Osteopath/in FH

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Osteopath:in FH
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Osteopath:in FH
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Osteopath:in FH
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Osteopath:in FH

Als Osteopath:in FH erstellst du durch Befragung, Beobachtung und Abtasten ganzheitliche Diagnosen. Du analysierst Haltung und Mikrobewegungen, erkennst Funktionsstörungen und behandelst Beschwerden manuell, um das Gleichgewicht des Körpers wiederherzustellen und die Selbstregulation zu fördern. Du klärst über mögliche Reaktionen auf und berätst Patient:innen zu einer gesunden Lebensweise. Bei Bedarf arbeitest du eng mit Ärzt:innen und anderen Fachpersonen zusammen.

Diagnostische Tätigkeiten
  • Patient:innen aller Altersgruppen empfangen und Symptome analysieren
  • Gesamtbeurteilung anhand Anamnese, Lebensumständen und Lebensweise erstellen
  • Funktionsstörungen durch Abtasten und visuelle Prüfungen erkennen
  • Haltung, Statik, Fortbewegung und Mikrobewegungen beurteilen
  • Diagnose erstellen und Therapiemöglichkeiten aufzeigen
Behandlung & Techniken
  • Manuelle Techniken anwenden, um Körperstrukturen ins Gleichgewicht zu bringen
  • Angemessenen Druck auf Wirbelsäule, Schädel, Muskeln, Organe und Gefässe ausüben
  • Beschwerden wie Gelenk-/Muskelschmerzen, Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme behandeln
  • Patient:innen über mögliche Reaktionen informieren und adäquat reagieren
Beratung & Prävention
  • Zu gesundheitlichen Fragen und gesunder Lebensweise beraten
  • Spezifische Zielgruppen (z. B. Sportler:innen) bedarfsgerecht unterstützen
Zusammenarbeit & Organisation
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und anderen Spezialist:innen
  • Behandlungsverlauf planen, dokumentieren und Qualität sichern

Informationen zur Ausbildung

Für die Berufsausübung als Osteopath:in in der Schweiz ist ein Masterabschluss in Osteopathie an einer Fachhochschule erforderlich (Bachelor: 6 Semester; Master: 4 Semester). Studienangebote bestehen u. a. an der HES-SO Freiburg (zweisprachig) sowie an der FFHS (Zürich/online). Die Ausbildung kombiniert naturwissenschaftliche Grundlagen, osteopathische Techniken sowie praxisorientierte Studienabschnitte. Für die selbständige Tätigkeit ist eine kantonale Berufsausübungsbewilligung nötig.

Zugangsvoraussetzungen
  • Abgeschlossene Grundausbildung im Gesundheitswesen mit Berufsmaturität (Gesundheit/Soziales) oder
  • Fachmaturität Gesundheit oder
  • Diplom einer höheren Fachschule im Gesundheitsbereich oder
  • Gymnasiale Matura oder gleichwertiger Abschluss mit erforderlichen Modulen «Gesundheit»
  • Bestehen einer Zulassungsprüfung
Dauer

Bachelor: 6 Semester; Master: 4 Semester. Für die Berufsausübung ist ein Master-Abschluss nötig.

Studieninhalte
  • Physiologie, Histologie, Anatomie, Human-Biologie, Neuro- und Human-Wissenschaften
  • Strukturelle, funktionelle, viszerale und kraniale Osteopathie, Techniken
  • Medizinische Anamnese und Diagnostik
  • Biopsychosoziale Lebensumstände
Praktische Ausbildung

Du sammelst praktische Erfahrung in praxisorientierten Studienabschnitten; die genaue Struktur variiert je nach Hochschule.

Abschluss & Berufsausübung

Abschluss: Bachelor/Master of Science in Osteopathie. Für die selbständige Berufsausübung ist eine kantonale Berufsausübungsbewilligung erforderlich. Es kann zusätzlich eine interkantonale Prüfung verlangt werden; teils wird nach 5-jähriger Vollzeitausbildung ein 2-jähriges Praktikum ausgewiesen.

Bildungsangebote
  • HES-SO Hochschule für Gesundheit, Freiburg (zweisprachig DE/FR)
  • FFHS Fernfachhochschule Schweiz, Zürich/online

Herausforderungen im Berufsalltag

Individuelle Diagnosen präzise stellen

Manuelle Arbeit erfordert Fitness

Nicht immer sofortige Erfolge

Einfühlungsvermögen und Geduld

Interdisziplinär koordinieren

Sorgfältig dokumentieren

Wichtige Kompetenzen

  • Einfühlungsvermögen & manuelles Geschick

    Du arbeitest mit den Händen, spürst Gewebeveränderungen und setzt gezielte Techniken ein.

  • Beobachtungsgabe & Lösungsorientierung

    Du erkennst Muster, interpretierst Befunde und leitest passende Therapien ab.

  • Interesse an Gesundheitsfragen

    Ganzheitliches Gesundheitsverständnis und Neugier für Prävention und Lebensstilberatung.

  • Fitness & Belastbarkeit

    Manuelle Arbeit erfordert Ausdauer, Kraft, eine gute Ergonomie und Konzentration.

  • Analytisches Denken & Kombinationsfähigkeit

    Du verknüpfst Anamnese, Untersuchung und Lebensumstände zu einer stimmigen Diagnose.

  • Kommunikationsfähigkeit

    Du erklärst verständlich, baust Vertrauen auf und begleitest Patient:innen transparent.

  • Geduld & Ausdauer

    Heilungsprozesse brauchen Zeit – du bleibst ruhig und konsequent.

  • Flexibilität & Aufgeschlossenheit

    Du passt dich unterschiedlichen Menschen, Beschwerden und Situationen an.

Lohn als Osteopath:in FH

Die Löhne variieren je nach Erfahrung, Anstellungsart, Region und Praxis. Die folgenden Monatslöhne dienen als Orientierung:

  • Berufseinsteiger (ohne Berufserfahrung): ca. CHF 5’915
  • 0–2 Jahre Berufserfahrung: ca. CHF 7’000
  • Mehrjährige Berufserfahrung: ca. CHF 7’580
  • Erfahrene Fachperson / Spezialist: ca. CHF 11’230

Es handelt sich um Durchschnittswerte; individuelle Löhne können abweichen.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Osteopath:in FH

Du entwickelst dich über fachliche Spezialisierungen, Kurse und Tagungen (SVO-FSO), Nachdiplomprogramme wie CAS/MAS in Gesundheitsmanagement oder Prävention & Gesundheitsförderung sowie über eine akademische Laufbahn (Dissertation/Doktorat, teils im Ausland). Perspektiven bestehen zudem in Praxisführung, Lehre, Forschung und interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Durch Erfahrung kannst du dich spezialisieren, Verantwortung in Praxismanagement und Teamführung übernehmen oder dich in Lehre und interprofessioneller Zusammenarbeit engagieren.

Spezialisierung

Du kannst dich auf bestimmte Patientengruppen fokussieren, z. B. Kinder oder Sportler:innen, und deine Expertise in diesen Bereichen vertiefen.

Praxisführung und Teamleitung

Mit Berufserfahrung kannst du eine eigene Praxis führen, ein Team leiten oder ein Gesundheitszentrum mitgestalten.

Lehre und Forschung

Engagiere dich in der Erwachsenenbildung oder steige in die Forschung ein und trage zur Weiterentwicklung des Fachs bei.

Interdisziplinäres Arbeiten

Baue dein Netzwerk in Gesundheitszentren oder Arztpraxen aus und arbeite eng mit anderen Gesundheitsfachpersonen zusammen.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Kurse/Tagungen (SVO-FSO), Nachdiplomstudien (CAS/MAS) sowie eine wissenschaftliche Laufbahn bis hin zum Doktorat (PhD) eröffnen dir zusätzliche Karrierewege in Spezialisierung, Management, Lehre und Forschung.

Berufsprüfung BP

Berufsprüfungen (BP) – nicht der typische Weg

Für Osteopath:innen FH sind Berufsprüfungen (BP) nicht üblich. Karriereentwicklung erfolgt in der Regel über Spezialisierungen, Kurse/Tagungen (z. B. SVO-FSO) oder akademische Nachdiplomsangebote (CAS/MAS).

Höhere Fachprüfung (HFP)

Höhere Fachprüfung (HFP) – selten relevant

HFP sind für Osteopath:innen FH nicht der typische Weiterbildungsweg. Üblich sind akademische Entwicklungen, z. B. Forschungsarbeit/Doktorat oder Lehrtätigkeit.

Höhere Fachschule (HF)

Höhere Fachschule (HF) – nicht vorgesehen

Die Ausbildung zur Osteopathin/zum Osteopathen findet an Fachhochschulen (FH) statt; HF-Weiterbildungen sind in diesem Berufsfeld nicht der Standardweg.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Gute Berufsaussichten: Präventiv ausgerichtete Methoden werden zunehmend nachgefragt.
  • Breite Einsatzmöglichkeiten: eigene Praxis, Gesundheitszentren, Arztpraxen, Spitäler, Reha-Kliniken, Pflegeheime, ambulanter Dienst, Verbände und Sportvereine.
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und anderen Gesundheitsfachpersonen.
  • Meist regelmässige Arbeitszeiten.

Tipps & Tricks

Manuelle Skills trainieren
Übe Tastsinn, Druckdosierung und Ergonomie früh und kontinuierlich.

Fortbildungen nutzen
Bleibe fachlich aktuell mit Kursen und Tagungen, z. B. Angeboten des SVO-FSO.

Gute Kommunikation
Erkläre Befunde und Therapieziele verständlich und sprich mögliche Reaktionen offen an.

Saubere Dokumentation
Dokumentiere Anamnese, Befunde und Verlauf strukturiert – wichtig für Qualität und Zusammenarbeit.

Netzwerk aufbauen
Kooperiere mit Ärzt:innen, Physio- und anderen Therapieberufen für ganzheitliche Versorgung.

Selbstmanagement
Achte auf deine eigene Gesundheit, Pausen und ergonomisches Arbeiten, um langfristig leistungsfähig zu bleiben.

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