Fachexperte/-expertin in Palliative Care HFP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Palliative Care HFP
  • Hinweis
  • Informationen zur Weiterbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Fachexperte/-expertin in Palliative Care HFP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachexperte/-expertin in Palliative Care HFP
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in Palliative Care HFP

Als Fachexperte/-expertin in Palliative Care begleitest und betreust du Menschen mit unheilbaren, lebensbedrohlichen und/oder chronisch fortschreitenden Krankheiten – medizinisch, pflegerisch, psychologisch und spirituell. Du berätst Patient:innen und ihre Bezugspersonen ressourcenorientiert im Umgang mit Symptomen und Alltagseinschränkungen. Im interprofessionellen Team übernimmst du die Fachführung des Pflegeprozesses: Du steuerst, koordinierst und evaluierst die Pflege, unterstützt Therapieentscheidungen (Durchführung oder Abbruch) und achtest dabei stets auf den Patientenwillen. Zudem verfolgst du Fach- und Berufsentwicklung sowie gesundheitspolitische Tendenzen und leitest das Vorgehen in komplexen und unerwarteten Situationen.

Begleitung & Beratung im Alltag
  • Patient:innen und Zugehörige kontinuierlich begleiten und beraten
  • Ressourcenorientierte Unterstützung bei Alltagsherausforderungen und Symptomen
  • Schulung im Umgang mit Erkrankung und Selbstmanagement
Pflegeprozess & Symptommanagement
  • Fachführung im Pflegeprozess in palliativen Situationen
  • Steuerung, Koordination und Evaluation der Pflege
  • Symptomlinderung und Erhalt der Lebensqualität
Psychologische & spirituelle Unterstützung
  • Emotionale Stabilisierung in Krisen- und Abschiedsphasen
  • Einbezug spiritueller Bedürfnisse und Angebote
  • Stärkung von Resilienz und Coping-Strategien
Entscheidungsfindung & Ethik
  • Unterstützung bei Therapieentscheiden (Fortführung/Abbruch)
  • Moderation bei Konflikten unter Achtung des Patientenwillens
  • Mitwirkung an Ethikprozessen und -konsilien
Organisation & Fachentwicklung
  • Leitung des Vorgehens in komplexen, unerwarteten Situationen
  • Weiterentwicklung von Standards, Leitlinien und Qualität
  • Verfolgung gesundheitspolitischer Trends und Berufsrollen
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Hinweis

Die für die HFP erforderlichen Qualifikationen werden in Modulen erworben. Der Bund übernimmt im Rahmen der Subjektfinanzierung 50% des Kursgeldes (max. CHF 10’500.–); zusätzlich können – sofern Mitgliedsfirma – CHF 4’000.– aus dem Weiterbildungsfonds rückerstattet werden. Details zu Prüfungsordnung, Wegleitung und Bildungsanbietern findest du bei der nationalen Dachorganisation OdASanté.

Informationen zur Weiterbildung

Die Höhere Fachprüfung (HFP) "Fachexperte/-expertin in Palliative Care" ist ein weiterbildungsorientierter Abschluss. Die Qualifikationen zur Prüfungszulassung werden in der Regel modular erworben (gemäss OdASanté). Voraussetzungen bei Prüfungsantritt sind:

  • Diplom als Pflegefachmann/-frau HF, ein gleichwertiger altrechtlicher Diplompflege-Abschluss, ein BSc/MSc in Pflege oder ein vom SRK anerkannter gleichwertiger Abschluss in Pflege
  • Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung (bei 80%-Anstellung) in einer Einheit mit Schwerpunkt Palliative Care (Spital/Klinik, stationäre oder ambulante Pflegeinstitution)
  • Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen

Die Dauer ist je nach Bildungsanbieter und individuellem Vorwissen unterschiedlich und richtet sich nach den benötigten Modulen zur Prüfungsvorbereitung. Inhaltliche Schwerpunkte sind u. a. Fachführung in der Pflege, Symptommanagement, Begleitung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen (Kommunikation, Beratung, Edukation) sowie Kommunikation, Wissensmanagement, Organisation und Fachführung in der Organisation.

Hinweis zur Finanzierung: Der Bund erstattet 50% der Kurskosten (max. CHF 10’500.–); zusätzlich sind CHF 4’000.– aus dem Weiterbildungsfonds möglich (bei Mitgliedsfirma).

Mehr Infos findest du bei OdASanté sowie in den offiziellen Profilen: Gateway und berufsberatung.ch.

Voraussetzungen
  • Diplom Pflege HF, BSc/MSc in Pflege oder gleichwertiger, SRK-anerkannter Abschluss
  • Mind. 2 Jahre Berufserfahrung bei 80% in einem Setting mit Schwerpunkt Palliative Care
  • Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen
Dauer

Modular, je nach Bildungsanbieter und individuellem Vorwissen unterschiedlich; richtet sich nach den für die Prüfungszulassung benötigten Modulen.

Schulische Bildung (Module)
  • Fachführung in der Pflege
  • Symptommanagement
  • Begleitung von Menschen mit unheilbaren Erkrankungen: Kommunikation, Beratung, Edukation
  • Kommunikation, Wissensmanagement, Organisation
  • Fachführung in der Organisation
Berufliche Praxis

Praxiserfahrung in Spitälern/Kliniken, stationären oder ambulanten Pflegeeinrichtungen mit Schwerpunkt Palliative Care; Anwendung und Vertiefung der Modulkompetenzen im Arbeitsalltag.

Finanzierung

Bundessubvention: 50% Rückerstattung der Kurskosten (max. CHF 10’500.–); zusätzlich bis CHF 4’000.– aus dem Weiterbildungsfonds (bei Mitgliedsfirma).

Quereinstieg

Mit anerkanntem Pflegeabschluss und relevanter Palliative-Care-Erfahrung ist der direkte Einstieg in die modulare Vorbereitung auf die HFP möglich (Anrechnung von Gleichwertigkeiten beachten).

Herausforderungen im Berufsalltag

Emotionale Belastung

Komplexe Entscheidungsprozesse

Konflikte wertschätzend moderieren

Symptome sicher managen

Interprofessionell koordinieren

Patientenwille respektieren

Krisen souverän leiten

Wichtige Kompetenzen

  • Einfühlungsvermögen

    Du begegnest Patient:innen und Angehörigen empathisch, respektvoll und ressourcenorientiert.

  • Fachführung & Organisation

    Du steuerst komplexe Pflegeprozesse, koordinierst interprofessionelle Teams und behältst den Überblick.

  • Kommunikationsstärke

    Du führst anspruchsvolle Gespräche, moderierst Entscheidungsprozesse und erklärst Optionen verständlich.

  • Belastbarkeit & persönliche Reife

    Du bleibst in belastenden Situationen handlungsfähig und kennst deine Grenzen.

  • Teamfähigkeit

    Du arbeitest konstruktiv mit verschiedenen Berufsgruppen zusammen und förderst die Zusammenarbeit.

  • Entscheidungs- und Konfliktkompetenz

    Du unterstützt Therapieentscheide und begleitest Konflikte lösungsorientiert.

  • Ethik- und Rechtsverständnis

    Du berücksichtigst Patientenwillen, ethische Leitlinien und rechtliche Rahmenbedingungen.

  • Beratungs- und Schulungskompetenz

    Du stärkst Patient:innen und Zugehörige im Umgang mit Symptomen und Alltagsherausforderungen.

Lohn als Fachexperte/-expertin in Palliative Care HFP

Der Lohn hängt von Erfahrung, Region, Arbeitgeber und Funktion ab. Auf Basis der verfügbaren Informationen und marktüblichen Spannen kannst du mit folgendem Monatsbruttolohn rechnen:

  • Einstieg nach HFP (0–2 Jahre als Fachexperte/-in): CHF 7’200 – 7’800
  • 3–7 Jahre Erfahrung: CHF 7’800 – 8’500
  • Über 7 Jahre Erfahrung / mit erweiterter Verantwortung: CHF 8’500 – 9’500+

Je nach Haus sind ein 13. Monatslohn sowie Zulagen für Nacht-/Wochenenddienste üblich.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Fachexperte/-expertin in Palliative Care HFP

Mit dem eidg. Diplom auf HFP-Stufe übernimmst du eine spezialisierte Rolle mit hoher Verantwortung. Deine nächsten Schritte führen – je nach Ziel – über Spezialisierung im Praxisfeld, erweiterte Fach- und Führungsverantwortung oder akademische Weiterbildungen (Bachelor/Master, CAS/DAS/MAS). Unten findest du Möglichkeiten mit und ohne zusätzliche formale Weiterbildung.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Du kannst dich durch Erfahrung und Rollenentwicklung weiter profilieren – z. B. in Fachführung, Qualitätsentwicklung, Case Management, Schulung/Coaching oder in spezifischen Einsatzfeldern (stationär, ambulant, im mobilen Dienst oder zu Hause).

Spezialisierung im Einsatzfeld

Mit wachsender Erfahrung kannst du dich im jeweiligen Setting profilieren – z. B. mobiler Palliativdienst, Palliativstation/-klinik, stationäres Hospiz, Akut- oder Langzeitbereich, Spitex oder häusliche Betreuung.

Fachführung und Qualität

Übernimm erweiterte Fachverantwortung, gestalte Prozesse, entwickle Standards weiter und engagiere dich in Qualitäts- und Ethikgremien.

Coaching, Schulung, Beratung

Begleite Teams fachlich, führe Schulungen zu Symptommanagement, Kommunikation und Entscheidungsfindung durch und stärke die interprofessionelle Zusammenarbeit.

Projekt- und Fallkoordination

Leite komplexe Fallbesprechungen, Advance-Care-Planning-Prozesse und bereichsübergreifende Projekte zur Weiterentwicklung der Palliative Care.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Mögliche Wege sind FH-Studiengänge (Bachelor/Master in Pflege) oder Nachdiplomstudien wie CAS/DAS/MAS – z. B. in Management im Gesundheitswesen. Damit erweiterst du deine Kompetenzen für Leitungs-, Bildungs- oder Projektfunktionen.

Berufsprüfung BP

Berufsprüfungen (BP) – Einordnung

Für Fachexpert:innen in Palliative Care (HFP) sind keine spezifischen, aufbauenden BP vorgesehen. Berufsprüfungen liegen in der Qualifikationsstruktur unterhalb der HFP und dienen in der Regel als vorgelagerter Karriereschritt. Relevante Entwicklung nach der HFP erfolgt primär über FH-Studiengänge (Bachelor/Master) oder CAS/DAS/MAS.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Bereits Abschluss auf HFP-Stufe

Der Abschluss "Fachexperte/-expertin in Palliative Care" ist selbst eine Höhere Fachprüfung (HFP). Eine weitere HFP ist in der Regel nicht erforderlich; die fachliche Entwicklung erfolgt über Spezialisierungen, Projekt- und Führungsverantwortung oder akademische Weiterbildungen (z. B. MAS).

Höhere Fachschule (HF)

Dipl. Pflegefachperson HF – Grundlage/Äquivalent

Für die Zulassung zur HFP ist ein Diplom in Pflege HF (oder gleichwertiger, vom SRK anerkannter Abschluss bzw. BSc/MSc in Pflege) erforderlich. Falls noch nicht vorhanden, stellt die HF Pflege eine geeignete Grundlage dar; danach kann die HFP Palliative Care angestrebt werden.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Demografischer Wandel: Mehr chronische und komplexe Krankheitsverläufe erhöhen den Bedarf an spezialisierter Palliative Care.
  • Ausbau spezialisierter Angebote: Palliativstationen, Konsiliardienste und mobile Palliativdienste gewinnen an Bedeutung – stationär wie ambulant.
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit: Stärkerer Fokus auf koordinierte Versorgung, Advance Care Planning und Einbezug der Angehörigen.
  • Ambulant vor stationär: Vermehrte Betreuung zu Hause und in Spitex-Strukturen – neue Rollen und Kompetenzen gefragt.
  • Qualitäts- und Ethikstandards: Zunehmende Bedeutung von Leitlinien, Outcomes und ethischer Entscheidungsfindung.
  • Weiterbildungspfad: Modularisierung und finanzielle Unterstützung (Bundessubvention) fördern die Spezialisierung.

Tipps & Tricks

Selbstfürsorge ernst nehmen
Supervision, Intervision und klare Grenzen helfen, psychisch gesund zu bleiben.

Kommunikation üben
Trainiere Gesprächsführung bei schlechten Nachrichten, Zielklärung und Konfliktmoderation.

Advance Care Planning
Baue Kompetenzen in Vorausplanung, Patientenverfügung und Shared Decision Making aus.

Symptommanagement vertiefen
Halte dein Wissen zu Schmerz, Dyspnoe, Delir & Co. aktuell und evidenzbasiert.

Netzwerk pflegen
Arbeite eng mit Hausärzt:innen, Spitälern, Spitex, Seelsorge, Psychologie und Sozialdiensten zusammen.

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