Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege HFP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege HFP
  • Hinweis
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege HFP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege HFP
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege HFP

Fachexperten und Fachexpertinnen in Onkologiepflege begleiten krebskranke Menschen durch alle Krankheitsphasen – von Diagnose und Therapie bis zu Palliative Care und End-of-Life-Care. Sie steuern den Pflegeprozess auch in komplexen, instabilen Situationen, beziehen Bezugspersonen mit ein und arbeiten eng mit Ärzt:innen sowie weiteren Fachpersonen zusammen.

Deine Aufgaben lassen sich in folgende Bereiche gliedern:

  • Begleiten & Unterstützen: Patient:innen und Angehörige informieren, schulen und im Alltag stärken; Gesundheits- und Selbstkompetenz fördern.
  • Pflegeprozess & Fachführung: Pflegerische Ziele festlegen, Massnahmen planen und koordinieren, interprofessionelle Angebote vernetzen.
  • Palliative Care: Pflege auf palliative Bedürfnisse ausrichten, Symptombelastung lindern, End-of-Life-Care sicherstellen.
  • Organisation & Qualität: Vorgehen in unerwarteten Situationen leiten, Qualitäts- und Praxisentwicklung fördern, Trends in der Gesundheitspolitik verfolgen.
Begleitung und Beratung im Alltag
  • Patient:innen und Angehörige informieren und schulen
  • Gesundheits- und Selbstkompetenz fördern
  • Unterstützung bei Einschränkungen im Alltag organisieren
Steuerung des Pflegeprozesses
  • Pflegerische Ziele festlegen und evaluieren
  • Massnahmen planen, koordinieren und dokumentieren
  • Interprofessionelle Unterstützung vernetzen
Palliative Care & End-of-Life
  • Pflege auf palliative Bedürfnisse ausrichten
  • Symptome vorbeugen und lindern
  • Patientenwille respektieren, Angehörige begleiten
Information & Schulung
  • Verläufe, Therapien und Nebenwirkungen erklären
  • Umgang mit Krankheit im Alltag trainieren
  • Rehabilitative Angebote und Survivorship-Themen adressieren
Organisation, Qualität & Entwicklung
  • Vorgehen in unerwarteten Situationen leiten
  • Qualitäts- und Praxisentwicklung fördern
  • Fach- und Gesundheitspolitik verfolgen
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Hinweis

Die Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) erfolgt modular gemäss OdASanté. Der Bund unterstützt Absolvent:innen von HFP finanziell: 50% des Kursgeldes (max. CHF 10’500) werden rückerstattet; zusätzlich sind CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich (bei Mitgliedsfirma). Weitere Informationen findest du bei OdASanté bzw. in der Berufsbeschreibung.

Informationen zur Ausbildung

Die Qualifikation zur/zum «Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege mit eidg. Diplom» wird im Rahmen einer modularen Weiterbildung erworben. Zugelassen sind in der Regel diplomierte Pflegefachpersonen HF oder BSc/MSc in Pflege (oder SRK-anerkannte gleichwertige Abschlüsse) mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung zu 80% in einer onkologischen Einheit. Die Module decken u. a. Fachführung, Diagnose- und Therapiephase, Survivorship/Chronic Care sowie onkologische Palliativ- und End-of-Life-Phase ab. Details zu Prüfungsordnung, Wegleitung und Bildungsangeboten: OdASanté.

Zulassung/Voraussetzungen
  • Diplom Pflege HF, BSc/MSc in Pflege oder SRK-anerkannter gleichwertiger Abschluss
  • Mind. 2 Jahre Berufserfahrung zu 80% in einer onkologischen Einheit (Spital/Klinik)
  • Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen
Dauer & Aufbau

Die Vorbereitung ist modular organisiert; die Gesamtdauer variiert je nach Bildungsanbieter und individueller Modulplanung.

Module & schulische Bildung
  • Fachführung in der Pflege
  • Diagnose- und Therapiephase bei onkologischer Erkrankung
  • Survivorship und Chronic Care
  • Onkologische Palliativ- und End-of-Life-Phase
  • Fachführung in der Organisation
Berufliche Praxis

Praxisnachweise in onkologischen Settings; Anwendung und Vertiefung der Kompetenzen entlang der Krankheitsphasen.

Kosten & Bundesbeiträge

Bundesunterstützung: 50% des Kursgeldes (max. CHF 10’500) sowie zusätzlich CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds (Mitgliedsfirma). Details bei OdASanté.

Abschluss

Höhere Fachprüfung (HFP) mit dem Titel «Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege mit eidg. Diplom».

Herausforderungen im Berufsalltag

Emotionale Belastung und Abgrenzung

Komplexe Pflegeprozesse koordinieren

Instabile Situationen sicher steuern

Kommunikation in Krisengesprächen

Palliative Care und End-of-Life

Interprofessionelle Zusammenarbeit

Stetige fachliche Weiterentwicklung

Wichtige Kompetenzen

  • Einfühlungsvermögen & Kommunikation

    Empathisch begleiten, verständlich informieren – auch in Krisen.

  • Organisation & Selbstständigkeit

    Pflegeprozesse koordinieren und Prioritäten sicher setzen.

  • Belastbarkeit & Abgrenzung

    Emotional fordernde Situationen professionell bewältigen.

  • Teamfähigkeit & Interprofession

    Mit Ärzt:innen und weiteren Fachpersonen eng zusammenarbeiten.

  • Vertrauenswürdigkeit & Verschwiegenheit

    Patientenwille respektieren sowie Datenschutz gewährleisten.

  • Lernfreude & Aktualität

    Fachentwicklung und Gesundheitspolitik laufend verfolgen.

  • Beobachtungsgabe & Sorgfalt

    Verläufe erfassen, Risiken erkennen und sicher dokumentieren.

  • Konfliktlösung & Deeskalation

    In schwierigen Situationen tragfähige Lösungen finden.

Lohn als Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege HFP

Offizielle, nach Erfahrungsstufen aufgeschlüsselte Lohnangaben sind begrenzt verfügbar. Auf Basis der bereitgestellten Informationen ergibt sich folgende Einschätzung (Monatslohn, brutto):

  • Berufseinsteiger:in (mit HFP, 0–2 Jahre): ca. CHF 6’500 – 7’200
  • Mittlere Erfahrung (3–7 Jahre nach HFP): ca. CHF 7’200 – 8’200
  • Erfahren (ab 8 Jahren nach HFP): ca. CHF 8’200 – 9’500+

Die tatsächliche Höhe variiert je nach Kanton, Institution, Verantwortung und individueller Verhandlung.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachexperte/-expertin in Onkologiepflege HFP

Du kannst dich fachlich vertiefen, Leitungsaufgaben übernehmen oder dich akademisch weiterqualifizieren. Nachfolgend findest du Optionen ohne zusätzliche formale Weiterbildung sowie mit formaler Weiterbildung (BP/HFP/FH).

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Mit wachsender Erfahrung kannst du mehr Verantwortung übernehmen und dich innerhalb deines Einsatzbereichs profilieren.

Fachverantwortung Onkologie

Übernahme von Fachverantwortung im Team, Mitarbeit in Tumorboards sowie in Survivorship- und Reha-Programmen.

Team- und Fallführung

Fallkoordination, Leitung des Vorgehens in unerwarteten Situationen und Mentoring von Kolleg:innen.

Qualitäts- und Praxisentwicklung

Standards implementieren, Prozesse verbessern und Projekte zur Qualitätssicherung vorantreiben.

Beratung und Angehörigenarbeit

Beratende Tätigkeit im häuslichen Umfeld, in ambulanten Angeboten oder Rehabilitationsprogrammen ausbauen.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Möglichkeiten umfassen FH-Studien (BSc Pflege) sowie Nachdiplomangebote (z. B. MAS), je nach Zielrichtung in Praxis, Beratung oder Führung.

Berufsprüfung BP

Berufsprüfungen (BP)

Für diese HFP sind keine spezifischen BPs als aufbauender nächster Schritt vorgesehen. Je nach Laufbahn können BPs in anderen Pflegebereichen (z. B. Langzeitpflege und -betreuung) sinnvoll sein.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Höhere Fachprüfung (HFP)

Diese Funktion ist bereits eine HFP. Weitere HFP-Abschlüsse wären lateral (nicht zwingend aufbauend). Sinnvoll sind je nach Ziel zusätzliche fachliche Spezialisierungen oder Führungsausbildungen.

Höhere Fachschule (HF)

Bachelor of Science (FH) in Pflege

Akademische Vertiefung und Erweiterung der Kompetenzen; eröffnet Perspektiven in erweiterten Rollen, Praxisentwicklung und Forschung.

Master of Advanced Studies (MAS) in Management im Gesundheitswesen

Nachdiplomstudium an Fachhochschulen/Universitäten – bereitet auf Leitungs- und Managementaufgaben vor.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Hoher Bedarf an spezialisierten Pflegefachpersonen in Onkologie in Spitälern, Ambulatorien, Hospizen und ambulanten Angeboten.
  • Mehr ambulante Versorgung und enge interprofessionelle Zusammenarbeit (z. B. Tumorboards, Reha und Beratungsdienste).
  • Demografischer Wandel und steigende Krebsprävalenz erhöhen die Nachfrage nach Onkologiepflege.
  • Stete Weiterbildung nötig: neue Therapien, Leitlinien und Versorgungsmodelle.

Tipps & Tricks

Selbstfürsorge: Plane Erholungszeiten, nutze Supervision/Intervision und pflege klare Grenzen.

Kommunikation: Trainiere Gespräche in belastenden Situationen – besonders in Aufklärung, Shared Decision Making und mit Angehörigen.

Netzwerk: Baue Kontakte zu Onkologie, Psychoonkologie, Palliative Care, Sozialdiensten und Reha aktiv aus.

Aktualität: Halte dich zu Leitlinien, Nebenwirkungsmanagement und neuen Therapien laufend auf dem Laufenden.

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