Human Präparator/in BP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Human Präparator/in BP
  • Hinweis
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Human Präparator/in BP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Human Präparator/in BP

Als Human Präparator/in BP arbeitest du in Anatomie, Pathologie oder Rechtsmedizin. Du assistierst bei der Untersuchung von Verstorbenen, entnimmst, präparierst und konservierst Gewebe, Knochenteile und Organe und richtest Verstorbene für die Bestattung her. Du hältst strenge Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ein, gehst verantwortungsvoll mit Chemikalien und modernem Equipment (z. B. CT) um und trägst mit deiner präzisen Arbeit zu medizinischen und rechtsmedizinischen Abklärungen bei.

Je nach Institution übernimmst du auch organisatorische Aufgaben, leitest Teile des medizintechnischen Teams, betreust Studierende während Praktika und wirkst an Forschungsprojekten mit.

Medizinische Tätigkeiten
  • Leichenschau durchführen und Todesursache prüfen
  • Im rechtsmedizinischen Bereich natürliche vs. unnatürliche Todesart feststellen und bei der Ermittlung der Todesursache assistieren
  • Organe/Gewebe für Forschung und Medizinstudium entnehmen und konservieren
  • Einsatz von Computertomographen zur Erstellung von 3D-Bildern
  • Pflege und Unterhalt bestehender Organpräparate
Bestattungsvorbereitung
  • Verschliessen (Zunähen) nach Obduktion
  • Verstorbene für Bestattung herrichten (z. B. einsargen, einbalsamieren)
Bildung und Forschung
  • Studierende während Praktika betreuen
  • Mitarbeit an Forschungsprojekten und Bereitstellung von Anschauungsmaterial
Organisation & Administration
  • Medizin-technisches Team leiten, Dienstpläne erstellen
  • Einarbeitung neuer Mitarbeitender
  • Materialversorgung sicherstellen; fachgerechte Entsorgung von Material und Chemikalien
  • Geräte warten und Statistiken/Formalitäten erledigen
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Hinweis

Die Qualifikationen für die Berufsprüfung werden in der Regel im Selbststudium während einer Anstellung am Institut erworben. Ein Teil der Kurskosten wird vom Bund rückerstattet: Absolvent/innen einer Berufsprüfung können 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500.–) geltend machen; zusätzlich sind CHF 4’000.– aus dem Weiterbildungsfonds möglich (sofern Mitgliedsfirma).

Informationen zur Ausbildung

Die Vorbereitung auf die Berufsprüfung (BP) erfolgt in der Regel berufsbegleitend während einer Anstellung an einem anatomischen, rechtsmedizinischen oder pathologischen Institut. Die notwendigen Qualifikationen werden überwiegend im Selbststudium erworben. Die Ausbildungsdauer beträgt typischerweise 3 Jahre bei 100%-Anstellung.

Mehr Details findest du hier: Beschreibung bei gateway.one und Profil bei berufsberatung.ch.

Voraussetzungen für die Prüfung
  • Abgeschlossene berufliche Grundbildung und 3 Jahre Vollzeit-Praxis als Human Präparator/in oder mindestens 6 Jahre Vollzeit-Praxis als Human Präparator/in
  • Nachweis von 150 Autopsien
  • Praktikum von mind. 2 Wochen in einem anderen Institut
  • Persönliche Anforderungen: exakte Arbeitsweise, geschickte Hände, psychische und physische Belastbarkeit, Verschwiegenheit
Dauer

In der Regel 3 Jahre bei 100%-Anstellung, berufsbegleitend am Institut.

Schulische Bildung

Die für die Prüfung erforderlichen Qualifikationen werden überwiegend im Selbststudium erworben.

Berufliche Praxis

Anstellung an einem anatomischen, rechtsmedizinischen oder pathologischen Institut; Lernen im Arbeitsumfeld mit praxisnaher Anwendung.

Abschluss

Human Präparator/in mit eidgenössischem Fachausweis (BP).

Quereinstieg

Informationen zu allfälligen spezifischen Vorbildungen und Anrechnungen sind der jeweiligen Prüfungsordnung und den Anbietenden zu entnehmen.

Herausforderungen im Berufsalltag

Emotionale Belastung

Umgang mit Verstorbenen

Arbeit mit Chemikalien

Strenge Hygienevorschriften

Präzision unter Zeitdruck

Interdisziplinäre Teamarbeit

Unregelmässige Arbeitszeiten

Wichtige Kompetenzen

  • Psychische Belastbarkeit

    Du bleibst stabil bei emotional herausfordernden Situationen, z. B. beim Umgang mit verstorbenen Kindern oder jungen Menschen.

  • Präzision und Sorgfalt

    Exakte Arbeitsweise und hohes Qualitätsbewusstsein bei Präparation, Konservierung und Dokumentation.

  • Manuelles Geschick

    Feinmotorik und sicheres Arbeiten mit empfindlichem Gewebe und Material.

  • Hygiene- und Sicherheitsbewusstsein

    Strikte Einhaltung von Hygienevorschriften und sicherer Umgang mit Chemikalien.

  • Verschwiegenheit und Ethik

    Diskretion im Umgang mit sensiblen Informationen und respektvoller Umgang mit Verstorbenen und Angehörigen.

  • Team- und Kommunikationsfähigkeit

    Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams (Pathologie, Rechtsmedizin, Anatomie) und verlässliche Kommunikation.

  • Ausdauer und Geduld

    Konzentriertes Arbeiten über längere Zeiträume, auch unter Zeitdruck.

  • Interesse an Naturwissenschaften

    Freude an präziser, naturwissenschaftlich geprägter Arbeit und am technischen Gerät.

Lohn als Human Präparator/in BP

Die Löhne variieren je nach Erfahrung, Institution und Kanton. Die folgenden Werte basieren auf verfügbaren Angaben für die Schweiz:

  • Einsteiger/in (bis ca. 1 Jahr): ca. CHF 3’910 pro Monat
  • Mit erster Berufserfahrung (ca. 1–5 Jahre): ca. CHF 4’700 pro Monat
  • Mit mehrjähriger Berufserfahrung (ca. 6–10 Jahre): ca. CHF 5’800 – 6’800 pro Monat
  • Experte/in (über 10 Jahre): ca. CHF 7’500 – 9’500 pro Monat (je nach Funktion und Verantwortung)

Die tatsächlichen Löhne hängen u. a. vom Arbeitsort (Universitätsinstitut, Rechtsmedizin, privates Labor), vom Verantwortungsbereich und von der individuellen Verhandlung ab.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen

Als Human Präparator/in BP entwickelst du dich vor allem über Spezialisierungen in Anatomie, Pathologie oder Rechtsmedizin, über Leitungsaufgaben sowie über Fachkurse im In- und Ausland weiter. Eine spezifische HFP existiert derzeit nicht; die Laufbahn verläuft praxis- und verantwortungsorientiert.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Spezialisierung in einzelnen Fachbereichen, Übernahme von Verantwortung im Betrieb (z. B. Teamleitung, Prozess- und Qualitätsaufgaben) sowie Ausbildungs- und Betreuungstätigkeiten.

Spezialisierung

Mit wachsender Erfahrung kannst du dich in Anatomie, Pathologie oder Rechtsmedizin profilieren und deine Expertise gezielt vertiefen.

Teamführung

Übernahme von Leitungsaufgaben, z. B. Einsatzplanung, Einarbeitung neuer Mitarbeitender und Qualitäts- bzw. Prozessverantwortung.

Ausbildung & Praxisanleitung

Betreuung und Anleitung von Studierenden und neuen Teammitgliedern sowie Mitarbeit in der internen Aus- und Weiterbildung.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Fachkurse und Zertifikate (z. B. über VSHP/VDP oder internationale Institute) zur Vertiefung von Präparationstechniken, Konservierungsmethoden, Arbeitssicherheit und Qualität. Laufbahnoptionen über Spezialisierung, Forschungstätigkeiten und Führungsaufgaben.

Berufsprüfung BP

Berufsprüfung Human Präparator/in (aktuelles Niveau)

Die Tätigkeit basiert auf der Berufsprüfung (BP) mit eidg. Fachausweis. Aufbau und Vertiefung der Kompetenzen erfolgen primär über die Praxis, interne Verantwortungsübernahme und fachliche Spezialisierung.

Fachkurse und Vertiefungen (VSHP/VDP)

Kurse des Verbands Schweizerischer Human Präparatoren (VSHP), des Verbands Deutscher Präparatoren (VDP) und weiterer Institute im In- und Ausland zur Vertiefung spezifischer Techniken und Standards.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Höhere Fachprüfung (HFP)

Für Human Präparator/innen besteht aktuell keine spezifische HFP in der Schweiz. Karriereentwicklung erfolgt über Spezialisierung (Anatomie, Pathologie, Rechtsmedizin), Leitungsaufgaben und Weiterbildungskurse.

Höhere Fachschule (HF)

HF-/FH-Perspektiven

Direkte HF-/FH-Weiterbildungen sind für Human Präparator/innen nicht vorgesehen. Ein Quereinstieg in verwandte Studiengänge kann je nach Vorbildung und Zulassungsbedingungen einzelner Schulen möglich sein; dazu sind meist zusätzliche Qualifikationen erforderlich.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Es gibt nur wenige spezialisierte Arbeitsstellen in Anatomie, Pathologie und Rechtsmedizin.
  • Je nach Arbeitsort sind Einsätze an Wochenenden und Feiertagen erforderlich.
  • Der Einsatz moderner Bildgebung (z. B. CT) und standardisierter Konservierungsmethoden prägt die Praxis.
  • Aufgabenprofil variiert je nach Fachbereich: Ausbildung/Forschung (Anatomie), Diagnostik (Pathologie) oder forensische Abklärung (Rechtsmedizin).

Tipps & Tricks

Selbstfürsorge und Psychohygiene: Plane bewusst Ausgleich ein und nutze Supervision/Team-Austausch, um emotionale Belastungen zu verarbeiten.

Hygiene und Sicherheit zuerst: Befolge SOPs, trage Schutzausrüstung korrekt und halte den sicheren Umgang mit Chemikalien konsequent ein.

Dokumentation & Qualität: Führe präzise Protokolle, pflege Präparate sorgfältig und halte Wartungen sowie Materialflüsse im Blick.

Vernetzung: Nutze Angebote des VSHP und internationaler Fachverbände für fachlichen Austausch und aktuelle Standards.

Lernstrategie im Selbststudium: Strukturiere Lernziele, dokumentiere Fallpraxis und bereite dich systematisch auf die Berufsprüfung vor.

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