pflegefachperson liegt auf FH-Niveau (Bachelor). HF-Weiterbildungen sind daher nicht der naheliegende nächste Schritt. Eine berufliche Neuorientierung in andere HF-Gesundheitsberufe ist möglich, jedoch für die Pflegekarriere nicht erforderlich.
Arbeitsmarkt & Trends
- Sehr gute Jobaussichten: hoher Fachkräftemangel im Gesundheitswesen.
- Demografischer Wandel erhöht den Bedarf an Pflege langfristig.
- Akademisierung der Pflege: mehr Aufgaben in Qualität, Bildung und Forschung.
- Digitalisierung und neue Technologien verändern Prozesse und Rollenbilder.
- Politische Initiativen (z. B. Pflegeinitiative) stärken Ausbildung und Arbeitsbedingungen.
Tipps & Tricks
Selbstfürsorge
Plane Erholungszeiten, nutze Supervision/Peer-Austausch und setze Grenzen – das stärkt deine Resilienz.
Wissenschaftlich arbeiten im Alltag
Nutze Leitlinien und Evidenz (EBP), dokumentiere strukturiert und evaluiere Massnahmen regelmässig.
Kommunikation & Deeskalation
Trainiere Gesprächsführung mit Patient:innen und Angehörigen – besonders in belastenden Situationen.
Karriere aktiv gestalten
Setze Lernziele, sammle Projekt- und Leitungserfahrung, informiere dich über CAS/MAS und Masterprogramme.
