Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege HFP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege HFP
  • Hinweis
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege HFP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege HFP
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege HFP

Fachexperten und Fachexpertinnen in Nephrologiepflege pflegen, betreuen und schulen Patient:innen mit Nierenerkrankungen, Nierenersatztherapien und nach Nierentransplantationen. Sie arbeiten in stationären und ambulanten Einheiten von Spitälern sowie in Dialysepraxen. Mit ihrer vertieften pflegerischen Kompetenz steuern, koordinieren und evaluieren sie den Pflegeprozess – auch in komplexen und instabilen Situationen – und vertreten die Anliegen der Patient:innen im interprofessionellen Team. Ein Schwerpunkt liegt auf Beratung, Gesundheitsförderung und dem Stärken des Selbstmanagements der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Alltägliche Aufgaben
  • Pflege und Betreuung von Patient:innen mit nephrologischen Erkrankungen.
  • Schulung und Beratung zur Krankheitsbewältigung und zum Selbstmanagement.
  • Einbezug von Angehörigen und Bezugspersonen in Therapiepläne.
Medizinische / nephrologische Verfahren
  • Mitwirkung bei Nierenersatztherapien (z. B. Hämodialyse, Peritonealdialyse).
  • Überwachung klinischer Parameter und Anpassung pflegerischer Massnahmen.
  • Transplantationsbezogene Pflege und Nachsorge in interprofessionellen Teams.
Fachführung & Pflegeprozess
  • Steuerung, Koordination und Evaluation des vertieften Pflegeprozesses.
  • Vertretung der Patient:innenanliegen im Team und in Konfliktsituationen.
  • Gestaltung des Vorgehens in komplexen oder unerwarteten Situationen.
Organisatorisch / Qualität
  • Mitarbeit an Qualitäts- und Praxisentwicklungsinitiativen.
  • Wissensmanagement und Implementierung evidenzbasierter Standards.
  • Fachliche Anleitung und Coaching von Pflege- und Betreuungsteams.
Beratung & Prävention
  • Förderung von Gesundheitskompetenz und Therapieadhärenz.
  • Prävention von Folgeerkrankungen und Integration der Therapie in den Alltag.
  • Information der Patient:innen über Behandlungsoptionen und Ressourcen.
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Hinweis

Die für die Höhere Fachprüfung (HFP) erforderlichen Qualifikationen werden modular erworben. Der Bund erstattet Absolventinnen und Absolventen einer HFP auf Antrag 50% der vorbereitenden Kurskosten (max. CHF 10’500.–). Zusätzlich können bis zu CHF 4’000.– aus dem Weiterbildungsfonds vergütet werden (sofern Mitgliedsfirma). Details zu Prüfungsordnung, Wegleitung und Bildungsangeboten: OdASanté.

Informationen zur Ausbildung

Die Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung «Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege mit eidg. Diplom» erfolgt modular gemäss Prüfungsordnung OdASanté. Zugelassen bist du mit einem Diplom als Pflegefachperson HF oder einem gleichwertigen, vom SRK anerkannten Abschluss (inkl. BSc/MSc in Pflege) sowie mindestens zwei Jahren Berufserfahrung zu 80% in einer Dialysepraxis, einer Klinik/Abteilung mit nephrologischem Schwerpunkt oder einer entsprechenden Spital-Einheit. Die notwendigen Qualifikationen erwirbst du über Module (u. a. Fachführung in der Pflege, nephrologische Verfahren, Konzepte der nephrologischen Pflege, Kommunikation/Wissensmanagement/Organisation, Fachführung in der Organisation). Die Ausbildung ist praxisnah ausgerichtet; die Dauer variiert je nach Anbieter und individuellem Lerntempo. Der Bund unterstützt die Vorbereitung finanziell über Subventionsbeiträge.

Voraussetzungen
  • Diplom als Pflegefachmann/-frau HF oder gleichwertiger, vom SRK anerkannter Abschluss; oder BSc/MSc in Pflege.
  • Mind. 2 Jahre Berufserfahrung bei 80%-Anstellung in nephrologischen Settings (Dialysepraxis, Klinik/Spitalabteilung).
  • Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen.
Dauer

Modulare, anbieterabhängige Dauer. Die zeitliche Gestaltung richtet sich nach individuellem Lerntempo und Modulangebot.

Module (schulische Bildung)
  • Fachführung in der Pflege
  • Nephrologische Verfahren
  • Konzepte der nephrologischen Pflege
  • Kommunikation, Wissensmanagement, Organisation
  • Fachführung in der Organisation
Berufliche Praxis

Praktische Vertiefung in Dialysepraxen sowie stationären/ambulanten Einheiten von Spitälern oder Kliniken mit nephrologischem Schwerpunkt.

Finanzierung / Subventionen

Der Bund erstattet 50% der Kurskosten (max. CHF 10’500.–) für die Vorbereitung auf die HFP; zusätzlich können bis zu CHF 4’000.– aus dem Weiterbildungsfonds ausgerichtet werden (Mitgliedsfirma vorausgesetzt).

Abschluss

«Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege mit eidg. Diplom»

Informationen & Anlaufstelle

Prüfungsordnung, Wegleitung und Bildungsanbieter über die nationale Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit: OdASanté.

Herausforderungen im Berufsalltag

Komplexe, instabile Pflegesituationen

Emotionale Belastung im Krankheitsverlauf

Interessen der Patient:innen vertreten

Hohe Verantwortung im Pflegeprozess

Koordination im interprofessionellen Team

Therapie im Alltag integrieren

Wichtige Kompetenzen

  • Empathie & Vertrauenswürdigkeit

    Einfühlungsvermögen, Verschwiegenheit und Vertrauensaufbau in belastenden Situationen.

  • Organisation & Selbstständigkeit

    Pflegeprozess steuern, priorisieren und in komplexen Lagen souverän handeln.

  • Kommunikation & Beratung

    Adressatengerechte Information, Schulung und Interprofessionalität leben.

  • Teamfähigkeit & Fachführung

    Teams anleiten, coachen und fachlich motivieren.

  • Belastbarkeit & Resilienz

    Mit emotional herausfordernden Situationen professionell umgehen.

  • Lernfreude & Wissensmanagement

    Fachentwicklungen verfolgen und in die Praxis übertragen.

  • Beobachtungsgabe & Sorgfalt

    Klinische Veränderungen erkennen, dokumentieren und Massnahmen ableiten.

Lohn als Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege HFP

Die Löhne variieren nach Erfahrung, Kanton, Institution und Verantwortungsumfang. Folgende Richtwerte beziehen sich auf den Monatslohn brutto:

  • Berufseinsteiger:in (0–2 Jahre nach HFP): CHF 6'300 – 6'900
  • Mit erster Erfahrung (3–5 Jahre): CHF 6'900 – 7'600
  • Erfahren (6–10 Jahre): CHF 7'600 – 8'500
  • Experte/Expertin (>10 Jahre): ab CHF 8'500

Hinweis: Es handelt sich um Richtwerte. Der tatsächliche Lohn hängt u. a. von kantonalen Regelungen, Trägerschaft, Funktion und individuellen Verhandlungen ab.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege HFP

Nach der HFP stehen dir vielfältige Wege offen: Du kannst dich inhaltlich weiter spezialisieren, fachlich führen, Projekte und Qualität entwickeln oder mit Studiengängen an Fachhochschulen (Bachelor/Master, CAS/MAS) den nächsten Schritt in Richtung Advanced Practice, Bildung oder Management machen.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Auch ohne formale Zusatzweiterbildung kannst du Verantwortung übernehmen, z. B. in der Fachführung, Fallkoordination, Schulung im Team, Qualitäts- und Praxisentwicklung oder als Ansprechperson für spezielle nephrologische Fragestellungen.

Spezialisierung im Arbeitsfeld

Du vertiefst dein Know-how z. B. in Hämodialyse, Peritonealdialyse, Transplantationsvor- und -nachsorge oder Heimdialyse und wirst Ansprechperson für komplexe Fälle.

Fach- und Praxisentwicklung

Du treibst Qualitäts- und Praxisentwicklungsprojekte voran, evaluierst Pflegestandards und implementierst evidenzbasierte Massnahmen in der Nephrologiepflege.

Teamführung und Fallkoordination

Du führst fachlich Pflege- und Betreuungsteams, übernimmst Supervision, Coaching und gestaltest das Vorgehen in unerwarteten oder instabilen Situationen.

Schulung und Beratung

Du konzipierst und führst interne Weiterbildungen durch und stärkst Patient:innen sowie Angehörige im Selbstmanagement und in Gesundheitskompetenz.

Projekt- und Qualitätsmanagement

Du leitest oder unterstützt Projekte zur Prozessoptimierung, Patient:innensicherheit und Ergebnisqualität in dialyse- und transplantationsbezogenen Settings.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Du kannst deine Kompetenzen über Studiengänge an Fachhochschulen (Bachelor/Master) sowie Nachdiplomsangebote (CAS/DAS/MAS) gezielt ausbauen, um Advanced-Nursing-, Projekt- oder Führungsfunktionen zu übernehmen.

Berufsprüfung BP

Berufsprüfungen (BP) – Hinweis

Als Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege befindest du dich bereits auf einer weiterführenden Spezialisierungsstufe. Zusätzliche BPs sind in dieser Laufbahn unüblich und selten ein nächster Karriereschritt. Relevante Entwicklung erfolgt in der Regel über Studiengänge an Fachhochschulen (Bachelor/Master), CAS/MAS sowie Funktions- und Führungsrollen.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Höhere Fachprüfung (HFP) – bereits erreicht

Die Funktion «Fachexperte/-expertin in Nephrologiepflege» ist selbst eine Höhere Fachprüfung (HFP). Weitere HFPs sind in diesem spezifischen Berufsfeld selten vorgesehen. Für den nächsten Schritt bieten sich vor allem FH-Studien (Bachelor/Master), CAS/MAS sowie erweiterte Fach-, Projekt- oder Führungsaufgaben an.

Höhere Fachschule (HF)

Bachelor of Science (FH) in Pflege

Akademische Vertiefung und Erweiterung der pflegewissenschaftlichen Kompetenzen mit Perspektiven in Advanced Nursing Practice, Bildung oder Projektarbeit.

Nachdiplomstufe: MAS in Management im Gesundheitswesen

Aufbau von Management- und Leadershipkompetenzen für Leitungs- und Steuerungsaufgaben in Pflegeorganisationen oder interprofessionellen Settings.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Hoher Bedarf an spezialisierten Pflegefachpersonen aufgrund demografischer Entwicklung und Zunahme chronischer Nierenerkrankungen.
  • Mehr ambulante Versorgung (Dialysepraxen/Heimdialyse) erhöht die Nachfrage nach koordinationsstarken Fachpersonen.
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit gewinnt an Bedeutung, insbesondere rund um Transplantationen und komplexe Therapien.
  • Digitalisierung und Telemonitoring unterstützen Therapieadhärenz und Versorgungsqualität.

Tipps & Tricks

Selbstmanagement fördern
Nutze strukturierte Schulungspläne und motivierende Gesprächsführung, um Patient:innen und Angehörige im Alltag zu stärken.

Aktuell bleiben
Verfolge Leitlinien und Fachentwicklungen (Dialyseverfahren, Transplantationsnachsorge) und teile Wissen im Team.

Resilienz pflegen
Suche Supervision/Intervision, achte auf Pausen und reflektiere herausfordernde Situationen systematisch.

Interprofessionell vernetzen
Baue tragfähige Schnittstellen zu Nephrologie, Transplantationszentren, Hausärzt:innen und Spitex auf.

Qualität sichtbar machen
Arbeite mit Indikatoren, Outcome-Messungen und Feedbacks – das stärkt Patient:innensicherheit und Teamlernen.

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