Hörsystemspezialist/in BP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Hörsystemspezialist/in BP
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Hörsystemspezialist/in BP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Hörsystemspezialist/in BP
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Hörsystemspezialist/in BP
Als Hörsystemspezialist/in berätst du hörbeeinträchtigte Menschen, führst präzise Hörmessungen durch und passt Standard- und Spezialhörsysteme samt Zubehör individuell an. Du nimmst Ohrabformungen, optimierst Einstellungen am Computer und begleitest Kundinnen und Kunden über längere Zeit. Zusätzlich entwickelst du Präventions- und Gehörschutzkonzepte, führst Audiotherapien durch und arbeitest eng mit Ärzt:innen, Institutionen und Versicherungen zusammen. Häufig leitest du ein eigenes Geschäft oder eine Filiale, bildest Nachwuchs aus und übernimmst administrative sowie betriebswirtschaftliche Aufgaben.
- Beratung von hörbeeinträchtigten Personen zu passenden Hörsystemen und Hilfsmitteln
- Durchführen von Audiotherapien und Schulungen zur Gerätebedienung
- Erarbeiten von Gehörschutzkonzepten in lärmbelasteten Betrieben
- Hörmessungen mit geeigneten Messverfahren durchführen und auswerten
- Hörsysteme und Zubehör anpassen, einstellen und feinabstimmen
- Ohrabformungen und Modellieren des äusseren Ohrs zur optimalen Passform
- Leitung eines Hörakustikbetriebs oder einer Filiale
- Führen und Ausbilden von Mitarbeitenden, Nachwuchsförderung
- Qualitätssicherung, Termin- und Ressourcenplanung
- Enge Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Gesundheitsinstitutionen und Versicherungen
- Kundendossiers führen, Korrespondenz und Abrechnung erledigen
- Werbung und Kundenakquisition steuern
Hinweis
Die Vorbereitung auf die Berufsprüfung (BP) erfolgt berufsbegleitend in Kursen und «on the job». Je nach Anbieter dauert der Lehrgang in der Regel rund 1 Jahr; es existieren auch mehrstufige Modelle. Ein Teil der Kurskosten kann vom Bund rückerstattet werden (subjektorientierte Bundessubventionen; bis zu 50% der anrechenbaren Kursgebühren, gemäss aktueller Regelung). Details zu Dauer, Struktur und Finanzierung geben die Anbieter (z. B. akademie hörenschweiz) sowie die Verbände (Akustika, Hörsystemakustik Schweiz).
Informationen zur Ausbildung
Die für die Berufsprüfung (BP) erforderlichen Qualifikationen erwirbst du in berufsbegleitenden Kursen und «on the job». Die praktische Ausbildung erfolgt typischerweise in einem Hörgeräte-Fachgeschäft; die Theorie z. B. an der akademie hörenschweiz. Je nach Anbieter dauert die Prüfungsvorbereitung in der Regel etwa 1 Jahr; es bestehen auch mehrstufige Modelle.
Zulassung bei Prüfungsantritt: EFZ als Hörsystemakustiker/in oder gleichwertiger Abschluss; zusätzlich mindestens 2 Jahre Berufserfahrung im Gebiet (alternativ Abschluss Sekundarstufe II und mind. 5 Jahre einschlägige Erfahrung) sowie Ausweis als Berufsbildner/in (oder gleichwertige kantonale Anerkennung).
Weitere Informationen findest du bei den Verbänden und Anbietern: berufsberatung.ch und gateway.one.
- EFZ Hörsystemakustiker/in oder gleichwertige Qualifikation
- Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung im Gebiet (oder Sekundarstufe-II-Abschluss und mind. 5 Jahre einschlägige Berufserfahrung)
- Ausweis als Berufsbildner/in (oder gleichwertige kantonale Anerkennung)
Berufsbegleitende Prüfungsvorbereitung – je nach Anbieter in der Regel ca. 1 Jahr; es existieren auch mehrstufige Modelle.
Kurse an der akademie hörenschweiz (Zürich) bzw. gemäss Anbieter; Inhalte u. a. Hörsysteme, Messmethoden, Tinnitus/Ohrhygiene, Unternehmensführung.
«On the job» in einem Hörgeräte-Fachgeschäft: Anwendung von Messverfahren, Anpassungen, Kundenberatung und Nachbetreuung.
- Eigene und vorgegebene Fallstudien
- Lärmmessung (Fallbeispiel)
- Tinnitus und Ohrhygiene (Fallbeispiel)
- Ohrabformung sowie Funktionsprüfung von Hörsystemen und Zubehör
- Unternehmensführung, Administration
- Ausbildung, Führung und Entwicklung von Mitarbeitenden
Hörsystemspezialist/in mit eidg. Fachausweis (BP)
Herausforderungen im Berufsalltag
Geduld bei ausbleibendem Fortschritt
Hohe Kommunikationsanforderungen
Technologie im steten Wandel
Feinmotorik und Präzision gefordert
Beratung und Verkauf vereinen
Koordination mit Ärzten und Versicherungen
Wichtige Kompetenzen
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Technisches Verständnis & manuelles Geschick
Du beherrschst Messverfahren, Geräteeinstellungen und präzise Ohrabformungen.
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Kundenorientierung & Beratung
Du findest bedürfnisgerechte Lösungen und erklärst verständlich Funktionen und Nutzen.
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Kontaktfreude & Kommunikationsstärke
Im Austausch mit Kund:innen, Ärzt:innen und Versicherungen agierst du empathisch und klar.
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Organisationstalent & kaufmännisches Geschick
Du führst Dossiers, planst Termine, kennst betriebliche Abläufe und Kosten.
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Selbstständigkeit & Verantwortungsbewusstsein
Du triffst fundierte Entscheidungen und trägst Verantwortung für Anpassungserfolg.
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Analytisches Denken
Du interpretierst Messergebnisse und leitest daraus optimale Einstellungen ab.
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Einfühlungsvermögen & Geduld
Du begleitest Menschen langfristig – auch wenn Fortschritte Zeit brauchen.
-
Ordnungssinn & Hygienebewusstsein
Sauberes, strukturiertes Arbeiten ist für Qualität und Sicherheit unabdingbar.
Lohn als Hörsystemspezialist/in BP
Die nachfolgenden Werte basieren auf Erfahrungsstufen im Berufsfeld der Hörakustik und berücksichtigen den eidg. Fachausweis (BP):
- Einstieg nach BP (ca. 2–5 Jahre Gesamterfahrung): ca. CHF 6’250 pro Monat (brutto)
- Mit 3–5 Jahren Erfahrung als BP (ca. 5–8 Jahre gesamt): ca. CHF 7’080 pro Monat (brutto)
- Mit über 9 Jahren Erfahrung oder in Leitungsfunktion: ca. CHF 7’915+ pro Monat (brutto)
Die effektive Lohnhöhe variiert je nach Region, Arbeitgeber, Verantwortung und individueller Leistung.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Hörsystemspezialist/in BP
Mit dem eidg. Fachausweis stehen dir Spezialisierungen, Führungsaufgaben und internationale Bildungswege offen. Im Folgenden findest du Optionen ohne zusätzliche formale Abschlüsse sowie Möglichkeiten mit weiterführender Qualifizierung.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Mit wachsender Berufserfahrung kannst du dich z. B. auf Pädakustik (Hörberatung für Kinder) oder Audiotherapie fokussieren.
Übernimm Verantwortung für Mitarbeitende, Optimerung von Abläufen und die Qualitätssicherung in einer Filiale.
Führe ein eigenes Hörakustik-Fachgeschäft und baue regionale Partnerschaften mit Ärzt:innen und Versicherungen auf.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Von Verbandskursen über internationale Meistervorbereitung bis zum Bachelor im Ausland – so kannst du dein Profil ausbauen.
Berufsprüfung BP
Eine zusätzliche BP im gleichen Spezialgebiet ist nicht vorgesehen. Sinnvoll sind Kurse und Seminare der Verbände (Akustika, Verband Hörakustik Schweiz VHS, Hearing Systems Manufacturers HSM) sowie Hersteller-Schulungen im In- und Ausland, um Fachwissen und Zertifizierungen zu erweitern.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Meistervorbereitung mit Diplom «A.E.A.-Europa-Hörakustiker/in», z. B. an der Akademie für Hörgeräte-Akustik in Lübeck (D). Diese Qualifikation erweitert die fachliche Tiefe und eröffnet internationale Perspektiven.
Höhere Fachschule (HF)
Ein HF-Studiengang in Hörakustik ist in der Schweiz nicht etabliert. Möglich ist ein Bachelor of Science Hörakustik in Deutschland (z. B. Lübeck oder Oldenburg) zur akademischen Vertiefung.
Arbeitsmarkt & Trends
- Gute Aussichten: ausreichendes Stellenangebot für qualifizierte Fachpersonen im Hörakustikbereich.
- Demografie: steigende Lebenserwartung erhöht den Bedarf an Hörlösungen.
- Zunahme jüngerer Hörgeschädigter: wachsende Nachfrage nach Beratung, Prävention und Anpassungen.
- Technologischer Fortschritt: rasche Innovationszyklen erfordern kontinuierliche Weiterbildung.
- Einsatzfelder: Fachgeschäfte, Filialleitungen, eigene Betriebe sowie Anstellungen in Spitälern.
Tipps & Tricks
- Messungen standardisieren: Arbeite mit klaren Protokollen, um Vergleichbarkeit und Qualität zu sichern.
- Kundenerwartungen managen: Erkläre Anpassungsschritte und Eingewöhnungsphasen transparent und verständlich.
- Feinabstimmung dokumentieren: Halte Änderungen an Einstellungen exakt fest – das erleichtert Folgeanpassungen.
- Netzwerk pflegen: Regelmässiger Austausch mit HNO-Praxen, Versicherungen und Herstellern beschleunigt Lösungen.
- Technik-Updates nutzen: Besuche Verbands- und Herstellerkurse, um bei Messmethoden und Geräten aktuell zu bleiben.
