Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP
  • Hinweis
  • Informationen zur Weiterbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP

Als Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP übernimmst du – je nach Fachrichtung klinisch oder praxisleitend – eine zentrale Rolle in der Betreuung von Patientinnen und Patienten sowie in der Führung und Organisation von Arztpraxen. Du kombinierst fundierte medizinische Kenntnisse mit betriebswirtschaftlichem Know-how und trägst Verantwortung in der Koordination, Qualitätssicherung und im Team.

  • Medizinische Begleitung (klinische Richtung): Erste Einschätzung bei Patient:innen mit chronischen Krankheiten (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf, Atemwege), Erstellen und Begleiten von Behandlungsplänen mit Hausärzt:innen, Koordination der häuslichen Betreuung, Beratung der Patient:innen und Angehörigen, regelmässige Situationsbeurteilungen.
  • Alltagsunterstützung: Patient:innen im Alltag beraten und unterstützen, Pflege durch Angehörige fördern.
  • Administrative und organisatorische Leitung (praxisleitende Richtung): Personalplanung, HR-Aufgaben (Rekrutierung, Verträge, Löhne, Sozialversicherungen), Finanz- und Debitorenbuchhaltung, Material- und Medikamentenbewirtschaftung, Wartung und Funktionssicherheit der Geräte, Qualitätsmanagement, Marketing.
  • Kooperation & Kommunikation: Zusammenarbeit mit Krankenkassen, Behörden, sozialen und medizinischen Diensten; Besprechungen mit Hausärzt:innen; Schnittstelle und Informationsmanagement.
  • Dokumentation & Qualität: Lückenlose Dokumentation der Behandlungen und Prozesse, Sicherstellung von Standards und Abläufen.
Medizinische Begleitung
  • Ersteinschätzung bei chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf, Atemwege, Rheuma)
  • Behandlungspläne mit Hausärzt:innen erstellen und die Behandlung begleiten
  • Häusliche Betreuung koordinieren und Angehörige einbeziehen
  • Patient:innen zur Alltagsbewältigung beraten und unterstützen
Praxisorganisation & Administration
  • Personal planen, Schichten koordinieren und Ressourcen (Räume/Geräte) disponieren
  • HR-Prozesse: Rekrutierung, Verträge, Löhne, Sozialversicherungen
  • Finanzen: Rechnungen, Debitorenbuchhaltung, Zahlungseingänge überwachen
  • Bestellungen, Material- und Medikamentenlager verwalten; Gerätewartung sicherstellen
Kooperation & Kommunikation
  • Zusammenarbeit mit Krankenkassen, Behörden, sozialen und medizinischen Diensten
  • Besprechungen mit Hausärzt:innen durchführen, Informationen und Patientendaten koordinieren
  • Schnittstelle zwischen Praxis, Patient:innen und externen Partnern
Dokumentation & Qualität
  • Vollständige und aktuelle Dokumentation von Behandlungen und Prozessen
  • Qualitätsmanagement in der Arztpraxis umsetzen und weiterentwickeln
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Hinweis

Die Weiterbildung zur/zum Medizinischen Praxiskoordinator/in BP ist modular aufgebaut und berufsbegleitend (ca. 9–24 Monate). Für die klinische Fachrichtung ist eine Röntgenberechtigung Thorax/Extremitäten erforderlich. Ein Teil der Kurskosten kann vom Bund rückerstattet werden (Subjektfinanzierung, i. d. R. bis zu 50% des Kursgeldes gemäss geltenden Bestimmungen).

Informationen zur Weiterbildung

Die Weiterbildung zur/zum Medizinischen Praxiskoordinator/in BP ist eine modulare, berufsbegleitende Weiterbildung. Sie führt – je nach Fachrichtung – zu einer klinischen oder praxisleitenden Ausrichtung. Die Dauer beträgt in der Regel 1,5 bis 2 Jahre.

  • Voraussetzungen (bei Prüfungsantritt): EFZ als Medizinische/r oder Tiermedizinische/r Praxisassistent/in, DVSA-Arztgehilfinnen-Diplom mit Röntgenberechtigung Thorax/Extremitäten oder gleichwertiger Abschluss auf Sekundarstufe II bzw. Tertiärstufe (für klinische Richtung mit Röntgenberechtigung). Zusätzlich: mind. 3 Jahre Berufspraxis in einer Praxis, Berufsbildnerausweis sowie erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen.
  • Dauer & Organisation: Berufsbegleitend, ca. 9–24 Monate (typisch 1,5–2 Jahre), modulare Vorbereitung auf die eidg. Berufsprüfung.
  • Inhalte (Auswahl): Chronic Care Management (Basismodul I & II), Qualitätsmanagement in der Arztpraxis; klinische Richtung: Beratung von Langzeitpatient:innen (z. B. Diabetes); praxisleitende Richtung: Praxismanagement und Personalführung.
  • Berufliche Praxis: Vertiefung in der Beratung und Begleitung von Langzeitpatient:innen (klinisch) oder im Praxismanagement mit HR-, Finanz- und Qualitätsverantwortung (praxisleitend).
  • Abschluss: Medizinische/r Praxiskoordinator/in mit eidg. Fachausweis (mit entsprechender Fachrichtung).
Voraussetzungen
  • EFZ als Medizinische/r oder Tiermedizinische/r Praxisassistent/in oder DVSA-Arztgehilfinnen-Diplom mit Röntgenberechtigung Thorax/Extremitäten; alternativ gleichwertiger Abschluss (Sek II/Tertiär, für klinische Richtung mit Röntgenberechtigung)
  • Mindestens 3 Jahre Berufserfahrung in einer Praxis
  • Berufsbildnerausweis
  • Erforderliche Modulabschlüsse oder Gleichwertigkeitsbestätigungen
Dauer der Weiterbildung

In der Regel 1,5 bis 2 Jahre (ca. 9–24 Monate), berufsbegleitend und modular aufgebaut.

Fachrichtungen
  • Klinische Richtung: Fokus auf Chronic Care Management, Beratung und Begleitung von Langzeitpatient:innen
  • Praxisleitende Richtung: Fokus auf Praxismanagement, Personalführung, Finanzen und Qualität
Schulische Bildung (Module)
  • Chronic Care Management (Basismodul I & II)
  • Qualitätsmanagement in der Arztpraxis
  • Klinische Richtung: Beratung von Langzeitpatient:innen (z. B. Diabetes)
  • Praxisleitende Richtung: Praxismanagement und Personalführung
Berufliche Praxis

Vertiefung der Kompetenzen im Praxisalltag: klinisch in Beratung/Behandlungskoordination, praxisleitend in HR, Finanzen, Organisation und Qualität.

Abschluss

Medizinische/r Praxiskoordinator/in mit eidg. Fachausweis (mit gewählter Fachrichtung).

Herausforderungen im Berufsalltag

Kein Spielraum für Fehler

Komplexe Behandlungskoordination

Führungsverantwortung im Praxisalltag

Hohe administrative Dichte

Intensive Kommunikation mit Anspruchsgruppen

Unregelmässige Arbeitszeiten möglich

Hohe Qualitäts- und Dokumentationsansprüche

Wichtige Kompetenzen

  • Exakte, zuverlässige Arbeitsweise

    In der Patientenbetreuung und Administration gibt es keinen Spielraum für Fehler.

  • Organisationstalent

    Du planst Personal, Räume und Geräte effizient und behältst Prioritäten im Blick.

  • Kommunikationsstärke & Einfühlungsvermögen

    Du berätst Patient:innen verständlich und arbeitest mit vielen Anspruchsgruppen zusammen.

  • Führungskompetenz

    Du übernimmst Verantwortung im Team, triffst Entscheidungen und förderst Zusammenarbeit.

  • Kaufmännisches Geschick

    Du verstehst Finanzen, Lohn- und Debitorenprozesse sowie Material- und Bestandsmanagement.

  • Belastbarkeit & Verantwortungsbewusstsein

    Du bleibst auch bei hoher Taktung und komplexen Fällen fokussiert und verlässlich.

  • Rasche Auffassungsgabe

    Du erfasst Situationen schnell und leitest die richtigen Massnahmen ein.

  • Diskretion & Interesse an Gesundheitsfragen

    Du gehst vertraulich mit Daten um und bist fachlich am Puls des Gesundheitswesens.

Lohn als Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP

Die Löhne variieren je nach Region, Praxisgrösse, Verantwortung und Erfahrung. Folgende Richtwerte basieren auf verfügbaren Angaben zu MPK BP in der Schweiz:

  • Berufseinsteiger/in (0–2 Jahre nach BP): CHF 5’300 – 5’600 pro Monat
  • Mit erster Erfahrung (3–5 Jahre): CHF 5’700 – 6’200 pro Monat
  • Erfahren (6–10 Jahre): CHF 6’200 – 6’700 pro Monat
  • Langjährige Erfahrung / Kaderfunktion (>10 Jahre): CHF 6’700 – 7’000+ pro Monat

Individuelle Faktoren wie Zusatzaufgaben (Leitung, Projekte), Tarifumfeld und Verhandlung spielen zusätzlich eine Rolle.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen

Mit dem eidgenössischen Fachausweis als Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP eröffnen sich dir vielfältige Weiterentwicklungswege – von der Spezialisierung in der Praxis über Führungsverantwortung bis hin zu weiterführenden Abschlüssen auf HFP-, HF- oder FH-Stufe.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Du kannst dich über Erfahrung und erweiterte Verantwortung entwickeln – z. B. in Teamleitung, Case Management oder Qualitätsmanagement – und dich in deiner Fachrichtung profilieren.

Spezialisierung in der Praxis

Mit zunehmender Berufserfahrung kannst du dich innerhalb deiner Fachrichtung profilieren – z. B. im Chronic Care Management (klinisch) oder im Praxismanagement/Qualitätsmanagement (praxisleitend).

Teamführung und Verantwortung

Übernimm mehr Führungsverantwortung, entwickle dich zur Teamleitung oder Bereichsleitung in Gruppen- und Gemeinschaftspraxen.

Case Management bei Versicherungen

Wechsle – insbesondere mit praxisleitender Ausrichtung – ins Case Management bei Krankenkassen und Versicherungen.

Prozess- und Qualitätsentwicklung

Treibe interne Projekte voran, optimiere Abläufe und verankere Qualitätsstandards in der Praxisorganisation.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Höhere Fachprüfungen (HFP), Bildungsgänge an Höheren Fachschulen (HF) oder Studiengänge an Fachhochschulen (FH) ermöglichen dir den nächsten Karriereschritt in Richtung Fach- oder Führungslaufbahn.

Berufsprüfung BP

Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP – klinische Richtung

Vertiefung im Chronic Care Management, Beratung und Begleitung von Langzeitpatient:innen sowie Koordination der Behandlung in enger Zusammenarbeit mit Hausärzt:innen.

Medizinische/r Praxiskoordinator/in BP – praxisleitende Richtung

Leitung und Organisation in (Gruppen-)Praxen, Verantwortung für Personal, Finanzen, Qualitätssicherung und Praxisentwicklung; Schnittstellenfunktion zu Versicherungen und Partnern.

Weitere Berufsprüfungen

Je nach Interesse kommen weitere Berufsprüfungen in verwandten Bereichen infrage. Informiere dich zu aktuellen Angeboten bei Fachschulen und auf berufsberatung.ch.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Experte/Expertin in Gesundheitsinstitutionen HFP (eidg. Diplom)

Leitungsfunktionen in Gesundheitsinstitutionen mit Fokus auf Strategien, Qualität, Prozesse und Führung.

Krankenversicherungs-Experte/-in HFP

Vertiefung im Leistungs- und Fallmanagement sowie in regulatorischen und betriebswirtschaftlichen Themen der Sozialversicherung.

Höhere Fachschule (HF)

Dipl. Pflegefachmann/-frau HF

Vertiefte pflegerische Kompetenzen, eigenverantwortliche Planung und Durchführung von pflegerischen Massnahmen sowie Prävention.

Dipl. Radiologiefachmann/-frau HF

Bildgebung, Strahlentherapie, Patient:innenbetreuung und Qualitätssicherung in der Radiologie.

Dipl. biomedizinische/r Analytiker/in HF

Analytik im medizinischen Labor, Qualitätssicherung und Dateninterpretation für Diagnostik und Therapie.

Dipl. Aktivierungsfachmann/-frau HF

Planung und Durchführung von Aktivitäten zur Förderung und Erhaltung kognitiver, sozialer und motorischer Fähigkeiten.

Dipl. Betriebswirtschafter/in HF

Betriebswirtschaftliche Vertiefung für Führungs- und Managementaufgaben, z. B. in Gesundheitsbetrieben.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Mehr Gruppen- und Netzwerkpraxen erhöhen den Bedarf an Fachpersonen mit medizinischem und betriebswirtschaftlichem Know-how.
  • Hausarztmangel und chronische Erkrankungen stärken die Bedeutung des Chronic Care Management.
  • Zunehmende Koordination zwischen Praxen, Spitälern, sozialen Diensten und Versicherungen.
  • Digitalisierung, Qualitätsmanagement und Effizienzsteigerung prägen Prozesse und Rollenbilder.
  • Case-Management-Funktionen bei Krankenkassen bieten zusätzliche Einsatz- und Karrierechancen.

Tipps & Tricks

Fachrichtung bewusst wählen: Klinisch (Patientenbegleitung) oder praxisleitend (Management) – richte die Module auf dein Ziel aus.

Voraussetzungen früh klären: Röntgenberechtigung ist nur für die klinische Richtung notwendig; Berufsbildnerausweis und ausreichende Praxisjahre rechtzeitig sichern.

Module strategisch planen: Kombiniere Chronic Care/Qualitätsmanagement (klinisch) bzw. Praxismanagement/HR (praxisleitend) passend zu deinem Profil.

Bundesbeiträge nutzen: Prüfe die Rückerstattung von Kurskosten (Subjektfinanzierung) und informiere dich zu Fristen und Nachweisen.

Netzwerk pflegen: Austausch mit Fachschulen, Verbänden und Praxen erleichtert Einstieg, Projekte und Karrierechancen.

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