Komplementärtherapeut/in HFP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Komplementärtherapeut/in HFP
  • Hinweis
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Komplementärtherapeut/in HFP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Komplementärtherapeut/in HFP
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Komplementärtherapeut/in HFP

Als Komplementärtherapeut:in begleitest du Menschen, deren seelisches, geistiges oder körperliches Gleichgewicht gestört ist, und unterstützt ihre Genesung. Du arbeitest mit ganzheitlichen Methoden wie Kinesiologie, Shiatsu, Yoga Therapie, Atem- und Energiearbeit. In ausführlichen Gesprächen klärst du Beschwerden, legst gemeinsam mit den Klient:innen Therapieziele fest und planst die Behandlung. Mit körperzentrierten Techniken stärkst du Selbstregulation, Wohlbefinden und Ressourcen. Du unterstützt Neuorientierungen im Alltag, arbeitest mit Bezugspersonen und anderen Fachpersonen zusammen und führst deine Praxis professionell – inklusive Qualitätsmanagement und Marketing.

Deine Aufgaben lassen sich in folgende Bereiche gliedern:

Alltägliche Tätigkeiten
  • Therapie von Klient:innen mit ganzheitlichen Methoden
  • Wertschätzende, vertrauensvolle Beziehung aufbauen
  • Beschwerden erfassen, Ressourcen erkennen
  • Therapieziele festlegen und Therapiepläne entwickeln
  • Körperzentrierte Berührungs-, Bewegungs-, Atem- und Energiearbeit einsetzen
  • Selbstwahrnehmung und neue Handlungsweisen fördern
Zusammenarbeit & Kommunikation
  • Austausch mit Bezugspersonen der Klient:innen
  • Kooperation mit anderen Fachpersonen und Aufbau von Netzwerken
  • Lösungs- und motivationsbasierte Neuorientierung im Alltag unterstützen
Entwicklung & Professionalität
  • Fachliche und persönliche Weiterentwicklung
  • Eigene Gesundheitsbalance pflegen
  • Professionelles, ethisches Berufsverhalten
Administrative & unternehmerische Aufgaben
  • Praxisführung und Qualitätsmanagement
  • Marketing und Förderung der Gesundheitskompetenz
  • Dokumentation und Terminorganisation
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Hinweis

Teile der Kurskosten zur Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) werden vom Bund rückerstattet: 50% des Kursgeldes (max. CHF 10’500). Zusätzlich können – je nach Voraussetzungen – bis zu CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds beantragt werden. Informationen: OdA KT (Organisation der Arbeitswelt KomplementärTherapie).

Informationen zur Ausbildung

Um als Komplementärtherapeut:in mit eidg. Diplom zu arbeiten, absolvierst du in der Regel eine berufsbegleitende, ca. dreijährige Ausbildung, die zur Höheren Fachprüfung (HFP) führt. Die Qualifikationen werden meist in Form von Kursen erworben.

  • Dauer: ca. 3 Jahre, berufsbegleitend
  • Voraussetzungen (bei Prüfungsantritt): Abschluss Sekundarstufe II oder gleichwertig; Branchenzertifikat der OdA KT (wird im Verlauf der Ausbildung erworben); Berufspraxis in Komplementärtherapie: mind. 2 Jahre bei mind. 50% Pensum (in den letzten 2 Jahren) oder 3 Jahre bei mind. 30% Pensum (in den letzten 3 Jahren); Nachweis von 36 Stunden Supervision (OdA KT-zugelassene Supervisor:innen)
  • Wissenswert: Eine Liste anerkannter Methoden und akkreditierter Bildungsangebote findest du bei der OdA KT. Teile der Kurskosten werden vom Bund rückerstattet.

Mehr Infos: OdA KT, Gateway, berufsberatung.ch

Voraussetzungen (bei Prüfungsantritt)
  • Schulischer Abschluss auf Sekundarstufe II oder gleichwertiger Abschluss
  • Branchenzertifikat der OdA KT (wird in der Ausbildung erworben)
  • Berufspraxis in Komplementärtherapie: mind. 2 Jahre bei ≥50% Pensum (letzte 2 Jahre) oder 3 Jahre bei ≥30% Pensum (letzte 3 Jahre)
  • 36 Stunden Supervision bei OdA KT-zugelassenen Supervisor:innen
Dauer

Rund 3 Jahre, berufsbegleitend

Schulische Bildung

Erwerb der erforderlichen Qualifikationen in Kursen; anerkannte Methoden und Angebote gemäss OdA KT

Berufliche Praxis

Laufende komplementärtherapeutische Praxistätigkeit gemäss den Zulassungsanforderungen zur HFP

Quereinstieg

Berufspraxis in der Komplementärtherapie erleichtert den Einstieg. Informiere dich über OdA KT-akkreditierte Angebote und passende Wege zum Branchenzertifikat und zur HFP.

Herausforderungen im Berufsalltag

Emotionale Abgrenzung wahren

Hohe psychische Belastbarkeit

Physische Belastungen im Praxisalltag

Balance zwischen Therapie und Unternehmertum

Kontinuierliche Weiterbildung nötig

Professionelles Netzwerken aufbauen

Wichtige Kompetenzen

  • Einfühlungsvermögen & Taktgefühl

    Du baust eine vertrauensvolle Beziehung auf und gehst achtsam mit sensiblen Themen um.

  • Interesse an Gesundheit & Arbeit mit Menschen

    Du bringst echte Neugier für Gesundheitsfragen und die Begleitung von Klient:innen mit.

  • Psychische und physische Belastbarkeit

    Du bleibst stabil in emotional fordernden und körperlich intensiven Situationen.

  • Beobachtungsgabe

    Du erkennst feine Veränderungen in Körperwahrnehmung, Haltung und Verhalten.

  • Selbstständigkeit & sicheres Auftreten

    Du führst Behandlungen souverän durch und leitest deine Praxis professionell.

  • Organisationstalent

    Du planst Therapien, Termine und Praxisprozesse effizient.

  • Pädagogisches Geschick, Geduld & Ausdauer

    Du förderst Selbstwahrnehmung und neue Handlungsweisen Schritt für Schritt.

  • Verschwiegenheit & Selbstreflexion

    Du wahrtst Vertraulichkeit und kennst deine Grenzen.

Lohn als Komplementärtherapeut/in HFP

Die verfügbaren Quellen liefern keine offiziellen, nach Erfahrungsstufen aufgeschlüsselten Lohnstatistiken. Der allgemeine Rahmen liegt gemäss Zusammenstellung bei ca. CHF 50’000–78’000 Jahreslohn (entspricht ca. CHF 4’166–6’500 pro Monat). Selbstständige Einkommen variieren je nach Klientel und Angebot.

  • Berufseinsteiger/in (0–2 Jahre): ca. CHF 4’200 – 4’800/Monat
  • Mit Berufserfahrung (3–5 Jahre): ca. CHF 4’900 – 5’800/Monat
  • Erfahrene Fachperson (>5 Jahre): ca. CHF 5’900 – 6’500+/Monat

Hinweis: Richtwerte; tatsächliche Löhne variieren nach Arbeitsort, Pensum, Anstellungsart und Spezialisierung.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Komplementärtherapeut/in HFP

Du kannst dein Profil gezielt schärfen – von Spezialisierungen über anerkannte Kurse bis hin zu Studiengängen an Fachhochschulen. Unten findest du Optionen ohne und mit formaler Weiterbildung.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Spezialisierung im Praxisalltag

Profilschärfung ohne formale Weiterbildung, z. B. Fokus auf spezifische Beschwerdebilder wie Stress- oder Unfallfolgen.

Selbstständigkeit ausbauen

Eigene Praxis auf- oder ausbauen, Klientel entwickeln, Angebotsportfolio optimieren.

Team- oder Praxisleitung

Verantwortung in einer Gemeinschaftspraxis übernehmen und organisatorische Aufgaben leiten.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Kurse bei OdA KT-akkreditierten Anbietern, Spezialisierungen auf Zielgruppen oder Beschwerdebilder sowie – je nach Vorbildung und Zulassung – Studien an Fachhochschulen (z. B. BSc Ernährung und Diätetik, MSc Osteopathie).

Berufsprüfung BP

Kurse und Lehrgänge (BP-Vorstufen) bei OdA KT-anerkannten Anbietern

Laut Quellen gibt es keine spezifische eidg. Berufsprüfung (BP) für Komplementärtherapie. Du kannst jedoch dein Know-how mit zielgerichteten Kursen bei von der OdA KT akkreditierten Bildungsanbietern erweitern.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Bereits auf Stufe Höhere Fachprüfung (HFP)

Die Qualifikation «Komplementärtherapeut/in mit eidg. Diplom» ist eine HFP. Darüber hinaus sind Spezialisierungen auf Zielgruppen (z. B. Säuglinge, Kinder und Jugendliche, risikobelastete Berufsgruppen) oder auf spezifische Beschwerdebilder möglich.

Höhere Fachschule (HF)

Keine spezifischen HF-Bildungsgänge ausgewiesen

Für Komplementärtherapie sind derzeit keine spezifischen Bildungsgänge an Höheren Fachschulen (HF) ausgewiesen. Je nach Vorbildung kommen stattdessen Fachhochschulstudien wie BSc Ernährung und Diätetik oder MSc Osteopathie in Frage (Zulassung je nach FH).

Arbeitsmarkt & Trends

  • Mehrheitlich selbstständige Tätigkeit in eigener oder gemeinsamer Praxis; Anstellungen sind seltener.
  • Einsatzmöglichkeiten auch in interdisziplinären Teams (z. B. Gesundheitszentren, Reha, Spitäler/Kliniken, Sozial- und Erziehungsinstitutionen, betriebliche Gesundheitsförderung).
  • Professionalisierung der Praxisführung: Qualitätssicherung, Vernetzung und Gesundheitskompetenz-Förderung gewinnen an Bedeutung.

Tipps & Tricks

  • Professionelle Abgrenzung: Pflege Empathie mit klaren Grenzen. Supervision hilft, Belastendes zu verarbeiten.
  • Selbstfürsorge: Achte auf dein eigenes Gleichgewicht, um langfristig leistungsfähig zu bleiben.
  • Praxismanagement: Strukturiere Termine, Dokumentation und Qualitätssicherung effizient – das schafft Stabilität.
  • Netzwerken: Baue Beziehungen zu Fachpersonen und Institutionen auf, um Klient:innen optimal zu begleiten.
  • Fortbildung planen: Wähle OdA KT-akkreditierte Kurse und passende Spezialisierungen, um dein Profil zu schärfen.
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