Medizinische/r Masseur/in BP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Medizinische/r Masseur/in BP
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Medizinische/r Masseur/in BP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Medizinische/r Masseur/in BP
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Medizinische/r Masseur/in BP
Als medizinische/r Masseur/in BP behandelst du Patient:innen mit manuellen und apparativen Techniken, um Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu fördern und Beschwerden vorzubeugen. Du planst Behandlungen aufgrund von Diagnosen und Anordnungen, legst Ziele fest und passt die Therapie fortlaufend an. Deine Anwendungen reichen von klassischer Massage, Bindegewebs- und Fussreflexzonenmassage über Lymphdrainage bis zu Elektrotherapie, Bädern, Packungen und Wickeln.
Du arbeitest angestellt oder selbständig – etwa in Praxen, Spitälern, Reha- und Rheumakliniken, Kur- und Gesundheitszentren, Heimen, Wellnesszentren sowie in Sportvereinen. Je nach Institution sind Arbeitszeiten unregelmässig und können Abend- oder Wochenenddienste beinhalten.
- Patient:innen beraten und über Therapieablauf informieren
- Medizinische Diagnosen und Verordnungen lesen
- Körper untersuchen, insbesondere die zu behandelnden Stellen
- Behandlungsziele festlegen und Therapiepläne erstellen
- Massage mit verschiedenen Methoden (z. B. klassisch, Bindegewebe)
- Fussreflexzonenmassage zur Organstimulation
- Lymphdrainage und Druck in Richtung Lymphfluss
- Elektrotherapie zur Schmerzlinderung, Durchblutungsförderung und Muskelentspannung
- Einsatz von Bädern, Packungen und Wickeln
- Beschwerden erfragen und dokumentieren
- Therapie laufend bewerten und anpassen
- Patient:innen zu unterstützenden Massnahmen und Produkten beraten
- Patientendossiers anlegen und pflegen
- Gesundheits- und Hygienestandards sicherstellen
- Rechnungen erstellen und verwalten
Hinweis
Teile der Kurskosten für die Vorbereitung auf die Berufsprüfung werden vom Bund rückerstattet. Absolvent:innen einer BP können 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500) zurückerhalten; zusätzlich sind weitere Beiträge aus Weiterbildungsfonds möglich (gemäss Richtangaben).
Informationen zur Ausbildung
Die Qualifikation zur/zum Medizinische/n Masseur/in mit eidg. Fachausweis (BP) wird in der Regel modulbasiert erworben. Die Ausbildung dauert 1–2 Jahre in Vollzeit oder 3–4 Jahre in Teilzeit.
Voraussetzungen bei Prüfungsantritt: EFZ oder gleichwertige Qualifikation, mindestens 1 Jahr Berufserfahrung, kein relevanter Eintrag im Zentralstrafregister sowie die erforderlichen Modulabschlüsse inkl. klinischem Praktikum von mindestens 6 Monaten unter Supervision.
Inhalte: Erhebung, Interpretation und Dokumentation von Daten; Erstellung des Massnahmenkonzepts; Durchführung der Massnahmen; Beziehungsgestaltung, Zusammenarbeit und Konfliktbewältigung; Arbeitsplatzgestaltung; Administration, Organisation und Qualitätssicherung; Pflege des beruflichen Umfelds; lebenslanges Lernen.
Abschluss: Medizinische/r Masseur/in mit eidg. Fachausweis.
- EFZ oder gleichwertige Qualifikation
- Mindestens 1 Jahr Berufserfahrung
- Kein relevanter Eintrag im Zentralstrafregister
- Erforderliche Modulabschlüsse inkl. klinisches Praktikum (mind. 6 Monate unter Supervision)
1–2 Jahre (Vollzeit) oder 3–4 Jahre (Teilzeit)
Modulare Vorbereitung auf die Berufsprüfung: Datenerhebung/-interpretation, Massnahmenkonzepte, Durchführung, Beziehungsgestaltung, Zusammenarbeit, Konfliktbewältigung, Arbeitsplatzgestaltung, Administration/Organisation, Qualitätssicherung, Pflege des beruflichen Umfelds, lebenslanges Lernen.
Klinisches Praktikum (mindestens 6 Monate, Voll- oder Teilzeit) unter Supervision; Anwendung und Vertiefung der Inhalte in der Praxis.
Medizinische/r Masseur/in mit eidg. Fachausweis (BP)
Mit EFZ (oder gleichwertig) und relevanter Berufserfahrung möglich; bereits absolvierte Module können je nach Anbieter anerkannt werden.
Herausforderungen im Berufsalltag
Vertrauensvolle Beziehung aufbauen
Therapie laufend anpassen
Emotionale Belastungen aushalten
Körperlich anstrengende Arbeit
Zeitdruck und Terminplanung
Hygienevorgaben konsequent einhalten
Wichtige Kompetenzen
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Feiner Tastsinn und manuelle Geschicklichkeit
Du verfügst über bewegliche, geschmeidige Hände und einen ausgeprägten Tastsinn.
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Einfühlungsvermögen und Offenheit
Du baust vertrauensvolle Beziehungen auf und gehst auf individuelle Bedürfnisse ein.
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Kontaktfreude und Teamfähigkeit
Du arbeitest eng mit Patient:innen, Ärzt:innen und Therapeut:innen zusammen.
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Körperliche Belastbarkeit
Du hältst körperlich anspruchsvolle Behandlungen über den Tag hinweg durch.
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Verschwiegenheit
Du gehst sorgfältig und diskret mit sensiblen Informationen um.
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Beobachtungsgabe
Du erkennst Veränderungen im Gewebe und reagierst fachgerecht.
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Geduld und Ausdauer
Du arbeitest ruhig und zielorientiert – auch bei langwierigen Verläufen.
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Organisationstalent
Du planst Termine, dokumentierst gewissenhaft und hältst Hygienevorschriften ein.
Lohn als Medizinische/r Masseur/in BP
Die effektive Lohnhöhe variiert je nach Kanton, Arbeitgeber, Verantwortungsbereich und Erfahrung. Folgende Richtwerte wurden genannt:
Berufseinstieg (0–1 Jahr): ca. CHF 4’400 – 5’200/Monat (SVMM empfiehlt im Anstellungsverhältnis mind. CHF 5’200).
Erste Berufserfahrung (ca. 2–5 Jahre): ca. CHF 4’850 – 5’350/Monat.
Ab 5 Jahren/mehr Verantwortung: ab ca. CHF 5’400/Monat; gemäss SVMM +CHF 200 bei erhöhter Verantwortung. In Leitungsfunktionen sind gemäss Lohnbuch zusätzliche Zuschläge (z. B. mind. CHF 400/Monat) möglich.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Medizinische/r Masseur/in BP
Mit deinem BP-Abschluss stehen dir verschiedene Wege offen: Du vertiefst deine Therapiekompetenzen über Verbandskurse, übernimmst mehr Verantwortung in Praxis und Team oder wechselst in verwandte Gesundheitsberufe über HF-/FH-Bildungsgänge.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Mit wachsender Berufserfahrung kannst du dich auf bestimmte Beschwerdebilder und Techniken fokussieren (z. B. muskuloskelettale Beschwerden, Lymphdrainage, Fussreflex).
Du kannst eine eigene Praxis führen oder dein Angebot in bestehenden Praxen ausbauen und so dein Tätigkeitsfeld und deine Verantwortung erweitern.
Mit Erfahrung und organisatorischem Geschick übernimmst du koordinierende Aufgaben und leitest kleinere Teams in therapeutischen Einrichtungen.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Möglichkeiten reichen von Spezialisierungen über Verbandskurse bis hin zu formalen Bildungswegen an Höheren Fachschulen (HF) oder Fachhochschulen (FH) in verwandten Bereichen wie Aktivierung, Pflege oder Physiotherapie (je nach Zulassungsbedingungen).
Berufsprüfung BP
Für medizinische Masseur:innen BP sind derzeit keine spezifischen, direkten Anschluss-BPs ausgewiesen. Der Abschluss selbst ist eine Berufsprüfung (BP).
Der Schweizerische Verband für Berufs-Masseure (SVBM) und der Verband der Medizinischen Massage Schweiz (VDMS) bieten vielfältige Kurse zur Vertiefung und Spezialisierung an.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Für den Bereich medizinische Massage ist gegenwärtig keine direkte HFP ausgewiesen. Der nächste formale Schritt führt in der Regel über HF- oder FH-Bildungsgänge in verwandten Fachgebieten.
Höhere Fachschule (HF)
Du planst und leitest Aktivitäten, die körperliche, geistige und soziale Fähigkeiten fördern – in ambulanten und stationären Einrichtungen.
Du versorgst Patient:innen aller Altersgruppen, planst pflegerische Massnahmen, führst diese durch und setzt Prävention und Gesundheitsförderung um.
Arbeitsmarkt & Trends
- Stabile Nachfrage in Prävention, Therapie und Rehabilitation – Beitrag zur Gesundheit des Bewegungsapparats über die gesamte Behandlungskette.
- Vielfältige Einsatzorte: Praxen, Spitäler, Reha- und Rheumakliniken, Heime, Kur- und Gesundheitszentren, Wellness sowie Sportvereine.
- Gute Möglichkeiten zur Selbständigkeit: eigene Praxis führen oder im Angestelltenverhältnis tätig sein.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzt:innen und Physiotherapeut:innen gewinnt an Bedeutung.
- Modulare Verbandskurse ermöglichen Spezialisierung und Vertiefung spezifischer Techniken.
Tipps & Tricks
Ergonomie & Selbstschutz: Achte auf deine Körperhaltung und setze Hilfsmittel gezielt ein, um Überlastungen zu vermeiden.
Sauber dokumentieren: Führe Patientendossiers lückenlos und halte Hygiene- und Qualitätsstandards konsequent ein.
Netzwerk pflegen: Tausche dich mit Ärzt:innen, Physiotherapeut:innen und Verbänden aus – das stärkt Überweisungen und Know-how.
Weiterbildung planen: Nutze Verbandskurse (SVBM, VDMS) zur Spezialisierung und Qualitätssicherung.
Zeitmanagement: Plane Termine realistisch, kommuniziere Wartezeiten und passe Behandlungsdauer an Ziele und Reaktionen an.
Selbständigkeit gut vorbereiten: Für eine eigene Praxis frühzeitig Organisation, Abrechnung und Infrastruktur planen.
