Gerontologe/-login
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Gerontologe/-login
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Gerontologe/-login
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Gerontologe/-login
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Gerontologe/-login
Gerontolog:innen sind Fachpersonen für Fragen rund um Alter und Altern. Sie arbeiten interdisziplinär an Schnittstellen von Gesundheit, Sozialem, Bildung, Architektur, Verwaltung und Politik. In Alters- und Pflegezentren begleiten sie ältere Menschen im Alltag, fördern Selbstständigkeit und Lebensqualität und beraten in kritischen Lebenssituationen. In Gemeinden, Institutionen oder Projekten entwickeln sie Konzepte für altersgerechtes Wohnen, Prävention, Betreuungsformen und Sozialkontakte und setzen diese mit Partnern um. Auch Unterricht in der Erwachsenenbildung und Beratung von Angehörigen gehören zum Berufsalltag.
- Begleiten und Unterstützen älterer Menschen im Alltag
- Fördern von Selbstständigkeit und Gesundheitsprävention
- Individuelle Beratung in kritischen Lebenssituationen
- Einzel- und Gruppenberatung, z. B. bei Pflegebedürftigkeit
- Leiten von Angehörigengruppen, Vermitteln von Unterstützungsangeboten
- Koordination mit Gemeinden, Sozialdiensten und Fachstellen
- Entwickeln altersgerechter Wohn- und Betreuungsformen
- Konzeptarbeit zu Prävention, Demenz, sozialer Teilhabe
- Planung und Umsetzung interdisziplinärer Projekte mit Partnern
- Erhalt und Förderung von Sozialkontakten
- Durchführen von Schulungen/Unterricht in der Erwachsenenbildung
- Engagement in Institutionen, Kirchgemeinden und Community-Arbeit
- Begleitung und Pflege bei gesundheitlichen Einschränkungen
- Spezifische Betreuung von Menschen mit Demenz
- Umsetzung von Präventionsmassnahmen im Alter
Hinweis
Es gibt keine eidgenössisch reglementierte Ausbildung «Gerontologe/-login». Die gerontologische Qualifikation ist eine Zusatzweiterbildung auf Basis einer bestehenden Grundausbildung und Berufserfahrung. Umfang, Inhalte, Dauer, Kosten und Abschlüsse variieren je nach Anbieter. Vergleiche die Angebote sorgfältig und informiere dich direkt bei den Bildungsinstitutionen.
Nützliche Adressen und Übersichten zu Weiterbildungen: berufsberatung.ch, Gerontologie CH, Zentrum für Gerontologie (UZH), Gateway.
Informationen zur Ausbildung
Gerontologie ist in der Schweiz keine eidgenössisch reglementierte Grundbildung, sondern eine Zusatzqualifikation. Die Lehrgänge sind praxisorientiert und interdisziplinär.
- Voraussetzungen: Mehrjährige Berufserfahrung in einem verwandten Fachgebiet; Abschluss auf Tertiärstufe oder Sekundarstufe II; häufig parallele oder geplante Tätigkeit in der Altersarbeit; Aufnahmeverfahren.
- Dauer: In der Regel 1–3 Jahre, berufsbegleitend.
- Bildungsgänge & Inhalte: Praxisnahe, interdisziplinäre Module (z. B. Psychologie, Gerontopsychiatrie, Physiologie, Pflege, Kommunikation, Management, Soziologie).
- Abschluss: Zertifikat oder Diplom des Anbieters, z. B. «Gerontologische/r Fachmann/-frau SGIPA»; an Fachhochschulen z. T. Master of Advanced Studies (MAS) in Gerontologie.
Details und Anbieterlisten findest du bei berufsberatung.ch und Gateway.
- Mehrjährige Berufserfahrung in einem verwandten Fachgebiet
- Abschluss auf Tertiärstufe oder Sekundarstufe II
- Häufig parallele oder geplante Tätigkeit in der Altersarbeit
- Aufnahmeverfahren je nach Anbieter
1 bis 3 Jahre, berufsbegleitend
Praxisorientierte, interdisziplinäre Lehrgänge mit Inhalten wie Psychologie, Gerontopsychiatrie, Physiologie, Pflege, Kommunikation, Management, Soziologie u. a.
Zertifikat bzw. Diplom des jeweiligen Anbieters; möglich sind auch Nachdiplomabschlüsse wie ein MAS FH in Gerontologie.
Eine berufsnahe Tätigkeit ist vorteilhaft, um Theorie direkt in der Praxis umzusetzen.
Für viele Berufe sinnvoll zur Ergänzung des bestehenden Tätigkeitsfelds. Konkrete Zulassungsvoraussetzungen variieren – Auskünfte erteilen die Bildungsinstitute.
Herausforderungen im Berufsalltag
Emotionale Belastung und Abschiednehmen
Interdisziplinäre, komplexe Fragestellungen
Professionelle Distanz wahren
Parallel Projekte und Beratung
Umgang mit Demenz und Krisen
Unterschiedliche Anspruchsgruppen koordinieren
Ressourcenknappheit im System
Wichtige Kompetenzen
-
Empathie und Interesse an Menschen
Du begegnest älteren Menschen respektvoll, hörst aktiv zu und nimmst Bedürfnisse ernst.
-
Geduld und Ausdauer
Du bleibst ruhig, auch wenn Prozesse länger dauern oder repetitiv sind.
-
Taktgefühl und gute Umgangsformen
Du agierst wertschätzend, sensibel und situationsgerecht – auch in heiklen Momenten.
-
Belastbarkeit und Selbstständigkeit
Du hältst Druck und emotional anspruchsvolle Situationen aus und setzt Prioritäten.
-
Vernetztes, interdisziplinäres Denken
Du verstehst gesundheitliche, soziale, rechtliche und bauliche Aspekte im Zusammenhang.
-
Interesse an Gesundheitsfragen
Du kennst Grundlagen zu Prävention, Pflege und Geriatrie und entwickelst sie weiter.
-
Persönliche Reife und Abgrenzung
Du kennst deine Grenzen, wahrst professionelle Distanz und reflektierst dein Handeln.
-
Kommunikations- und Beratungskompetenz
Du vermittelst zwischen Anspruchsgruppen, moderierst Gruppen und berätst lösungsorientiert.
Lohn als Gerontologe/-login
Der Lohn variiert je nach Arbeitsbereich (z. B. Gesundheitswesen, Sozialarbeit, Bildung, Beratung/Forschung), Arbeitgeber, Kanton, Erfahrung und Weiterbildungen.
- Berufseinsteiger:in (0–2 Jahre): ca. CHF 5’500 – 6’500/Monat
- Mit Berufserfahrung (3–10 Jahre): ca. CHF 6’500 – 7’800/Monat
- Erfahrene/Spezialist:in & Führung (>10 Jahre, mit Vertiefungen): ca. CHF 7’800 – 9’500+/Monat
Diese Einschätzungen basieren auf verfügbaren Angaben zu gerontologischen Weiterbildungen (z. B. CAS/MAS) und verwandten Berufsfeldern.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Gerontologe/-login
Du kannst dich sowohl durch Erfahrung im Beruf als auch über gezielte Weiterbildungen weiterentwickeln. Nachfolgend findest du Möglichkeiten ohne zusätzliche Abschlüsse sowie mit formalen Weiterbildungen.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Mit wachsender Berufserfahrung erweitern sich Verantwortungsbereiche: Spezialisierung auf Zielgruppen/Themen, Projektleitung, Beratung von Gemeinden/Institutionen, freischaffende Mandate oder Unterrichtstätigkeit.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich ohne formale Zusatzabschlüsse auf Themen wie Demenz, Gesundheitsprävention, Altersarmut oder Generationenmanagement fokussieren und als Ansprechperson im Team wirken.
Übernimm Verantwortung in Projekten (z. B. altersgerechtes Wohnen, Case Management, Gemeindeprogramme) und koordiniere interdisziplinäre Teams.
Baue deine Rolle in der Fachberatung für Gemeinden, Sozialdienste, Kirchgemeinden oder Pflegezentren aus – z. B. bei der Entwicklung von Alterskonzepten.
Mit fundierter Praxis kannst du als freischaffende:r Gerontolog:in Mandate in Beratung, Konzeptentwicklung und Schulung übernehmen.
Engagiere dich in der Erwachsenenbildung, führe Schulungen für Teams und Angehörige durch und wirke in der Öffentlichkeitsarbeit mit.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Vielfältige Angebote von Careum Weiterbildung, Curaviva, Pro Senectute Schweiz, BFH Institut Alter, Gerontologie CH oder dem ZfG der Universität Zürich. Auf Nachdiplomstufe bieten FH/UH/ETH CAS, DAS oder MAS in Bereichen wie Geriatrie, Gerontopsychiatrie, Generationenmanagement, Demenz oder Changemanagement an.
Berufsprüfung BP
Für Gerontolog:innen existiert derzeit keine eidgenössische Berufsprüfung. Die Qualifizierung erfolgt über zertifizierte Weiterbildungen (z. B. CAS/Diplome) je nach Anbieter.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Gerontologie ist nicht als HFP geregelt. Vertiefungen erfolgen über Nachdiplomstudien an Fachhochschulen/Universitäten (z. B. CAS/MAS in gerontologischen Themen).
Höhere Fachschule (HF)
Gerontologie ist eine Zusatzqualifikation. Häufig bildet eine bestehende Berufsbildung auf Sek-II- oder Tertiärstufe die Grundlage; darauf aufbauend folgen gerontologische Weiterbildungen (CAS/Diplome/MAS).
Arbeitsmarkt & Trends
- Demografischer Wandel: Mehr ältere Menschen erhöhen den Bedarf an gerontologischem Know-how.
- Breite Einsatzfelder: Pflege/Betreuung, Sozialarbeit, Bildung, Verwaltung, Politik, Architektur, Beratung.
- Fokus auf Lebensqualität: Altersgerechtes Wohnen, Prävention, soziale Teilhabe und Angehörigenarbeit gewinnen an Bedeutung.
- Interdisziplinäre Projekte: Gemeinden und Institutionen investieren in Konzepte für ein gutes Altern.
- Gute Aussichten: Die Bedeutung der Gerontologie nimmt weiter zu.
Tipps & Tricks
- Anbieter vergleichen: Inhalte, Dauer, Abschluss und Kosten der Lehrgänge differieren. Prüfe, was zu deinem Profil passt.
- Praxisbezug sichern: Berufsbegleitend lernen und Gelerntes direkt in Projekten anwenden.
- Netzwerk aufbauen: Kontakte zu Gemeinden, Pro Senectute, Pflegezentren, Bildungsinstitutionen und Fachstellen pflegen.
- Selbstfürsorge: Supervision, Austausch im Team und klare Abgrenzung helfen bei emotionalen Belastungen.
- Projekt- und Beratungskompetenz stärken: Moderation, Konzeptarbeit und Changemanagement gezielt ausbauen.
