Medizinische/r Kodierer/in BP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Medizinische/r Kodierer/in BP
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Medizinische/r Kodierer/in BP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Medizinische/r Kodierer/in BP
Als Medizinische/r Kodierer/in BP kodierst du Patientendiagnosen und Therapien mit standardisierten Klassifikationssystemen. Du stellst sicher, dass medizinische Daten für Abrechnung, Controlling und epidemiologische Überwachung korrekt, vollständig und nachvollziehbar erfasst sind. In Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Pflege, Controlling und Revisionsstellen prüfst du Daten auf Richtigkeit, strukturierst sie und erstellst Auswertungen und Statistiken. Deine Arbeit schafft Transparenz für Vergütungen (z. B. Fallpauschalen) und unterstützt die Planung von Ressourcen und Kapazitäten im Gesundheitswesen.
Du arbeitest vor allem in Spitälern, aber auch bei Versicherungen, in Revisionsunternehmen, statistischen Ämtern, in der öffentlichen Verwaltung oder in der Privatwirtschaft. Die Arbeitszeiten sind oft flexibel. Typische Tätigkeitsfelder sind das Beschaffen, Überprüfen, Strukturieren, Kodieren und Dokumentieren medizinischer Informationen.
- Patientendaten mit Klassifikationssystemen kodieren
- Fehler in der Kodierung erkennen und melden
- Medizinisches Personal bei Kodierung und Datenverarbeitung unterstützen
- Mitwirkung bei externen Überprüfungen mit Revisionsstellen
- Sicherstellen korrekter Erfassung für administrative Zwecke und Abrechnung
- Einhaltung von Datenschutz-, Statistik- und Krankenversicherungsgesetzen
- Erfassen von Patientendaten in Datenbanken (z. B. für DRG und Leistungsabrechnungen)
- Entwickeln/Betreuen von Datenbanken und Software für medizinische Statistik
- Bereitstellen von Daten für epidemiologische Überwachung und wirtschaftliche Steuerung
- Datensammlung für Forschungszwecke
- Ergebnisse veröffentlichen unter Beachtung gesetzlicher Richtlinien
Hinweis
Ein Teil der Kurskosten zur Vorbereitung auf die Berufsprüfung wird vom Bund übernommen. Absolvent:innen können 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500) beantragen; zusätzlich sind bis zu CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich (sofern Mitgliedsfirma). Informiere dich bei deinem Bildungsanbieter.
Informationen zur Ausbildung
Die Qualifikation Medizinische/r Kodierer/in BP ist ein Weiterbildungsberuf. Die prüfungsrelevanten Kompetenzen erwirbst du modular (z. B. Fortgeschrittenenkurs, 20 Tage über 4 Monate). Bildungsangebote gibt es u. a. bei H+ Bildung in Aarau. Voraussetzung ist ausgewiesene Berufspraxis im medizinischen/pflegerischen Umfeld, davon mindestens zwei Jahre in der medizinischen Kodierung. Der Abschluss lautet: Medizinische/r Kodierer/in mit eidg. Fachausweis.
- EFZ im medizinisch/pflegerischen oder kaufmännischen Bereich (oder gleichwertige Qualifikation) und mind. 3 Jahre Berufserfahrung, davon mind. 2 Jahre als Medizinische/r Kodierer/in
- oder: mind. 4 Jahre Berufserfahrung im medizinischen/pflegerischen Bereich, davon mind. 2 Jahre als Medizinische/r Kodierer/in
20 Tage, verteilt auf 4 Monate (Fortgeschrittenenkurs/Module zur Prüfungsvorbereitung).
Die prüfungsrelevanten Qualifikationen werden modular erworben. Bildungsangebote u. a. bei H+ Bildung, Aarau. Mehr Infos: berufsberatung.ch/schulen.
- Medizinisches Grundwissen
- Gesundheitswesen und Kodierungsgrundlagen
- Kodierpraxis und Datenqualität
Medizinische/r Kodierer/in mit eidgenössischem Fachausweis (BP).
Möglich mit entsprechender Berufserfahrung im medizinischen/pflegerischen Bereich und ausgewiesenem medizinischem Wissen sowie Affinität zu administrativen Tätigkeiten und Computerarbeit.
Der Bund übernimmt bis zu 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500). Zusätzlich sind Beiträge aus dem Weiterbildungsfonds möglich (z. B. bis CHF 4’000, sofern Mitgliedsfirma).
Herausforderungen im Berufsalltag
Hohe Datenmengen, präzise Kodierung
Gesetzliche Vorgaben einhalten
Fehlererkennung unter Zeitdruck
Abstimmung mit vielen Schnittstellen
Ständige Regel- und Systemupdates
Verantwortung für korrekte Abrechnung
Wichtige Kompetenzen
- Analytisches Denken: Du erkennst Zusammenhänge und interpretierst komplexe Daten korrekt.
- Sinn für Zahlen: Du arbeitest sicher mit Statistiken, Reports und Kennzahlen.
- Exakte, systematische Arbeitsweise: Sorgfältiges, regelkonformes Kodieren hat höchste Priorität.
- Technisches Verständnis & Computerkenntnisse: Du nutzt Datenbanken und Kodiersoftware effizient.
- Medizinisches Grundlagenwissen & Interesse an Gesundheitsfragen: Terminologie und Pathologien sind dir vertraut.
- Konzentrations- & Durchhaltefähigkeit: Du bleibst auch bei grossen Datenmengen präzise.
- Qualitätsbewusstsein & Verantwortung: Du prüfst Vollständigkeit, Plausibilität und beachtest Standards.
- Datenschutz & Verschwiegenheit: Du gehst vertraulich und gesetzeskonform mit Patientendaten um.
- Kommunikationsfähigkeit: Du stimmst dich klar mit Medizin, Pflege, Controlling und Revision ab.
Lohn als Medizinische/r Kodierer/in BP
Die Löhne variieren nach Erfahrung, Region und Arbeitgeber. Die folgenden Bruttowerte basieren auf den bereitgestellten Informationen:
Berufseinstieg (nach BP): ca. CHF 80’000/Jahr → rund CHF 6’667 pro Monat (je nach Region teils ca. CHF 6’717)
2–5 Jahre Erfahrung: Durchschnitt ca. CHF 86’710–87’350/Jahr → rund CHF 7’226–7’279 pro Monat
5+ Jahre Erfahrung: über CHF 100’000/Jahr; aktuelle Durchschnittswerte ca. CHF 111’300/Jahr → rund CHF 8’333–9’275 pro Monat
Senior-/Leitungsfunktionen: bis ca. CHF 120’000/Jahr → rund CHF 10’000 pro Monat
Die Lohnhöhe hängt u. a. von Kanton, Institution (Spital, Klinik, Verwaltung, Versicherung) und Zusatzqualifikationen ab.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
Mit dem eidg. Fachausweis als Medizinische/r Kodierer/in BP kannst du dich fachlich spezialisieren oder Richtung Management und Datenanalyse entwickeln. Zusätzliche Kurse sowie weiterführende Abschlüsse auf HFP-, HF- oder FH-Stufe erweitern deine Karriereoptionen.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Auch ohne formale Weiterbildungen kannst du Verantwortung übernehmen, indem du dich spezialisierst, Qualitätsaufgaben übernimmst oder als Key-User:in Prozesse und Tools mitgestaltest.
Vertiefe dich in spezifische Bereiche (z. B. Chirurgie, Onkologie, Pädiatrie) und bearbeite komplexe Dossiers.
Übernimm Aufgaben in der internen Kodier-Qualitätssicherung, bereite Stichproben vor und begleitest externe Überprüfungen.
Unterstütze das Leistungs- und Finanzcontrolling mit Reports, Auswertungen und Plausibilitätsprüfungen.
Wirke als Schnittstelle zu IT und Fachbereichen, teste Updates und schulst Kolleg:innen zu Kodier- und Statistiksoftware.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Kurse von Spitälern, der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische Codierung (SGMC) und H+ Bildung vertiefen dein Fachwissen. Perspektiven bieten u. a. die Höhere Fachprüfung (Experte/Expertin in Gesundheitsinstitutionen), eine HF-Weiterbildung (z. B. dipl. Betriebswirtschafter/in HF) oder ein FH-Studium (z. B. Bachelor in Betriebsökonomie oder Medizininformatik; je nach Zulassungsbedingungen).
Berufsprüfung BP
Der Abschluss als Medizinische/r Kodierer/in ist selbst eine Berufsprüfung (eidg. Fachausweis). Zusätzliche BPs sind je nach Vorbildung und Institution möglich; informiere dich über passende Angebote und Kurse bei SGMC oder H+ Bildung.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Vertieftes Know-how in Management, Organisation und Qualität in Gesundheitseinrichtungen; Qualifikation für Leitungsfunktionen.
Höhere Fachschule (HF)
Betriebswirtschaftliche Vertiefung für Aufgaben in Verwaltung, Controlling und Management von Gesundheitsorganisationen.
Arbeitsmarkt & Trends
- Guter Arbeitsmarkt: Einsätze vor allem in Spitälern, zudem bei Versicherungen, Revision, Statistikämtern, Verwaltung und in der Privatwirtschaft.
- Wachsende Bedeutung der Kodierung durch steigende Gesundheitskosten und Bedarfe an Transparenz in Abrechnung und Controlling.
- Digitalisierung & Automatisierung: steigende Anforderungen an Datenqualität, Softwarekompetenz und Prozesskenntnis.
- Beitrag zur epidemiologischen Überwachung: kodierte Daten sind eine wichtige Grundlage für öffentliche Gesundheit.
- Flexible Arbeitsmodelle sind möglich; Teil- oder Vollzeit sind verbreitet.
Tipps & Tricks
- Regelwerk up-to-date halten: Aktualisiere dein Wissen zu Kodierregeln und gesetzlichen Vorgaben regelmässig.
- Medizinisches Wissen vertiefen: Anatomie, Physiologie und Terminologie regelmässig auffrischen.
- Qualitätsroutinen etablieren: Checklisten für Vollständigkeit, Plausibilität und Fristen nutzen.
- Datenschutz leben: Sensible Informationen konsequent gemäss Vorgaben schützen.
- Netzwerken: Profitiere von Kursen und Austausch über SGMC oder H+ Bildung.
- Effizient mit Tools arbeiten: Tastaturkürzel, Vorlagen und Berichts-Standards für saubere, schnelle Workflows nutzen.
