Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
Als Fachperson Gesundheit unterstützt und pflegst du Menschen, die in ihrer Gesundheit beeinträchtigt sind. Du hilfst bei Körperpflege, Mobilität und Ernährung, beobachtest den Gesundheitszustand, führst medizinaltechnische Verrichtungen aus und gestaltest den Alltag der betreuten Personen mit. Du arbeitest in Spitälern, Kliniken, Reha-Zentren, Alters- und Pflegezentren, Behindertenwohnheimen oder bei der Spitex – oft im Schichtdienst, auch an Wochenenden und in der Nacht.
- Hilfe bei Körperpflege, An- und Ausziehen, Essen und Trinken
- Unterstützung bei Mobilität und Lagerung im Bett
- Begleitung von Menschen am Lebensende
- Wäsche waschen, Bettwäsche wechseln
- Geschirr abwaschen und Ordnung im Umfeld schaffen
- Vitalzeichen messen (Temperatur, Blutdruck, Puls)
- Blut- und Urinproben entnehmen und ins Labor senden
- Medikamente vorbereiten und verabreichen, Spritzen geben
- Infusionen einstellen, künstliche Ernährung
- Verbände wechseln und Wunden versorgen
- Hygiene- und Sicherheitsregeln anwenden und überwachen
- Mitwirkung an Präventionsprojekten, z. B. Impfkampagnen
- Alltag und Aktivitäten planen, z. B. Spiele, Handarbeit
- Externe Termine (Arzt, Physio) organisieren und begleiten
- Dokumente für Aufnahme, Verlegung, Entlassung erstellen
- Bestände prüfen und Material bestellen
Hinweis
OdASanté arbeitet an der Revision der Ausbildung zur Fachfrau/zum Fachmann Gesundheit EFZ. Es ist mit Anpassungen an Inhalten und Handlungskompetenzen zu rechnen. Die Inkraftsetzung erfolgt nach Abschluss der Revision und Genehmigung durch das SBFI. Informiere dich regelmässig direkt bei OdASanté.
Informationen zur Ausbildung
Die Ausbildung zur Fachfrau/zum Fachmann Gesundheit EFZ ist eine 3-jährige berufliche Grundbildung. Du lernst in einer Institution des Gesundheits- oder Sozialwesens und besuchst 1–2 Tage pro Woche die Berufsfachschule. In überbetrieblichen Kursen (total 34 Tage in 3 Jahren) vertiefst und übst du zentrale Handlungskompetenzen. Bei sehr guten schulischen Leistungen kannst du zusätzlich die Berufsmaturität absolvieren. In einigen Kantonen ist mit entsprechender Vorbildung eine verkürzte, 2-jährige Ausbildung möglich. Abschluss: Fachmann/-frau Gesundheit EFZ.
- Abschluss der obligatorischen Schule
- Kontaktfreude, Team- und Kommunikationsfähigkeit, gute Umgangsformen
- Geduld, Respekt, Einfühlungsvermögen, Hilfsbereitschaft
- Sorgfältige, genaue Arbeitsweise und Verantwortungsbewusstsein
- Organisationsfähigkeit sowie Sinn für Sauberkeit und Ordnung
3 Jahre (in einigen Kantonen mit entsprechender Vorbildung verkürzt auf 2 Jahre möglich).
1–2 Tage pro Woche an der Berufsfachschule.
Ausbildung in einer Institution des Gesundheits- oder Sozialwesens (z. B. Spital, Heim, Klinik, Spitex).
Berufliche Grundlagen erlernen, vertiefen und üben: total 34 Tage über 3 Jahre.
- Pflegen und Betreuen, auch in anspruchsvollen Situationen
- Medizinaltechnische Verrichtungen
- Gesundheitsförderung und Hygiene
- Alltagsgestaltung und Hauswirtschaft
- Administrative und logistische Aufgaben
Bei sehr guten schulischen Leistungen zusätzlich möglich; eröffnet weiterführende Bildungswege (z. B. FH).
Fachmann/-frau Gesundheit EFZ.
Herausforderungen im Berufsalltag
Schichtdienst und unregelmässige Arbeitszeiten
Emotionale Belastung im Pflegealltag
Hoher Zeitdruck und Multitasking
Körperlich anstrengende Tätigkeiten
Genauigkeit bei medizinischen Aufgaben
Kommunikation in schwierigen Situationen
Wichtige Kompetenzen
Einfühlungsvermögen und Geduld
Du begegnest Menschen respektvoll, zugewandt und unterstützend.
Beobachtungsgabe
Du erkennst Veränderungen des Gesundheitszustands früh und handelst entsprechend.
Praktisches und technisches Verständnis
Du führst medizinaltechnische Verrichtungen sorgfältig und korrekt aus.
Team- und Kommunikationsfähigkeit
Du arbeitest interprofessionell und gibst Informationen klar weiter.
Belastbarkeit und gute Gesundheit
Du bleibst in herausfordernden Situationen körperlich und psychisch stabil.
Anpassungsfähigkeit
Du reagierst flexibel auf wechselnde Anforderungen und Arbeitsplätze.
Verantwortungsbewusstsein
Du handelst zuverlässig, befolgst Vorgaben und dokumentierst korrekt.
Verschwiegenheit
Du gehst vertraulich mit sensiblen Informationen um.
Lohn als Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
Die Löhne variieren je nach Region, Arbeitgeber, Schichtmodell und Erfahrung. Orientierung pro Erfahrungsstufe (Monatslohn brutto):
- Berufseinsteiger/innen (0–2 Jahre): CHF 4’300 – 5’150
- Mittlere Erfahrung (3–5 Jahre): CHF 4’800 – 5’300
- Fortgeschritten (6–10 Jahre): CHF 5’300 – 5’500
- Langjährige Erfahrung/Spezialisierung (>10 Jahre): CHF 5’500 – 6’000 (Spezial- oder Leitungsfunktionen teils höher)
Es handelt sich um Richtwerte; individuelle Löhne können abweichen.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachmann/-frau Gesundheit EFZ
Nach der Grundbildung stehen dir vielfältige Wege offen: Du kannst dich im Berufsalltag spezialisieren oder mit anerkannten Abschlüssen wie Berufsprüfung (BP), Höherer Fachprüfung (HFP), Höherer Fachschule (HF) oder an einer Fachhochschule (FH) weiterqualifizieren.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung
Durch Erfahrung und Engagement übernimmst du mehr Verantwortung im Team, fokussierst dich auf bestimmte Bereiche (z. B. Langzeitpflege, Psychiatrie, Spitex) und wirkst aktiv an Qualität und Prozessentwicklung mit.
Mit Berufserfahrung kannst du dich ohne formale Weiterbildung auf Bereiche wie Langzeitpflege, Psychiatrie, Rehabilitation oder Spitex fokussieren.
Du übernimmst mit der Zeit Verantwortung für Abläufe auf der Abteilung, betreust Lernende und koordinierst Einsätze im Team.
Du wirkst bei der Umsetzung von Hygiene-, Sicherheits- und Dokumentationsstandards mit und optimierst Alltagsprozesse.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung
Von der Berufsprüfung bis zur Höheren Fachschule oder Fachhochschule – Weiterbildungen eröffnen dir Fach- und Führungsfunktionen in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens.
Berufsprüfung BP
Vertiefte Pflege und Betreuung von Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Pflegebedarf in stationären und ambulanten Settings.
Kaderfunktion in Arztpraxen, Kliniken oder Versicherungen mit Aufgaben in Organisation, Personal, Finanzen und Qualitätssicherung.
Beratung, Schulung und Begleitung von Patient:innen mit Atemwegserkrankungen, inkl. Geräteeinsatz und Prävention.
Durchführung und Auswertung neurophysiologischer Untersuchungen in Diagnostik und Therapie.
Manuelle Therapien zur Gesundheitsförderung, Rehabilitation und Schmerzprävention, z. B. klassische Massage oder Lymphdrainage.
Betreuung und Transport von Patient:innen im präklinischen Bereich unter Beachtung medizinischer und logistischer Standards.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Fach- und Führungsaufgaben im Labor, Organisation, Qualitätssicherung und Prozessmanagement.
Diagnostik auf Zellebene zur Früherkennung und Abklärung von Krankheiten mit hoher Fachverantwortung.
Höhere Fachschule (HF)
Eigenverantwortliche Pflegeprozesse, Planung, Durchführung und Evaluation von pflegerischen Massnahmen in allen Versorgungsbereichen.
Alltagsgestaltung und Aktivierung zur Förderung körperlicher, kognitiver und sozialer Fähigkeiten.
Prävention und Behandlung von Erkrankungen der Zähne und des Zahnhalteapparats.
Durchführung bildgebender Verfahren und Strahlentherapien sowie Betreuung der Patient:innen.
Vorbereitung, Assistenz und Organisation im Operationssaal inklusive strikter Einhaltung der Hygienestandards.
Leitung präklinischer Notfalleinsätze, Versorgung und Transport, interprofessionelle Zusammenarbeit.
Analysen von Geweben, Zellen und Körperflüssigkeiten und Sicherstellung präziser Befunde.
Arbeitsmarkt & Trends
- Sehr gute Arbeitsmarktlage: Die Nachfrage nach Pflege- und Betreuungspersonal ist hoch.
- Demografischer Wandel: Mehr ältere Menschen erhöhen den Bedarf in Langzeitpflege, Spitex und Rehabilitation.
- Digitalisierung und neue Technologien verändern Prozesse, Rollen und Anforderungen.
- Vielfältige Einsatzorte: Von Spitälern über Alterszentren bis zu Behindertenwohnheimen und ambulanter Pflege.
Tipps & Tricks
Schichtdienst einplanen: Rechne mit Nacht- und Wochenendarbeit und plane deine Erholung bewusst.
Emotionale Abgrenzung: Pflege kann belastend sein. Entwickle Strategien, um professionell und gleichzeitig empathisch zu bleiben.
Saubere Dokumentation: Präzise Beobachtungen und lückenlose Einträge sind zentral für Sicherheit und Qualität.
Einblicke sammeln: Nutze Schnupper- und Einsatzmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen (Akut, Langzeit, Psychiatrie, Spitex), um deinen Schwerpunkt zu finden.
