Feldenkrais-Lehrer/in
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Feldenkrais-Lehrer:in
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Feldenkrais-Lehrer:in
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Feldenkrais-Lehrer:in
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Feldenkrais-Lehrer:in
Als Feldenkrais-Lehrer:in begleitest du Menschen in Gruppen und in Einzelstunden durch sanfte, spielerische Bewegungsabläufe. Mit gezielten Berührungen, geführten Bewegungen und klaren Anleitungen schärfst du die Körperwahrnehmung, machst gewohnte Muster sichtbar und regst Alternativen an. Ziel ist, Atmung und Haltung zu verbessern, das Wohlbefinden zu steigern sowie Klarheit im Denken und Handeln zu fördern.
Du planst und organisierst Kurse, dokumentierst Fortschritte und betreust deine Teilnehmer:innen. Deine Arbeit verbindet pädagogisches Geschick, manuelle Arbeit am Körper und eine wertschätzende, empathische Kommunikation.
- Anleiten von Gruppen in sanften, spielerischen Bewegungsabläufen
- Durchführen von Einzelstunden mit gezielten Berührungen und geführten Bewegungen
- Fördern der Körperwahrnehmung und Bewusstwerdung von Bewegungsmustern
- Vorzeigen und Anleiten von Alternativen, um Veränderung erfahrbar zu machen
- Ermuntern zu Experimenten mit Atmung, Haltung und Bewegung
- Vermitteln von Zusammenhängen zwischen Wahrnehmung, Bewegung und Handeln
- Verbesserung von Atmung und Haltung
- Steigerung von Bewegungsqualität, Körperbewusstsein und Wohlbefinden
- Mehr Klarheit im Denken und Handeln
- Planen und Organisieren von Kursen und Einzelstunden
- Dokumentation von Zielen und Fortschritten
- Kundenbetreuung sowie Kommunikation zu Angeboten und Zeiten
Informationen zur Ausbildung
Die Ausbildung zur Feldenkrais-Lehrperson erfolgt berufsbegleitend in Teilzeit und verbindet intensives Lernen mit praktischer Erfahrung.
- Voraussetzungen: Abgeschlossene Berufsausbildung oder Mittelschulabschluss/Maturität, differenzierte Selbstwahrnehmung, Empathie, physische und psychische Gesundheit sowie Erfahrung mit der Feldenkrais-Methode.
- Dauer: 3–4 Jahre Teilzeitausbildung.
- Abschluss: Schuleigenes Diplom/Zertifikat; zusätzlich ist ein Abschluss über ein Branchenlabel/Verband möglich.
- Branchenzertifikat KomplementärTherapie: Neben der methodenspezifischen Ausbildung werden ein Praktikum und der «Tronc Commun» (naturwissenschaftliche, sozialwissenschaftliche und berufsspezifische Grundlagen) verlangt.
- Perspektive HFP: Nach anschließender Berufspraxis mit begleitender Supervision kann die Höhere Fachprüfung (HFP) KomplementärTherapeut/in mit eidgenössischem Diplom abgelegt werden.
- Abgeschlossene Berufsausbildung oder Mittelschulabschluss/Maturität
- Differenzierte Selbstwahrnehmung und Empathie
- Physische und psychische Gesundheit
- Erfahrung mit der Feldenkrais-Methode
3–4 Jahre berufsbegleitende Teilzeitausbildung
- Schuleigenes Diplom/Zertifikat
- Optional: Abschluss über Verband/Vereinigung/Branchenlabel
- Praktikum in der Methode
- «Tronc Commun» mit naturwissenschaftlichen, sozialwissenschaftlichen und berufsspezifischen Grundlagen
Nach Berufspraxis mit begleitender Supervision ist die Höhere Fachprüfung (HFP) KomplementärTherapeut/in mit eidgenössischem Diplom möglich.
Mit erfüllten Voraussetzungen und der Bereitschaft für methodenspezifische Ausbildung und Praxis ist ein Quereinstieg möglich.
Herausforderungen im Berufsalltag
Offenheit und Motivation fördern
Gewohnheitsmuster behutsam verändern
Unterschiedliche Gruppenbedürfnisse balancieren
Körperlich-berührungsintensive Arbeit
Fortschritte realistisch einschätzen
Eigene Präsenz und Ruhe bewahren
Wichtige Kompetenzen
Interesse an Unterricht & Bewegung
Du vermittelst Inhalte klar und liebst Bewegung und Körperarbeit.
Einfühlungsvermögen & Geduld
Du begegnest Menschen achtsam und begleitest Veränderung in ihrem Tempo.
Körperliche Fitness & Beweglichkeit
Du arbeitest am und mit dem Körper – kräftig, beweglich und ergonomisch.
Pädagogisches Geschick
Du erklärst verständlich, setzt Impulse und förderst selbstständiges Lernen.
Manuelles Geschick
Deine Berührungen sind gezielt, differenziert und respektvoll.
Kommunikationsfähigkeit
Du schaffst Vertrauen, gibst konstruktives Feedback und hörst aktiv zu.
Organisation & Belastbarkeit
Du planst Kurse, dokumentierst und behältst auch bei hoher Auslastung den Überblick.
Aufgeschlossenheit & Verantwortung
Du bist offen für Neues und handelst zuverlässig und sorgfältig.
Lohn als Feldenkrais-Lehrer:in
Viele Feldenkrais-Lehrpersonen arbeiten selbstständig. Die Einnahmen hängen stark von Standort, Preisen, Anzahl Einzel- und Gruppensitzungen sowie Erfahrung ab. Die folgenden Werte sind Schätzungen auf Basis üblicher Tarife und beispielhafter Auslastung und verstehen sich als monatliche Bruttoeinnahmen (vor Abzug von Miete, Versicherungen, Sozialabgaben, Steuern etc.).
Berufseinsteiger:in (0–3 Jahre): ca. CHF 6'400.–
Mit mittlerer Erfahrung (4–9 Jahre): ca. CHF 12'640.–
Mit viel Erfahrung (>10 Jahre): ca. CHF 19'200.–
Hinweis: Effektive Nettoeinkommen liegen tiefer, da betriebliche Kosten und Beiträge abgezogen werden.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Feldenkrais-Lehrer:in
Du kannst dich sowohl ohne formale Weiterbildung (z. B. Spezialisierung, Kursleitung, Praxisaufbau) als auch mit formalen Abschlüssen weiterentwickeln. Formale Schritte führen über das Branchenzertifikat KomplementärTherapie bis zur HFP KomplementärTherapeut/in.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Fokussiere dich auf bestimmte Zielgruppen, z. B. Sportler:innen oder Menschen mit spezifischen Einschränkungen. So baust du fachliche Tiefe und ein klares Profil auf.
Erweitere dein Angebot mit thematischen Kursreihen, Workshops oder Retreats und passe Formate an die Bedürfnisse deiner Community an.
Übernimm Leitungsaufgaben in Studios oder Instituten: Koordination von Kursplänen, Organisation von Workshops und Mentoring für Kolleg:innen.
Baue eine eigene Praxis oder ein eigenes Institut auf und gewinne Unabhängigkeit in Planung, Preisgestaltung und Positionierung.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Über den methodenspezifischen Abschluss hinaus sind das Branchenzertifikat KomplementärTherapie (inkl. Praktikum und Tronc Commun) sowie die Höhere Fachprüfung (HFP) KomplementärTherapeut/in mögliche formale Entwicklungsschritte.
Berufsprüfung BP
Für Feldenkrais-Lehrer:innen ist aktuell keine eidgenössische Berufsprüfung (BP) vorgesehen. Nach der methodenspezifischen Ausbildung kann ein Branchenzertifikat in KomplementärTherapie erworben werden, der nächste formale Schritt ist die Höhere Fachprüfung (HFP) zur/zum KomplementärTherapeut:in mit eidgenössischem Diplom.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Nach methodenspezifischer Ausbildung, Praktikum, Tronc Commun und Berufspraxis mit Supervision kannst du die Höhere Fachprüfung absolvieren. Damit weist du deine professionelle Handlungskompetenz in der KomplementärTherapie nach.
Höhere Fachschule (HF)
Für Feldenkrais-Lehrer:innen besteht kein direkter Aufbauweg über eine Höhere Fachschule (HF) innerhalb der Methode. Ein Wechsel in HF-Studiengänge im Gesundheitswesen ist nur mit separater, eigener Ausbildung möglich.
Arbeitsmarkt & Trends
- Feldenkrais wird in Einzel- und Gruppensettings angeboten; die Kombination ermöglicht eine flexible Angebotsgestaltung.
- Die Professionalisierung über Branchenzertifikat und HFP stärkt das Berufsbild in der KomplementärTherapie.
- Gemeinsam erlebte Fortschritte und Erkenntnisse fördern Bindung und Weiterempfehlungen in der Community.
- Grenzen der Methode werden sichtbar, wenn Teilnehmende wenig Offenheit für Veränderung mitbringen – didaktische Qualität bleibt zentral.
Tipps & Tricks
- Rollenwechsel üben: Wechsle zwischen Anleiten, Beobachten und Berühren – klar, ruhig und dosiert.
- Dokumentation: Halte individuelle Ziele und Fortschritte fest – das unterstützt Reflexion und Kursplanung.
- Formate mischen: Kombiniere Gruppenlektionen und Einzelarbeit, um Lernen und Vertiefung auszubalancieren.
- Netzwerken: Pflege Austausch in der Feldenkrais- und KT-Community (z. B. über Verbände) und bleibe in Supervision.
- Selbstfürsorge: Achte auf ergonomisches Arbeiten, Pausen und kontinuierliche Eigenerfahrung mit der Methode.
