Fachexperte/-expertin in geriatrischer u. psychoger. Pflege HFP

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in geriatrischer u. psychoger. Pflege HFP
  • Hinweis
  • Informationen zur HFP
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Fachexperte/-expertin in geriatrischer u. psychoger. Pflege HFP
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Fachexperte/-expertin in geriatrischer u. psychoger. Pflege HFP

Als Fachexpert:in in geriatrischer und psychogeriatrischer Pflege begleitest, betreust und pflegst du ältere Menschen, die medizinische und psychogeriatrische Unterstützung benötigen. Du handelst in komplexen, auch instabilen Situationen eigenverantwortlich – präventiv, kurativ, rehabilitativ und palliativ. Du informierst Patient:innen und ihre Bezugspersonen, berätst sie zum ressourcenorientierten Umgang mit der Lebenssituation und unterstützt sie bei der Bewältigung von Krankheitsfolgen im Alltag. Zudem übernimmst du die fachliche Entwicklung deines Teams, verfolgst Fach- und Berufsentwicklungen sowie gesundheitspolitische Tendenzen und führst interdisziplinäre Teams in aussergewöhnlichen Situationen.

Alltägliche Begleitung & Betreuung
  • Ältere Menschen in ihrer täglichen Routine begleiten und unterstützen.
  • Hilfe bei der Bewältigung von Krankheitsfolgen im Alltag leisten.
  • Ressourcenorientierte Lösungen zur Selbstständigkeit fördern.
Beratung & Information
  • Patient:innen und Bezugspersonen über Krankheitsauswirkungen und Therapie informieren.
  • Zum Umgang mit Einschränkungen beraten und alltagsnahe Strategien aufzeigen.
  • In Konfliktsituationen Lösungen erarbeiten und den Willen der Betroffenen respektieren.
Medizinisch-pflegerische Expertise
  • In komplexen, instabilen Situationen präventiv, kurativ, rehabilitativ und palliativ handeln.
  • Interdisziplinäre Teams in Kurativ- und Palliativsituationen unterstützen.
  • Pflegefachliche Entscheidungen eigenverantwortlich treffen.
Fachführung & Entwicklung
  • Teams fachlich weiterentwickeln und auf dem neuesten Stand halten.
  • Fach- und Berufsentwicklungen sowie gesundheitspolitische Tendenzen verfolgen.
  • Bei aussergewöhnlichen Umständen Führung und Verantwortung übernehmen.
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Hinweis

Die Vorbereitung auf die Höhere Fachprüfung (HFP) ist modular aufgebaut. Die Kurskosten werden teilweise vom Bund übernommen: Absolvent:innen einer HFP können 50% des Kursgeldes (max. CHF 10’500) zurückerstatten lassen; zusätzlich sind bis zu CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich (sofern Mitgliedsfirma). Informationen: OdASanté.

Informationen zur HFP

Die Qualifikation «Fachexperte/-expertin in geriatrischer und psychogeriatrischer Pflege mit eidg. Diplom» wird über eine Höhere Fachprüfung (HFP) erworben. Die Vorbereitung ist modular aufgebaut (gemäss OdASanté) und kombiniert Theorie mit beruflicher Praxis. Zulassungsvoraussetzung ist in der Regel ein Diplom als Pflegefachperson HF, BSc/MSc in Pflege oder ein vom SRK anerkannter gleichwertiger Abschluss, mindestens zwei Jahre einschlägige Berufserfahrung (zu 80%) mit geriatrischem/psychogeriatrischem Schwerpunkt sowie die geforderten Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeiten. Die Dauer richtet sich nach Anbieter und individuellem Lerntempo.

Zulassungsvoraussetzungen
  • Diplom als Pflegefachperson HF, BSc/MSc in Pflege oder SRK-anerkannter gleichwertiger Abschluss.
  • Mindestens 2 Jahre Berufserfahrung zu 80% in Einrichtungen mit hohem Anteil an geriatrischen/psychogeriatrischen Fragestellungen.
  • Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen.
Dauer & Aufbau

Modulare Vorbereitung unterschiedlicher Dauer je nach Bildungsanbieter und individuellem Lerntempo (gemäss OdASanté). Theorie-Module werden mit der beruflichen Praxis verzahnt.

Module (Beispiele)
  • Fachführung in der Pflege / in der Organisation
  • Pflege, Betreuung und Begleitung
  • Beratung
  • Kommunikation, Organisation, Wissensmanagement
Berufliche Praxis

Parallel zur Modulbildung wendest du das Gelernte im geriatrischen/psychogeriatrischen Setting an und vertiefst deine Kompetenzen in der Praxis.

Abschluss & Titel

Höhere Fachprüfung (HFP) mit dem Abschluss «Fachexperte/-expertin in geriatrischer und psychogeriatrischer Pflege mit eidg. Diplom».

Finanzierung

Bundesbeiträge: Rückerstattung von 50% der Kurskosten (max. CHF 10’500). Zusätzlich bis zu CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich (sofern Mitgliedsfirma). Informationen bei OdASanté.

Herausforderungen im Berufsalltag

Komplexe, instabile Situationen

Emotionale Abgrenzung vom Leid

Führungs- und Organisationsdruck

Interdisziplinäre Koordination

Konflikte mit Angehörigen

Zeitdruck und Dokumentation

Palliative Begleitung

Stetige fachliche Weiterentwicklung

Wichtige Kompetenzen

  • Empathie & Kontaktfreude

    Einfühlungsvermögen im Umgang mit älteren Menschen und ihren Angehörigen.

  • Organisationstalent & Selbstständigkeit

    Pflegeprozesse strukturieren, priorisieren und in komplexen Situationen den Überblick behalten.

  • Führungskompetenz

    Teams fachlich anleiten, Wissen vermitteln und in Ausnahmesituationen sicher führen.

  • Belastbarkeit

    Psychisch und physisch widerstandsfähig, besonders in Palliativ- und Krisensituationen.

  • Kommunikationsfähigkeit

    Adressatengerecht informieren, beraten und interprofessionell kooperieren.

  • Teamfähigkeit

    Mit verschiedenen Fachpersonen vertrauensvoll zusammenarbeiten.

  • Lernfreude & rasche Auffassungsgabe

    Fach- und Berufsentwicklungen verfolgen und ins Handeln übertragen.

  • Vertrauenswürdigkeit & Verschwiegenheit

    Sensible Gesundheitsdaten schützen und verlässlich handeln.

Lohn als Fachexperte/-expertin in geriatrischer u. psychoger. Pflege HFP

Die Löhne variieren je nach Region, Trägerschaft und Verantwortung. Folgende Bandbreiten orientieren sich an verfügbaren Angaben zu diplomierten Pflegefachpersonen und berücksichtigen die Spezialisierung/HFP:

  • Berufseinstieg (0–2 Jahre): ca. CHF 6’500 – 7’200/Monat brutto
  • Mit erster Erfahrung (3–5 Jahre): ca. CHF 7’200 – 7’800/Monat brutto
  • Erfahren (6–10 Jahre): ca. CHF 7’800 – 8’500/Monat brutto
  • Sehr erfahren (>10 Jahre): ca. CHF 8’500 – 9’500+ /Monat brutto

Individuelle Faktoren (Zulagen, Dienste, Funktionen) können die Lohnhöhe zusätzlich beeinflussen.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen

Mit dem eidg. Diplom als Fachexpert:in in geriatrischer und psychogeriatrischer Pflege HFP eröffnen sich dir vielfältige Wege: Du kannst dich in der Praxis spezialisieren, Führungsverantwortung übernehmen oder dich akademisch weiterqualifizieren – zum Beispiel mit einem Bachelor of Science (FH) in Pflege oder mit Nachdiplomstudien wie CAS/MAS (z. B. Management im Gesundheitswesen).

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Spezialisierung im Praxisfeld

Vertiefe deine Expertise ohne formalen Abschluss, z. B. in Demenzpflege, Delir-Management, Sturzprävention, Schmerzmanagement oder Palliative Care im Alter.

Team- und Fachentwicklung

Übernimm erweiterte Verantwortung in der Fachführung, entwickle Standards, gestalte Schulungen und begleite Qualitätsprojekte auf der Station oder im Bereich.

Projekt- und Qualitätsmanagement

Leite Verbesserungsprojekte, implementiere evidenzbasierte Konzepte und optimiere Prozesse in Akutgeriatrie, Langzeitpflege oder Spitex.

Bildungsverantwortung & Mentoring

Begleite Lernende und neue Mitarbeitende, übernehme Praxisanleitung und interne Weiterbildung.

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Mögliche Schritte sind u. a. ein Bachelor of Science (FH) in Pflege, Nachdiplomstudien an FH/Universitäten (CAS/MAS, z. B. Management im Gesundheitswesen) sowie fachliche Vertiefungen über zertifizierte Kurse.

Berufsprüfung BP

Berufsprüfung (BP) – Hinweise

Für Fachexpert:innen in geriatrischer und psychogeriatrischer Pflege HFP sind aktuell keine spezifischen BP-Abschlüsse als nächster formaler Schritt ausgewiesen. Vertiefungen erfolgen meist über Kurse bzw. CAS an Fachhochschulen oder über praxisnahe Spezialisierungen.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Bereits HFP-Niveau erreicht

Diese Funktion befindet sich bereits auf der Stufe Höhere Fachprüfung (HFP). Weitere HFP-spezifische Aufbauprüfungen sind nicht standardisiert; Weiterbildungen erfolgen v. a. via FH-Studium (BSc/MSc) oder Nachdiplomstufe (CAS/MAS).

Höhere Fachschule (HF)

Höhere Fachschule (HF) – Hinweis

Die Zulassung zur HFP setzt in der Regel einen Abschluss als Pflegefachperson HF oder einen gleichwertigen/tertiären Pflegeabschluss voraus. Zusätzliche HF-Studiengänge sind daher meist nicht erforderlich; der nächste formale Schritt führt eher in Richtung FH (BSc/MSc) oder Nachdiplomstudien (CAS/MAS).

Arbeitsmarkt & Trends

  • Demografischer Wandel: Mehr hochbetagte Menschen steigern den Bedarf an geriatrischer und psychogeriatrischer Expertise in Spitälern, Langzeitpflege und Spitex.
  • Fachkräftesicherung: Gesundheitsinstitutionen suchen gezielt Fachexpert:innen mit HFP für Fach- und Führungsaufgaben.
  • Versorgungsentwicklung: Ausbau von Akutgeriatrie, Demenzkompetenzzentren und Palliative-Care-Angeboten.
  • Professionalisierung & Evidenz: Stärkerer Fokus auf evidenzbasierte Pflege, Outcome-Messung und Qualitätsentwicklung.
  • Interprofessionalität & Digitalisierung: Enge Zusammenarbeit mit Medizin, Therapie und Sozialdiensten; digitale Dokumentation und Telehealth gewinnen an Bedeutung.

Tipps & Tricks

  • Selbstfürsorge etablieren: Supervision, Austausch im Team und klare Abgrenzung helfen bei emotional fordernden Situationen.
  • Kommunikation mit Angehörigen: Transparent informieren, Erwartungen klären und Ressourcen der Familie gezielt einbinden.
  • Evidenzbasiert handeln: Leitlinien und aktuelle Fachliteratur regelmässig einbeziehen; Entwicklungen aktiv verfolgen.
  • Netzwerk pflegen: Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Ärzt:innen, Therapien und Sozialdiensten gezielt nutzen.
  • Modular planen: Bei Bildungsmodulen frühzeitig Zeit, Finanzierung und Praxisnachweise organisieren.
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