Fachexperte/-expertin in Psychiatriepflege HFP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Psychiatriepflege HFP
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Fachexperte/-expertin in Psychiatriepflege HFP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Psychiatriepflege HFP
Als Fachexperte/-expertin in Psychiatriepflege begleitest, betreust und pflegst du erwachsene Menschen mit psychischen Erkrankungen – stationär, ambulant oder zu Hause. Du stärkst ihre Gesundheits- und Selbstkompetenz, unterstützt bei der Bewältigung des Alltags und beziehst Angehörige gezielt in den Pflege- und Betreuungsprozess mit ein. In enger Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus Gesundheits- und Sozialwesen übernimmst du Fachführung, stimmst Massnahmen interprofessionell ab, überprüfst laufend den Pflegeprozess und leitest bei Bedarf Anpassungen ein. Zudem engagierst du dich in Prävention, Öffentlichkeitsarbeit und – je nach Stelle – in Projekten oder Forschung.
- Pflege, Begleitung und Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in unterschiedlichen Lebensphasen
- Alltagsbewältigung fördern und Teilhabe/Integration ermöglichen
- Gesundheits- und Selbstkompetenz der Betroffenen stärken
- Fachführung im Pflege- und Betreuungsprozess
- Pflegeverläufe beurteilen, Massnahmen anpassen und evaluieren
- Wissensweitergabe und Unterstützung der Teamentwicklung
- Therapeutische Gespräche und Beratung von Betroffenen
- Einbezug, Anleitung und Beratung von Angehörigen
- Strukturiertes, verständliches Informations- und Schnittstellenmanagement
- Enge Kooperation mit Fachpersonen aus Gesundheits- und Sozialwesen
- Koordination von Abläufen und Leistungen innerhalb der Versorgungskette
- Qualitätssicherung und Mitwirkung an organisatorischen Prozessen
- Mitarbeit in Projekten zur Prävention und Früherkennung
- Mitwirkung an Forschungsvorhaben je nach Einsatzbereich
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit für psychische Gesundheit
Hinweis
Die Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) ist modular nach OdASanté aufgebaut. Ein Teil der Kurskosten wird vom Bund rückerstattet: Bis zu 50% des Kursgeldes (max. CHF 10’500) sowie zusätzlich CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds (für Mitarbeitende von Mitgliedsfirmen). Informationen zu Bildungsanbietern und Prüfungsunterlagen: OdASanté. Berufsinfo: Gateway.
Informationen zur Ausbildung
Die Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) ist modular aufgebaut und in der Regel berufsbegleitend. Inhalte sind u. a. Fachführung, Pflegeprozess, Kommunikation, Wissensmanagement, Organisation sowie Vertiefung, Synthese und Integration in der Psychiatriepflege. Voraussetzung sind ein Abschluss als Pflegefachperson HF oder ein vom SRK anerkannter Bachelor/Master in Pflege (oder gleichwertig), mindestens zwei Jahre Berufserfahrung zu 80% in der psychiatrischen Pflege/Betreuung sowie die erforderlichen Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen.
- Diplom als Pflegefachmann/-frau HF oder Bachelor/Master of Science in Pflege (SRK-anerkannt) bzw. gleichwertiger Abschluss
- Mind. 2 Jahre Berufserfahrung zu 80% in der Pflege/Betreuung von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung
- Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen
- Führungs- und Sozialkompetenzen, hohes Verantwortungsbewusstsein, physische und psychische Belastbarkeit
Modulare, in der Regel berufsbegleitende Vorbereitung. Die Gesamtdauer variiert je nach Bildungsanbieter, Vorwissen und Lerntempo.
- Fachführung in der Pflege
- Pflegeprozess
- Kommunikation
- Wissensmanagement & Organisation
- Vertiefung, Synthese & Integration
- Fachführung in der Organisation
Vertiefung und Transfer der Theorie in psychiatrischen Settings; kontinuierliche Überprüfung und Anpassung des Pflegeprozesses.
Der Bund erstattet bis zu 50% des Kursgeldes (max. CHF 10’500) sowie zusätzlich CHF 4’000 (für Mitarbeitende von Mitgliedsfirmen) aus dem Weiterbildungsfonds. Informationen: OdASanté.
Mit anerkannten pflegerischen Vorqualifikationen (HF/FH, SRK-Anerkennung) und entsprechender Berufserfahrung in der Psychiatrie möglich; erforderliche Module bzw. Gleichwertigkeiten sind nachzuweisen.
Herausforderungen im Berufsalltag
Komplexe Fallverläufe koordinieren
Emotionale Belastungen aushalten
Deeskalation in Krisensituationen
Dokumentations- und Qualitätsdruck
Interprofessionell abstimmen
Zeitdruck und Priorisierung
Kulturelle Diversität berücksichtigen
Wichtige Kompetenzen
-
Einfühlungsvermögen & Kontaktfähigkeit
Du begegnest Betroffenen und Angehörigen empathisch, offen und kultursensibel.
-
Kommunikationsstärke & Führung
Du führst im Pflegeprozess, moderierst anspruchsvolle Gespräche und vermittelst sicher.
-
Belastbarkeit & Ausgeglichenheit
Auch in komplexen, hektischen Situationen bleibst du stabil und handlungsfähig.
-
Verschwiegenheit & Verantwortung
Du gehst sorgfältig mit sensiblen Informationen um und trägst hohe Verantwortung.
-
Beobachtungsgabe & Analyse
Du erkennst Veränderungen früh und leitest passende Massnahmen ab.
-
Teamfähigkeit & Kooperation
Du arbeitest interprofessionell und vernetzt mit unterschiedlichen Fachpersonen.
-
Lernfreude & Wissensmanagement
Du hältst dein Wissen aktuell und gibst es strukturiert weiter.
-
Initiative & Selbstorganisation
Du setzt Prioritäten, packst an und strukturierst komplexe Abläufe.
Lohn als Fachexperte/-expertin in Psychiatriepflege HFP
Die Lohnhöhe variiert je nach Kanton, Arbeitgeber, Funktion und Erfahrung. Folgende Bandbreiten geben eine Orientierung für den Monatslohn (Brutto) in der Schweiz:
- Berufseinstieg (0–2 Jahre): CHF 7’000 – 7’500
- Mittlere Erfahrung (3–7 Jahre): CHF 7’500 – 8’500
- Erfahren (8+ Jahre): CHF 8’500 – 9’500 (oder mehr in Leitungsfunktionen/Spezialkliniken)
Es handelt sich um Richtwerte und Durchschnittsspannen. Individuelle Löhne können abweichen.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
Als Fachexperte/-expertin in Psychiatriepflege HFP eröffnen sich dir vielfältige Wege: Du kannst dich ohne zusätzliche formale Abschlüsse über Erfahrung und Verantwortungsübernahme weiterentwickeln oder mit Weiterbildungen an Fachhochschulen (BSc Pflege) und in der Nachdiplomstufe (z. B. MAS) deine Karrierechancen erweitern.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Durch Spezialisierung, Fachführung, Projektarbeit und Bildungsaufgaben baust du deine Rolle und Verantwortung in Praxis und Organisation schrittweise aus.
Mit wachsender Erfahrung vertiefst du dich z. B. in sozialpsychiatrischen Einrichtungen, Konsiliar- und Liaisonpsychiatrie, ambulanten Diensten oder auf spezifische Störungsbilder. So baust du deine Expertise gezielt aus.
Du übernimmst Fachführung im Pflegeprozess, coachst Mitarbeitende, unterstützt Wissenstransfer und Qualitätsentwicklung im Team.
Mitarbeit in Projekten zur Prävention, Früherkennung und Versorgungsentwicklung; Weiterentwicklung von Standards und Abläufen in der Organisation.
Du gestaltest Schulungen, Fallbesprechungen und Praxisanleitungen und trägst zur kontinuierlichen Weiterbildung im Team bei.
Je nach kantonalen Rahmenbedingungen kannst du ambulante Unterstützungs- oder Beratungsangebote aufbauen (z. B. Angehörigenberatung, Gruppenangebote).
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Ein Bachelor an der Fachhochschule (BSc Pflege) sowie Nachdiplomsangebote (z. B. MAS im Gesundheitsmanagement) eröffnen dir Wege in anspruchsvollere Fach-, Projekt- oder Führungsfunktionen.
Berufsprüfung BP
Die Qualifikation liegt bereits auf Stufe Höhere Fachprüfung (HFP). Zusätzliche BPs dienen in der Regel der Spezialisierung vor einer HFP und sind nach bestandener HFP meist nicht der nächste Entwicklungsschritt. Sinnvolle Weiterentwicklungen erfolgen typischerweise über FH-Studium (BSc Pflege) oder Nachdiplomsstufe (z. B. MAS).
Höhere Fachprüfung (HFP)
Du hast mit diesem Abschluss bereits die HFP erreicht. Weitere berufliche Entwicklung verläuft über vertiefte Spezialisierung in der Praxis, Projekt- und Führungsverantwortung oder Studienangebote an Fachhochschulen (BSc Pflege) bzw. Nachdiplomsstudien (z. B. MAS).
Höhere Fachschule (HF)
Für die HFP ist in der Regel ein HF- oder FH-Abschluss in Pflege Voraussetzung. Zusätzliche HF-Studiengänge sind nach der HFP meist nicht vorrangig; der Schwerpunkt liegt auf hochschulischen Weiterbildungen (BSc Pflege) oder MAS-Programmen.
Arbeitsmarkt & Trends
- Zunehmende psychische Erkrankungen erhöhen den Bedarf an spezialisierter Psychiatriepflege – Fachkräfte sind sehr gefragt.
- Vielfältige Einsatzorte: sozialpsychiatrische Institutionen, Kliniken (stationär), Konsiliardienste, ambulante Angebote und auch nicht-psychiatrische Einrichtungen.
- Stärkerer Fokus auf Prävention, Früherkennung und Angehörigenarbeit.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit und koordinierte Versorgung gewinnen weiter an Bedeutung.
- Projekt- und Forschungsbeteiligung tragen zur Weiterentwicklung der Versorgung bei.
Tipps & Tricks
Selbstfürsorge planen
Regelmässige Reflexion, Supervision und klare Grenzen helfen, emotionale Belastungen gesund zu bewältigen.
Deeskalation trainieren
Vertiefe Techniken zur Krisenintervention und Kommunikation in herausfordernden Situationen.
Interprofessionell vernetzen
Pflege, Psychiatrie, Sozialarbeit und Hausärzte: Klare Rollen und strukturierte Absprachen erhöhen die Versorgungsqualität.
Dokumentation effizient halten
Nutz Vorlagen, Standards und Priorisierung, um Dokumentations- und Qualitätsanforderungen gut zu erfüllen.
Kultur- und Angehörigenarbeit
Beziehe kulturelle Hintergründe ein und arbeite lösungsorientiert mit Angehörigen.
