Medizintechniker/in HF
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Medizintechniker:in HF
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Medizintechniker:in HF
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Medizintechniker:in HF
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Medizintechniker:in HF
Als Medizintechniker:in HF stellst du sicher, dass medizintechnische Geräte – von Infusionspumpen über Ultraschall bis zu Röntgenanlagen und Laborgeräten – sicher, zuverlässig und effizient funktionieren. Du analysierst Bedürfnisse von Kliniken und Nutzer:innen, entwickelst oder evaluierst Lösungen, beschaffst und nimmst Geräte in Betrieb, planst Wartung und Instandhaltung und schulst Anwender:innen. Dabei beachtest du strenge Normen zur Patientensicherheit, dokumentierst Tests und Prüfungen und leitest Projekte rund um Innovation, Beschaffung und Betrieb vernetzter Systeme.
- Bedürfnisse von Spitälern/Kliniken erfassen und analysieren
- Lösungen zur Automatisierung von Mess- und Analyseprozessen entwickeln
- Sensoren und Messsysteme für Biosignale konzipieren und testen
- Geräte auswählen, beschaffen und Installationen planen
- Standortwahl, Netzwerkanbindung, Datenspeicherung sicherstellen
- Funktionstests durchführen und abnehmen
- Überwachungs-, Wartungs- und Testpläne erstellen
- Instandhaltung durchführen oder koordinieren
- Störungen mit medizinischem Personal analysieren und beheben
- Ausserbetriebnahme, Entsorgung und Ersatz organisieren
- Patientensicherheit, Normen und Qualitätsstandards einhalten
- Technische Berichte, Prüfprotokolle und Anleitungen erstellen
- Risiken bewerten und Massnahmen festlegen
- Innovations-, Beschaffungs- und Implementierungsprojekte leiten
- Nutzer:innen schulen und beraten
- Hersteller, Fachhandel und Klinikabteilungen koordinieren
- Vernetzte Monitoring-, Ultraschall- und Röntgensysteme betreiben
- Datenmanagement, Schnittstellen, IT-Sicherheit (z. B. Firewalls) sicherstellen
Informationen zur Ausbildung
Die Ausbildung zur/zum dipl. Medizintechniker:in HF dauert 2 Jahre in Vollzeit oder 3 Jahre berufsbegleitend. Zugelassen bist du mit einem einschlägigen EFZ oder mit anderem EFZ/Maturität (Sur-Dossier möglich; die Ausbildungszeit kann sich dann verlängern). In der Vollzeitausbildung ist ein Praktikum obligatorisch (720 Std. mit einschlägigem EFZ, 1800 Std. ohne). Berufsbegleitend brauchst du eine Anstellung von mind. 50% im relevanten Bereich. Du erwirbst Wissen in Mess- und Regeltechnik, Elektronik/Elektrotechnik, Informatik und Netzwerken, Programmierung, Medizintechnik, medizinischer Messtechnik, Recht/Normen, BWL/Management und technischem Englisch. Abschluss: Dipl. Medizintechniker/in HF.
Mehr Infos findest du bei berufsberatung.ch und bei gateway.one.
- EFZ in einem relevanten Bereich (z. B. Elektro-, Elektronik-, Metall-/Maschinen-, Informatik, Chemie, Medizintechnik)
- Oder anderes EFZ, Berufs-/Fach-/gymnasiale Maturität, FMS-Ausweis bzw. Sur-Dossier-Aufnahme (gleichwertiger Abschluss, Eignungsabklärung durch Schule)
- Berufsbegleitend: Anstellung von mind. 50% im verwandten Gebiet
2 Jahre Vollzeit oder 3 Jahre berufsbegleitend. Umfang: 3’600 Lernstunden (mit einschlägigem EFZ) bzw. 5’400 Lernstunden (ohne einschlägiges EFZ).
- Mess- und Regeltechnik, Elektronik/Elektrotechnik
- Informatik, Netzwerke, angewandte Programmierung
- Medizinisches Basiswissen, naturwissenschaftliche Grundlagen
- Medizintechnik, medizinische Messtechnik, Biosignale
- Konstruktionstechnik
- Recht/Normen (z. B. Heilmittelgesetz)
- BWL, Projekt-, Personal- und Qualitätsmanagement
- Technisches Englisch
- Vollzeit: Pflichtpraktikum von 720 Std. (mit einschlägigem EFZ) bzw. 1’800 Std. (ohne einschlägiges EFZ)
- Berufsbegleitend: Anstellung mind. 50% im relevanten Bereich während der Ausbildung
Abschluss: Dipl. Medizintechniker/in HF. Nach zwei Jahren Berufspraxis kann der europaweit anerkannte Titel «Ingenieur/in EurEta» beantragt werden.
Mit anderem EFZ oder Maturität ist ein Einstieg möglich; die Ausbildungszeit kann sich verlängern. Die Schulen informieren über individuelle Auflagen.
Herausforderungen im Berufsalltag
Rascher Technologiewandel
Strenge Normen & Regulierung
Zeitkritische Störungsbehebung
Hohe Patientensicherheit
Interdisziplinäre Abstimmung
Umfassende Dokumentation
IT- & Netzwerkintegration
Pikettdienst möglich
Wichtige Kompetenzen
-
Technisches Verständnis
Fundierte Kenntnisse in Elektronik, Informatik, Netzwerken und Medizintechnik.
-
Analytik & Problemlösung
Fehlfunktionen erkennen, Ursachen analysieren und wirksame Lösungen umsetzen.
-
Kommunikation & Führung
Abstimmung mit medizinischem Personal, Schulung von Nutzer:innen und Leiten von Projekten.
-
Qualitäts- & Sicherheitsbewusstsein
Normen und Patientensicherheit konsequent einhalten und dokumentieren.
-
Organisation & Projektmanagement
Beschaffung, Inbetriebnahme, Wartung und Tests planen und koordinieren.
-
Vernetztes Denken
Geräte, IT-Systeme und Datenflüsse gesamtheitlich betrachten und integrieren.
-
Team- & Schnittstellenkompetenz
Interdisziplinär mit Medizin, IT, Technik und Einkauf zusammenarbeiten.
Lohn als Medizintechniker:in HF
Die Löhne variieren je nach Region, Arbeitgeber, Aufgabe und Erfahrung. Folgende Monatslöhne (brutto) dienen als Orientierung basierend auf den bereitgestellten Angaben:
- Berufseinsteiger:in (0–2 Jahre): ca. CHF 5’000 – 6’000
- Mit erster Erfahrung (3–5 Jahre): ca. CHF 6’000 – 7’000
- Erfahren (6–10 Jahre): ca. CHF 7’000 – 8’000
- Spezialist:in/Senior (>10 Jahre): ca. CHF 8’000 – 9’000+
Tipp: Für eine individuelle Berechnung nutze einen Lohnrechner.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Medizintechniker:in HF
Du kannst dich ohne formale Weiterbildung über Erfahrung und Spezialisierung entwickeln oder mit zielgerichteten Weiterbildungen (Zertifikate, CAS, FH-Bachelor) fachlich und karriereseitig den nächsten Schritt machen.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Spezialisierung auf Geräte oder Technologien, Übernahme von Projekt- und Teamverantwortung, Schnittstellenfunktionen zwischen Technik, IT und Medizin sowie internationale Aufgaben bei Herstellern oder Dienstleistern.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich auf bestimmte Geräte oder Technologien spezialisieren (z. B. Bildgebung, Monitoring, Endoskopie, Laborautomation) und als Anwendungsspezialist:in Verantwortung übernehmen.
Erfahrung und Organisationstalent ermöglichen die Übernahme von Projekt- oder Teamleitungen, z. B. im technischen Dienst, in der Gerätebeschaffung oder im Service.
Du wirkst als Schnittstelle zwischen Medizin, Technik, IT und Einkauf, z. B. in Planungsausschüssen, bei IT/Netzwerk-Integration oder in der Qualitätssicherung.
Durch die globale Medizintechnikindustrie bieten sich Einsätze bei Herstellern, im Vertrieb oder in internationalen Projekten an.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Kurse zu Technik, Marketing oder Management, Zertifikate (z. B. Medizintechnikberater:in SHQA), CAS (z. B. Applied Health Technologies, Regulatory Affairs, Digital Transformation) oder ein FH-Bachelor in Medizintechnik bzw. verwandten Studiengängen.
Berufsprüfung BP
Auf berufsberatung.ch sind keine spezifischen BP-Titel ausgewiesen, die direkt auf Medizintechniker/in HF aufbauen. Je nach Ziel können fachnahe BPs (z. B. in Technik, Qualität oder Beschaffung) passend sein – Schulen und Verbände beraten zu geeigneten Optionen.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Es sind keine spezifischen HFP direkt für Medizintechniker/innen HF ausgewiesen. In der Praxis kommen je nach Laufbahn fachverwandte HFP (z. B. Qualitätsmanagement, Unternehmensprozesse) in Frage. Individuelle Abklärung wird empfohlen.
Höhere Fachschule (HF)
Der Abschluss liegt bereits auf Stufe Höhere Fachschule (HF). Als nächster Bildungsschritt bietet sich ein Bachelor an einer Fachhochschule an, z. B. BSc in Medizintechnik, Systemtechnik, Elektrotechnik, Maschinentechnik, Mikrotechnik oder Informatik (Zulassung je nach FH).
Arbeitsmarkt & Trends
- Hohe Nachfrage in Spitälern, Industrie, Labors und IT – Medizintechniker:innen sind sehr gefragt.
- Digitalisierung und Vernetzung: Integration von Geräten in Klinik-IT, Datensicherheit und Interoperabilität gewinnen an Bedeutung.
- Strenge Regulierung: Normen, Qualität und Patientensicherheit prägen die Arbeit.
- Laufende Weiterbildung nötig, um den raschen Technologiewandel abzudecken.
- Vielseitige Einsatzfelder: Entwicklung, Betrieb, Service, Verkauf und Applikation.
Tipps & Tricks
Regulatorik verstehen
Mach dich früh mit Normen, Heilmittelgesetz und Qualitätssystemen vertraut – das ist zentral im Alltag.
Dokumentation im Griff
Sorgfältige, vollständige und nachvollziehbare Dokumentation erleichtert Audits, Wartung und Fehlersuche.
Kommunikation üben
Schule dein Auftreten gegenüber Ärzt:innen und Pflege – klare Anleitungen und Schulungen schaffen Sicherheit.
IT- und Netzwerkkenntnisse vertiefen
Viele Geräte sind vernetzt: Kenntnisse in Netzwerken, Datensicherheit und Schnittstellen sind ein Plus.
Netzwerk nutzen
Verbände wie Swiss Medtech oder Swissmem bieten Informationen, Kontakte und Weiterbildungen.
