Fachmann/-frau für Rehatechnik BP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Fachmann/-frau für Rehatechnik BP
  • Hinweis
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Fachmann/-frau für Rehatechnik BP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Fachmann/-frau für Rehatechnik BP

Als Fachperson für Rehatechnik passt du Hilfsmittel wie Rollstühle, Rollatoren und Zusatzkomponenten an individuelle Bedürfnisse an, reparierst und änderst sie. Du berätst Patient:innen und Angehörige, koordinierst mit Medizinalpersonen die Rehabilitationsziele und erstellst darauf basierende Versorgungspläne. Dank Kenntnissen in Projektmanagement, Gesundheitsrecht und Versicherungswesen sicherst du die wirtschaftliche Versorgung, erstellst Offerten, prüfst Depotvorräte und holst Kostengutsprachen ein. Empathie, Kommunikationsstärke und eine sorgfältige Arbeitsweise sind dabei entscheidend.

Alltägliche Tätigkeiten
  • Anpassung und Reparatur von Hilfsmitteln (z. B. Rollstühle).
  • Auswahl und Einbau von Zusatzteilen (Sitzkissen, Kopf-/Nackenstützen, Antriebshilfen).
  • Beratung von Patient:innen und Angehörigen zur optimalen Nutzung.
Administrative Tätigkeiten
  • Situationsabklärung, Datenerhebung und Angebotserstellung.
  • Prüfen von Depotvorräten der IV-Stellen.
  • Einholen von Kostengutsprachen und Sicherstellen der Wirtschaftlichkeit.
Medizinische Tätigkeiten
  • Rehabilitationsziele mit Medizinalpersonen formulieren.
  • Versorgungsplan festlegen, Materialien auswählen und koordinieren.
  • Patient:innen, Angehörige und Fachpersonen über Versorgungsmöglichkeiten informieren.
Psychologische Aspekte
  • Sensibler Umgang mit Persönlichkeitsveränderungen nach Krankheit oder Unfall.
  • Motivation und Begleitung bei der Anpassung an neue Alltagsrealitäten.
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Hinweis

Die Qualifikationen zur Berufsprüfung werden in Modulen erworben. Ein Teil der Kurskosten wird vom Bund zurückerstattet: bis zu 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500). Zusätzlich sind für Mitgliedsfirmen bis zu CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich. Details gemäss Prüfungsordnung/Wegleitung (Swiss Medtech).

Informationen zur Ausbildung

Für die Berufsprüfung zur Fachperson für Rehatechnik brauchst du eine abgeschlossene berufliche Grundbildung (EFZ), eine eidg. Maturität oder einen gleichwertigen Abschluss. Zusätzlich sind mindestens 2 Jahre einschlägige Berufspraxis in einem Reha-Betrieb erforderlich sowie die erforderlichen Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen. Die Vorbereitung erfolgt berufsbegleitend in Modulen (Dauer: ca. 1 Jahr). Bildungsangebote bestehen z. B. am Feusi Bildungszentrum in Bern; der dritte Teil (3 Monate) findet in einem Hilfsmittel- und Therapiezentrum statt. Ein Teil der Kurskosten wird vom Bund zurückerstattet (bis zu 50%, max. CHF 9’500; zusätzlich bis CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds für Mitgliedsfirmen).

Voraussetzungen
  • EFZ, eidg. Maturität oder gleichwertiger Abschluss.
  • Mind. 2 Jahre einschlägige Berufspraxis in einem Reha-Betrieb.
  • Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen.
  • Persönliche Anforderungen: Kontaktfreude, Dienstleistungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen, gute Beobachtungsgabe, Interesse am Gesundheitswesen.
Dauer

Rund 1 Jahr berufsbegleitend; der dritte Ausbildungsteil (3 Monate) findet in einem Hilfsmittel- und Therapiezentrum statt.

Prüfungsvorbereitung und Module
  • Die Qualifikationen werden in Modulen erworben (gemäss Prüfungsordnung/Wegleitung Swiss Medtech).
  • Module (Beispiele):
    • Auftragsentgegennahme und Massnahmenkonzept
    • Hilfsmittelabgabe, Koordination und Qualitätsmanagement
    • Adaptionen und Reparaturen rehatechnischer Hilfsmittel
Bildungsangebote

Lehrgang u. a. am Feusi Bildungszentrum in Bern (feusi.ch); Prüfungsordnung/Wegleitung über Swiss Medtech.

Berufliche Praxis

Praktische Vertiefung im Hilfsmittel- und Therapiezentrum (3 Monate), Anwendung der Modulkenntnisse in realen Versorgungssituationen.

Kosten & Subventionen

Bundesbeiträge: Rückerstattung bis 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500). Zusätzlich bis CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds für Mitgliedsfirmen (gemäss Swiss Medtech).

Quereinstieg

Mit bestehender Tätigkeit im Gesundheitswesen und nachgewiesenen Modulabschlüssen bzw. Gleichwertigkeiten ist ein Quereinstieg möglich.

Herausforderungen im Berufsalltag

Individuelle Lösungen trotz technischer Grenzen

Komplexe Versorgungspläne koordinieren

Kosten und Kostengutsprachen managen

Sorgfältige Anpassungen und Sicherheit

Hohe Kommunikationsanforderungen

Emotionale Belastungen professionell verarbeiten

Wichtige Kompetenzen

  • Kundenorientierung

    Du stellst die Bedürfnisse von Patient:innen ins Zentrum und berätst lösungsorientiert.

  • Kommunikationsfähigkeit

    Du stimmst dich mit Medizinalpersonen ab, erklärst Optionen und holst Feedback ein.

  • Einfühlungsvermögen

    Du gehst sensibel mit herausfordernden Lebenssituationen und Veränderungen um.

  • Beobachtungsgabe

    Du erkennst Details, die für Passform, Sicherheit und Komfort entscheidend sind.

  • Kaufmännisches Geschick

    Du erstellst Offerten, kalkulierst wirtschaftlich und kennst Versicherungsprozesse.

  • Manuelles und technisches Verständnis

    Du passt Hilfsmittel präzise an, reparierst und testest Funktionen sicher.

  • Projekt- und Prozesskompetenz

    Du planst Versorgungen, koordinierst Beteiligte und sicherst die Qualität.

Lohn als Fachmann/-frau für Rehatechnik BP

Die Löhne variieren je nach Region, Arbeitgeber, Verantwortung und Erfahrung. Auf Basis der bereitgestellten Informationen ergibt sich folgende Orientierung:

  • Einstieg mit BP (0–2 Jahre nach BP): CHF 6’000 – 6’500/Monat
  • Mit mittlerer Erfahrung (3–7 Jahre nach BP): CHF 6’500 – 7’500/Monat
  • Mit viel Erfahrung (ab 8 Jahren nach BP): CHF 7’500 – 8’500/Monat

Hinweis: Dies sind Schätzwerte auf Basis der gelieferten Angaben und können je nach Funktion (z. B. komplexe Versorgungen, Leitung) abweichen.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen

Mit der Rehatechnik-BP stehen dir verschiedene Wege offen: Du kannst dich im Berufsalltag spezialisieren, durch Kurse und Zertifikate dein Profil schärfen oder formale Abschlüsse auf Stufe HFP, HF und später FH anstreben. So eröffnen sich Fach-, Projekt- und Führungsrollen in Betrieben der Medizintechnik, bei Leistungserbringern oder Herstellern.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Mit wachsender Berufserfahrung kannst du komplexere Versorgungen übernehmen, interne Prozesse optimieren, Kund:innen- und Institutionsbetreuung ausbauen oder Instruktions- und Schulungsaufgaben übernehmen.

Spezialisierung in Hilfsmittelversorgung

Mit wachsender Erfahrung vertiefst du dich z. B. in Sitz- und Positionierungssysteme, Elektrorollstühle oder Antriebshilfen und übernimmst komplexe Versorgungen.

Kundendienst, Verkauf und Beratung

Du übernimmst erweiterte Beratungsaufgaben, betreust Institutionen (Pflege, Therapie) und verantwortest Offerten sowie Produktpräsentationen.

Teamkoordination und Qualitätssicherung

Du koordinierst Abläufe, verbesserst Prozesse, prüfst Depotvorräte und unterstützt das Qualitäts- und Sicherheitsmanagement in der Versorgung.

Schulung und Instruktion

Du schulst Patient:innen, Angehörige und Fachpersonen im Einsatz von Hilfsmitteln und verfasst klare Anleitungen.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Spezialisierte Kurse (z. B. über Swiss Medtech) sowie formale Abschlüsse wie HFP Führungsexperte/-expertin oder HF Betriebswirtschaft erweitern deine Einsatzmöglichkeiten. Ein späterer Schritt kann ein Bachelorstudium (FH) in Betriebsökonomie mit passenden Vertiefungen sein.

Berufsprüfung BP

Kurse und Zertifikate (Swiss Medtech/Fachschulen)

Aufbauend auf der Rehatechnik-BP vertiefst du dein Fachwissen durch spezialisierte Kurse und Zertifikatslehrgänge an Fach- und Berufsfachschulen oder bei Swiss Medtech (z. B. Qualität, Projektmanagement, neue Produkte). Derzeit sind keine standardisierten, direkt aufbauenden BP-Abschlüsse spezifisch für Rehatechnik publiziert.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Führungsexperte/-expertin HFP (eidg. Diplom)

Bereitet auf Führungsaufgaben im Gesundheitswesen oder in Unternehmen der Rehatechnik vor (Teamleitung, Bereichsverantwortung, Prozess- und Qualitätsmanagement).

Höhere Fachschule (HF)

Dipl. Betriebswirtschafter/in HF

Erweitert deine betriebswirtschaftlichen Kompetenzen und eröffnet Perspektiven in Vertrieb, Produktmanagement, Serviceleitung oder Standortführung.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Demografischer Wandel: Mehr ältere Menschen und chronische Erkrankungen erhöhen den Bedarf an Rehabilitationshilfen.
  • Technologische Entwicklung: Rehatechnologien werden raffinierter (z. B. leichtere Materialien, elektrische Assistenz) und erfordern kontinuierliche Weiterbildung.
  • Ambulantisierung & Kostenfokus: Kostengutsprachen, Depotmanagement und wirtschaftliche Versorgung gewinnen weiter an Bedeutung.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Enge Koordination mit Medizin, Therapie, Pflege und Versicherungen bleibt zentral.
  • Kundenzentrierung: Maßgeschneiderte Lösungen und qualitativ hochwertige Beratung sind entscheidend für die Lebensqualität der Betroffenen.

Tipps & Tricks

Systematisch abklären: Bedürfnisse, Ziele und Umfeld genau erfassen – das zahlt sich in passgenauen Lösungen aus.

Sorgfältig dokumentieren: Versorgungspläne, Offerten und Anpassungen klar festhalten – erleichtert Kostengutsprachen und Qualitätssicherung.

Praxisnah testen: Hilfsmittel mit Patient:innen erproben, Feineinstellungen vornehmen und Sicherheit prüfen.

Weiterbildung planen: Kurse und Module frühzeitig einbinden – Technik und Produkte entwickeln sich laufend weiter.

Eigene Grenzen wahren: Empathisch begleiten und zugleich professionell Distanz halten, um emotional belastende Situationen gut zu bewältigen.

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