Kinesiologe/-login

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Kinesiologe/-login
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Kinesiologe/-login
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Kinesiologe/-login
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Kinesiologe/-login

Als Kinesiolog:in begleitest du Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen in einem lösungsorientierten, therapeutischen Prozess. Im Gespräch analysierst du die Ausgangslage und definierst gemeinsam mit den Klient:innen das Therapieziel. Typisch für die Methode ist die Orientierung am Muskeltonus: Mit Muskeltests erkennst du Spannungen und Veränderungen im Prozess unmittelbar. Du arbeitest mit sanften Ausgleichstechniken wie Berühren, Klopfen und Massieren von Akupunkturpunkten und förderst die bewusste Wahrnehmung von Atmung und Bewegung. Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Behandlung werden in den Alltag integriert, um nachhaltige Veränderungen zu verankern.

Alltägliche Aufgaben
  • Klient:innen im Gespräch begleiten, Ausgangslage erfassen und Therapieziel festlegen.
  • Muskelspannung testen und Veränderungen im Prozess unmittelbar erkennen.
  • Behandlung in Alltagskleidung auf Liege, im Sitzen oder Stehen.
Medizinisch/therapeutisch
  • Sanfte kinesiologische Techniken (Berühren, Klopfen, Massieren von Akupunkturpunkten) anwenden.
  • Wahrnehmung von Atmung und Bewegung fördern; Körperübungen und Entspannung anleiten.
  • Zusammenhänge zwischen Situationen, Verhalten und Beschwerden erforschen.
Ressourcenorientiert & Integration
  • Individuelle Ressourcen identifizieren und stärken.
  • Therapieerfahrungen in den Alltag übertragen und nachhaltig verankern.
  • Behandlungsplan erstellen und Fortschritte dokumentieren.

Informationen zur Ausbildung

Die Ausbildung zur Kinesiologin / zum Kinesiologen erfolgt in der Regel berufsbegleitend und führt zum Branchenzertifikat KomplementärTherapie (KT). Sie kombiniert methodenspezifische Inhalte mit dem «Tronc Commun» (natur-, sozial- und berufskundliche Grundlagen) und beinhaltet praktische Anteile.

Voraussetzungen
  • Abgeschlossene Grundbildung (EFZ) oder Mittelschulabschluss.
  • Oft gefordert: Mindestalter ca. 20 Jahre.
  • Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Diskretion; gepflegtes Auftreten.
  • Je nach Schule: Vorbildung in «Touch for Health I–III» und «EDU-Kinesiologie».
Dauer

In der Regel 3–4 Jahre berufsbegleitend (alternativ ca. 1 Jahr Vollzeit).

Schulische Bildung (Tronc Commun & Methode)

Methodenspezifische Kinesiologie-Module sowie «Tronc Commun» mit naturwissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen und berufsspezifischen Grundlagen.

Berufliche Praxis & Supervision

Praktikum ist Bestandteil der Ausbildung zum Branchenzertifikat KomplementärTherapie; begleitende Supervision während der Berufspraxis.

Abschluss & Perspektive

Abschluss mit Branchenzertifikat KomplementärTherapie (KT). Nach mehrjähriger Praxis und Supervision: Höhere Fachprüfung (HFP) Komplementärtherapeut/in mit eidgenössischem Diplom möglich.

Quereinstieg

Berufsbegleitende Struktur erleichtert Quereinstieg; vorhandene Kompetenzen können je nach Schule angerechnet werden (Grundvoraussetzungen bleiben erforderlich).

Herausforderungen im Berufsalltag

Individuell auf Klient:innen eingehen

Grenzen der Methode akzeptieren

Praxisführung und Administration meistern

Resultate nicht immer planbar

Professioneller Umgang mit Erwartungen

Kontinuierliche Selbstreflexion nötig

Wichtige Kompetenzen

  • Einfühlungsvermögen & Beobachtungsgabe

    Du nimmst feine Veränderungen wahr und gehst auf Menschen und ihre Bedürfnisse ein.

  • Interesse an Gesundheitsfragen

    Hohe Motivation für Therapie, Prävention und ganzheitliche Gesundheit.

  • Manuelles Geschick

    Präzise, sanfte Techniken sicher und wirksam anwenden.

  • Ausdauer & Geduld

    Therapieprozesse begleiten, auch wenn Fortschritte schrittweise sichtbar werden.

  • Vertrauenswürdigkeit & Diskretion

    Vertrauliche Informationen schützen und professionelle Beziehungen pflegen.

  • Belastbarkeit

    Körperliche und psychische Stabilität im Praxisalltag.

  • Kommunikationsfähigkeit

    Ziele klären, verständlich erklären und Klient:innen ressourcenorientiert begleiten.

  • Selbstreflexion

    Eigenes Handeln kritisch prüfen und Qualität sichern.

Lohn als Kinesiologe/-login

Die Löhne variieren je nach Region, Anstellungsart (angestellt vs. selbständig), Praxisgrösse und Erfahrung. Richtwerte für die Schweiz (Monatslohn brutto):

  • Einstiegslevel (1–3 Jahre): ca. CHF 5’732
  • Mittlere Erfahrung: ca. CHF 7’925
  • Senior-Level (8+ Jahre): ca. CHF 9’704

Diese Bandbreiten dienen als Orientierung und können individuell abweichen.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Kinesiologe/-login

Du kannst dich ohne formale Zusatzabschlüsse fachlich profilieren (z. B. Spezialisierungen, Praxisentwicklung) oder über die Höhere Fachprüfung (HFP) zum eidg. Diplom als Komplementärtherapeut:in gelangen. Details zu beiden Wegen findest du unten.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Spezialisierung

Fokussiere dich auf Schwerpunkte wie Stressbewältigung, Lern- und Konzentrationsthemen, Schmerz- und Verspannungsbeschwerden oder sportliche Leistungsoptimierung.

Eigene Praxis ausbauen

Positionierung, Qualitätsmanagement und Kundengewinnung stärken deine Selbstständigkeit und Sichtbarkeit im Markt.

Kurse & Workshops leiten

Vermittle Grundlagen der Kinesiologie (z. B. Atmung, Entspannung, Selbsthilfetechniken) an Gruppen zur Prävention und Gesundheitsförderung.

Team- und Netzwerkarbeit

Kooperiere mit Ärzt:innen, Therapeut:innen, Schulen, Vereinen oder Betrieben und baue ein interdisziplinäres Netzwerk auf.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Mit der HFP Komplementärtherapeut:in vertiefst du deine Fachkompetenz, übernimmst komplexere Fälle und stärkst deine Position im Gesundheitswesen.

Berufsprüfung BP

Keine spezifische Berufsprüfung (BP) vorgesehen

Für Kinesiolog:innen ist aktuell keine spezifische eidgenössische Berufsprüfung (BP) etabliert. Die anerkannte höhere Qualifikation führt über die Höhere Fachprüfung (HFP) zur/zum Komplementärtherapeut:in mit eidgenössischem Diplom.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Komplementärtherapeut/in HFP (eidg. Diplom)

Vertieftes professionelles Arbeiten in der Methode, erweiterte Verantwortung in Diagnostik, Behandlungsplanung, Dokumentation und Qualitätssicherung sowie interprofessionelle Zusammenarbeit. Zugang in der Regel über Branchenzertifikat KomplementärTherapie und nachgewiesene Berufspraxis mit Supervision.

Höhere Fachschule (HF)

Keine einschlägige HF in Kinesiologie

Für Kinesiologie existiert keine spezifische Höhere Fachschule (HF). Verwandte HF-/Hochschulangebote (z. B. in Gesundheit, Bewegung, Psychologie) können je nach individueller Zielsetzung eine Ergänzung sein, ersetzen jedoch nicht den kinesiologischen Abschlussweg (Branchenzertifikat KT → HFP).

Arbeitsmarkt & Trends

  • Viele Kinesiolog:innen arbeiten selbständig; betriebswirtschaftliche Kompetenzen und Kundengewinnung sind zentral.
  • Wachsende Sensibilisierung für KomplementärTherapie kann die Nachfrage fördern – regional unterschiedlich.
  • Qualitätssicherung und anerkannte Abschlüsse (Branchenzertifikat KT, HFP) gewinnen an Bedeutung.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit (z. B. mit Medizin, Psychologie, Bewegung) nimmt zu.

Tipps & Tricks

  • Ausbildungswahl: Achte auf odA-KT-konforme Schulen und klare Praxisanteile (Tronc Commun, Praktikum, Supervision).
  • Praxisaufbau: Plane Marketing, Buchhaltung und Qualitätssicherung von Beginn an – Businessplan hilft.
  • Netzwerk: Kooperiere mit Ärzt:innen, Therapeut:innen, Vereinen und Betrieben für Zuweisungen.
  • Dokumentation: Klare Ziele, Verlaufsdokumentation und Evaluation erhöhen Wirksamkeit und Transparenz.
  • Selbstfürsorge: Supervision, Intervision und Grenzen setzen, um gesund zu bleiben.
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