Experte/Expertin Intensivpflege NDS HF, dipl.

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Experte/Expertin Intensivpflege NDS HF, dipl.
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Experte/Expertin Intensivpflege NDS HF, dipl.
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Experte/Expertin Intensivpflege NDS HF, dipl.
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Experte/Expertin Intensivpflege NDS HF, dipl.

Als Expertin oder Experte Intensivpflege NDS HF betreust du Intensivpatient:innen und deren Angehörige in akut lebensbedrohlichen Situationen. Du handelst nach pflegerischen, ethischen und rechtlichen Prinzipien, übernimmst verantwortungsvoll delegierte therapeutische, medizintechnische und pharmakologische Interventionen und arbeitest eng mit Ärzt:innen und dem interdisziplinären Team zusammen. Der Arbeitsalltag ist dynamisch, oft zeitkritisch und erfordert hohe Fachkompetenz, schnelles Handeln und Empathie.

Alltägliche Aufgaben
  • Überwachen der Vitalzeichen und Körperfunktionen
  • Intensivpflege und Betreuung nach operativen Eingriffen
  • Situationsanalyse, Patientenaufnahme und -übernahme
Medizinische Tätigkeiten
  • Durchführen medizintechnischer Interventionen (z. B. Beatmung, Dialyse)
  • Verabreichen und Verwalten von Medikamenten nach ärztlicher Anordnung
  • Unterstützung der Vitalfunktionen in lebensbedrohlichen Situationen
Ethische und rechtliche Pflichten
  • Handeln nach pflegerischen, ethischen und rechtlichen Prinzipien
  • Sorgfältige Dokumentation von Massnahmen und Vorkommnissen
Administrative Tätigkeiten
  • Führen von Patient:innenakten und Pflegedokumentationen
  • Koordination mit Ärzt:innen und weiteren Fachpersonen
Kommunikation und Unterstützung
  • Beraten und Unterstützen von Angehörigen
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit zur optimalen Versorgung

Informationen zur Ausbildung

Der Weg zur/zum Expert:in Intensivpflege NDS HF führt über ein berufsbegleitendes Nachdiplomstudium an einer höheren Fachschule bzw. in einem Ausbildungsspital. Zugelassen sind in der Regel diplomierte Pflegefachpersonen HF oder Personen mit Bachelor of Science in Pflege FH; ausländische Abschlüsse benötigen eine schweizerische Anerkennung. Zusätzlich ist einschlägige Berufserfahrung im Akut- bzw. Intensivbereich und eine Anstellung im Fachbereich während des Studiums erforderlich. Die Dauer beträgt typischerweise 4 Semester (bei 100% Arbeitspensum ca. 2 Jahre). Weitere Details findest du u. a. bei Gateway und berufsberatung.ch.

Voraussetzungen
  • Diplom als Pflegefachperson HF oder Bachelor of Science in Pflege FH (ausländische Abschlüsse mit CH-Anerkennung)
  • Berufserfahrung im Akut-/Intensivbereich (je nach Anbieter mind. 6–12 Monate)
  • Anstellung im Fachbereich während des berufsbegleitenden Studiums
Dauer

In der Regel 4 Semester berufsbegleitend; bei 100% Arbeitspensum ca. 2 Jahre.

Schulische Bildung

Nachdiplomstudium (NDS) an einer höheren Fachschule bzw. in einem Ausbildungsspital mit Theorie- und Praxismodulen in Intensivpflege.

Berufliche Praxis

Praktische Ausbildung und Tätigkeit auf einer anerkannten Intensivpflegestation; enge Zusammenarbeit im interdisziplinären Team.

Quereinstieg

Fachpersonen mit anderem tertiärem Abschluss im Gesundheitswesen können unter Anrechnung von Vorleistungen das Pflegediplom erwerben, um zum NDS zugelassen zu werden.

Herausforderungen im Berufsalltag

Schnelle Entscheidungen in Notfällen

Hoher Zeitdruck und Verantwortung

Emotionale Belastung aushalten

Komplexe Technik sicher bedienen

Unregelmässige Dienste und Nachtarbeit

Kommunikation im Team und mit Angehörigen

Wichtige Kompetenzen

  • Analytisches Denken

    Du interpretierst komplexe klinische Situationen und triffst fundierte Entscheidungen.

  • Organisationstalent & Selbstständigkeit

    Du priorisierst unter Zeitdruck und handelst verantwortungsvoll.

  • Beobachtungsgabe & Reaktionsfähigkeit

    Du erkennst Veränderungen früh und leitest umgehend Massnahmen ein.

  • Teamfähigkeit & Kommunikation

    Du arbeitest interdisziplinär und kommunizierst klar mit Team und Angehörigen.

  • Technisches Verständnis

    Du bedienst sicher Medizintechnik wie Beatmung, Dialyse und Monitoring.

  • Belastbarkeit & psychische Stärke

    Du bleibst auch in kritischen Situationen ruhig und effizient.

  • Sorgfalt & Dokumentation

    Du hältst Massnahmen präzise fest und beachtest Richtlinien.

  • Empathie & Verschwiegenheit

    Du begegnest Patient:innen und Angehörigen achtsam und wahrtst die Privatsphäre.

Lohn als Experte/Expertin Intensivpflege NDS HF, dipl.

Die Löhne variieren je nach Kanton, Institution und Erfahrung. Auf Basis verfügbarer Quellen ergeben sich folgende Richtwerte in der Schweiz:

  • 0–2 Jahre Erfahrung: ca. CHF 6’833 pro Monat
  • 3–9 Jahre Erfahrung: ca. CHF 7’687 pro Monat
  • 10+ Jahre Erfahrung: ca. CHF 8’425 pro Monat

Durchschnittlich liegen Monatslöhne häufig zwischen rund CHF 6’980 und CHF 7’687 (Median-Jahreslöhne ca. CHF 91’000–92’242). Spitzenlöhne können bei rund CHF 8’425 pro Monat (ca. CHF 101’100/Jahr) liegen. Beachte: Es handelt sich um Durchschnittswerte; individuelle Löhne können abweichen.

Für eine persönliche Einschätzung nutze einen Lohnrechner (z. B. lohnrechner.ch) und informiere dich über kantonale Unterschiede.

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Experte/Expertin Intensivpflege NDS HF, dipl.

Mit dem NDS HF Intensivpflege stehen dir Spezialisierungen im Intensivbereich, leitende Funktionen, Lehrtätigkeiten sowie Studiengänge an Fachhochschulen offen. Details zu Wegen mit und ohne formale Weiterbildung findest du hier.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Du kannst Verantwortung im Team übernehmen, dich auf bestimmte Intensivbereiche spezialisieren und in Projekten zur Qualitätsentwicklung mitwirken.

Spezialisierung im Intensivbereich

Mit Erfahrung kannst du dich auf spezifische Intensivbereiche fokussieren, z. B. Herzchirurgie, Neurointensiv, Neonatologie oder Intermediate Care.

Schichtleitung und Tagesverantwortung

Mit Praxiserfahrung übernimmst du Verantwortung für die Koordination im Team, Einsatzplanung und die Sicherstellung der Behandlungsqualität während deiner Schicht.

Qualitäts- und Projektarbeit

Mitarbeit in Projekten zur Patient:innensicherheit, Standardentwicklung (SOPs) und Prozessoptimierung auf der Intensivstation.

Praxisanleitung

Begleitung und Einarbeitung neuer Mitarbeitender und Studierender im Team (häufig mit internen Schulungen/Anleitungskursen).

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Optionen reichen von Führungsfunktionen (HFP) über Lehr- und Bildungstätigkeiten bis hin zu einem Masterstudium in Pflege (FH). So vertiefst du dein Fach- und Führungswissen und eröffnest dir zusätzliche Karrierewege.

Berufsprüfung BP

Keine spezifische Berufsprüfung (BP) für Intensivpflege

Für diplomierte Expert:innen Intensivpflege NDS HF gibt es derzeit keine spezifische, direkt anschlussfähige BP. Karrierewege verlaufen in der Regel über leitende Funktionen, didaktische Aufgaben oder Studiengänge auf FH-Ebene.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Gruppenleiter:in / Leitende:r Experte/Expertin Intensivpflege (HFP)

Übernahme von Führungs-, Planungs- und Qualitätsaufgaben auf der Intensivstation: Teamführung, Ressourcen- und Prozessmanagement, Weiterentwicklung der pflegerischen Praxis.

Höhere Fachschule (HF)

Hinweis zur Bildungsstufe (HF)

Das Nachdiplomstudium (NDS) in Intensivpflege ist eine Weiterbildung auf HF-Stufe. Weitere HF-Diplome sind möglich, führen jedoch in andere Fachrichtungen (z. B. Dipl. Rettungssanitäter:in HF, Dipl. Radiologiefachperson HF) und sind kein üblicher nächster Schritt für Intensivpflege-Expert:innen.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Hoher und anhaltender Fachkräftemangel in der Intensivpflege erhöht die Jobstabilität.
  • Demografischer Wandel und medizinischer Fortschritt steigern die Nachfrage nach komplexer Akutversorgung.
  • Zunehmende Technologisierung (Beatmung, Monitoring, Digitalisierung) prägt Kompetenzen und Prozesse.
  • Ausbau von Intermediate-Care- und Spezial-ICUs schafft differenzierte Einsatzfelder.
  • Stärkere Rolle von Evidence-Based Practice, Qualitätssicherung und Patient:innensicherheit.

Tipps & Tricks

Routinen für Akutsituationen
Trainiere Algorithmen (z. B. ABCDE), Notfallchecklisten und Teamkommunikation (SBAR), um unter Druck sicher zu handeln.

Selbstfürsorge
Nutze Supervision und Debriefings, pflege Erholung und Schlafhygiene – die Arbeit ist mental fordernd.

Technik fit halten
Bleibe auf dem aktuellen Stand zu Beatmungs- und Dialysesystemen sowie Monitoring – regelmässige Geräte-Trainings helfen.

Kommunikation mit Angehörigen
Strukturiere Informationen, erkläre Abläufe empathisch und verständlich – das schafft Vertrauen.

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