Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung HFP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung HFP
- Informationen zur Weiterbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung HFP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung HFP
Als Expert:in für Bewegungs- und Gesundheitsförderung begleitest du Menschen, die ihr Bewegungs- und Gesundheitsverhalten nachhaltig verbessern möchten. Du analysierst Bedürfnisse und Testergebnisse, definierst Ziele und entwickelst individuelle Coachings – von Training über Ernährung bis Stressmanagement. Je nach Situation arbeitest du eng mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und weiteren Fachpersonen zusammen und übergibst Kund:innen bei Bedarf an passende Stellen.
Neben der Arbeit mit Klient:innen gestaltest du Angebote, betreibst Marketing, baust dein Netzwerk aus und führst – je nach Fachrichtung – ein Fitness- oder Bewegungsunternehmen. Dein Alltag ist abwechslungsreich: Du instruierst, zeigst vor, korrigierst, planst und evaluierst Massnahmen und bleibst fachlich am Puls neuer Methoden.
- Kundschaft empfangen, Anliegen (Bewegung, Ernährung, Stress) klären
- Tests durchführen, Ergebnisse analysieren, Ziele definieren
- Individuelle Coachings erstellen, anpassen und begleiten
- Trainings anleiten, Bewegungen vorzeigen und korrigieren
- Fachliche Rückmeldungen von Ärzt:innen/Therapeut:innen einholen
- Kund:innen bei Bedarf an passende Fachstellen übergeben
- Interprofessionelle Zusammenarbeit koordinieren
- Angebote entwickeln und zielgruppengerecht vermarkten
- Events organisieren, Vorträge halten, Social Media nutzen
- Kund:innengewinnung und -bindung systematisch umsetzen
- Organisation leiten und weiterentwickeln, Strategie umsetzen
- Personal planen und weiterbilden, Qualität sichern
- Infrastruktur bewirtschaften (Geräte, Räume)
- Fortlaufend zu neuen Methoden und Ansätzen weiterbilden
- Netzwerk aufbauen, erweitern und pflegen
Informationen zur Weiterbildung
Die HFP «Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung» ist ein Weiterbildungsberuf. Die prüfungsrelevanten Kompetenzen erwirbst du in modularen Lehrgängen und durch ausgewiesene Berufspraxis.
- BP als Spezialist/in Bewegungs- und Gesundheitsförderung (ehem. Fitnessinstruktor/in BP) und mind. 6000 Std. Berufserfahrung in 3–6 Jahren; oder
- BP Spezialist/in BGF Fachrichtung Körper- und Bewegungsschulung und mind. 900 Std. geleitete Kurseinheiten in 3–6 Jahren; oder
- Anderer eidg. anerkannter Abschluss der höheren Berufsbildung bzw. staatlich anerkannter Abschluss als Sportlehrer/in, Sportwissenschaftler/in oder Physiotherapeut/in und mind. 10’000 Std. Berufserfahrung oder 1500 Std. geleitete Kurseinheiten in 5–10 Jahren.
- Erforderliche Modulabschlüsse bzw. Gleichwertigkeitsbestätigungen
Die Vorbereitungszeit hängt von Vorbildung und Praxis ab. Die modularen Lehrgänge dauern in der Regel rund 3 Semester; das Sammeln der notwendigen Berufs- bzw. Kurserfahrung erstreckt sich über mehrere Jahre.
Die prüfungsrelevanten Qualifikationen werden in Modulen erworben. Bildungsangebote u. a. bei:
- ipso Bildung AG, Basel
- Swiss Academy of Fitness & Sports (SAFS), Zürich
- Medizinische Fitness & Gesundheitscoaching im Netzwerk
- Führung von Fitness- und Bewegungsunternehmen
Zentrale Inhalte: Pathologie/Psychopathologie, Planung & Umsetzung medizinischer Fitness und Gesundheitscoachings, Kundenbindung, Leadership, Netzwerkarbeit bzw. Unternehmensführung.
Planung und Umsetzung gesundheitswirksamer Trainings und Coachings, Mess- und Testverfahren, Kundenbindung, Qualitätssicherung sowie – je nach Fachrichtung – Führungs- und Organisationsaufgaben.
Der Bund übernimmt 50% der Kurskosten (max. CHF 10’500). Zusätzlich sind – sofern Mitgliedsfirma – Beiträge aus dem Weiterbildungsfonds von CHF 4’000 möglich.
Mit anerkannten Abschlüssen in verwandten Feldern (z. B. Sportlehrer/in, Sportwissenschaft, Physiotherapie) ist der Zugang möglich, sofern die geforderten Praxis- bzw. Kurseinheiten nachgewiesen und Moduläquivalenzen erbracht werden.
Herausforderungen im Berufsalltag
Motivation trotz schnellen Erwartungen
Unregelmässige Arbeitszeiten
Vertrauen gezielt aufbauen
Kundengewinnung und -bindung
Nachhaltige Verhaltensänderungen
Zusammenarbeit im Netzwerk
Wichtige Kompetenzen
-
Interesse an Gesundheit und Bewegung
Du lebst einen aktiven, gesundheitsorientierten Lebensstil und vermittelst diesen glaubwürdig.
-
Pädagogisches Geschick
Du instruierst, motivierst und passt Trainings und Coachings adressatengerecht an.
-
Geduld und Empathie
Du begleitest nachhaltige Verhaltensänderungen mit Ruhe und Verständnis.
-
Gepflegtes Auftreten und gute Umgangsformen
Professionelles, vertrauensbildendes Auftreten in Beratung und Coaching.
-
Vernetztes Denken
Du beziehst medizinische, psychologische und soziale Faktoren in die Planung ein.
-
Vertrauenswürdigkeit
Diskretion und Verlässlichkeit in der Arbeit mit sensiblen Gesundheitsdaten.
-
Belastbarkeit und Flexibilität
Du arbeitest auch abends und am Wochenende und bleibst unter Druck handlungsfähig.
-
Unternehmerisches Denken & Marketing
Du gestaltest Angebote, gewinnst Kundschaft und baust dein Netzwerk aus.
Lohn als Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung HFP
Der Lohn variiert nach Region, Arbeitgeber, Verantwortung und Erfahrung. Auf Basis der vorliegenden Branchenangaben ergeben sich folgende Richtwerte (Monatslohn, brutto):
Berufseinstieg (0–2 Jahre nach HFP): CHF 5’500 – 6’500
Erfahren (3–5 Jahre nach HFP): CHF 6’200 – 7’500
Senior / Führung (ab 6 Jahren nach HFP): CHF 7’000 – 8’500+
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
Nach der HFP stehen dir Spezialisierungen, Führungsverantwortung oder weitere Abschlüsse offen. Du kannst dich ohne zusätzliche formale Abschlüsse im Praxisfeld profilieren oder über weiterführende Bildungsgänge (HF/FH/HFP in anderen Fachrichtungen) neue Karrierewege erschliessen.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Baue deine Expertise in Zielgruppen wie Rückenprävention, Seniorenfitness, betriebliches Gesundheitsmanagement oder Gewichtsmanagement aus und positioniere dich als Spezialist:in.
Erweitere dein Portfolio (1:1-Coaching, Gruppenkurse, Workshops, Online-Programme) und stärke deine Marktpräsenz durch gezielte Kund:innenbindung.
Übernimm Leitungsaufgaben in Studios oder Gesundheitsunternehmen, optimiere Prozesse und entwickle Qualitätsstandards weiter.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Optionen reichen von weiteren HFP-Abschlüssen (z. B. Ausbildungsleiter/in) über Höhere Fachschulen (Bewegungspädagogik HF) bis zu Fachhochschulstudiengängen in Sport, Physiotherapie, Gesundheitsförderung & Prävention oder Ernährungsberatung sowie CAS/MAS-Programmen.
Berufsprüfung BP
Vertiefung in Planung, Durchführung und Evaluation gesundheitswirksamer Trainings – ideale Basis für die HFP.
Fokus auf ganzheitliche Bewegungsschulung, Gruppenleitung und Coaching – fundiertes Sprungbrett zur HFP.
Praxisnahe Leitung von Trainings, Gerätekunde und Kundenbetreuung; Aufbau von Erfahrung und Qualifikationen für den Schritt zur HFP.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Übernimm Verantwortung für die Planung, Organisation und Qualität von Aus- und Weiterbildungen in der Bewegungs- und Gesundheitsbranche.
Als Experte/Expertin Bewegungs- und Gesundheitsförderung befindest du dich bereits auf der Stufe Höhere Fachprüfung. Weitere Spezialisierungen und Führungsaufgaben sind naheliegend.
Höhere Fachschule (HF)
Planung und Leitung gesundheitsfördernder Bewegungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen; Verbindung von Pädagogik, Training und Prävention.
Arbeitsmarkt & Trends
- Hohe Nachfrage nach Prävention und Gesundheitsförderung in Betrieben und bei Privatkundschaft.
- Häufig freischaffende oder unternehmerische Tätigkeit – Netzwerk und Sichtbarkeit sind zentral.
- Unregelmässige Arbeitszeiten (auch abends/wochenends) erhöhen die Flexibilitätsanforderungen.
- Zunehmende interprofessionelle Zusammenarbeit mit Medizin, Therapie und Ernährung.
- Digitalisierung: Online-Coaching, Tracking und hybride Kursformate gewinnen an Bedeutung.
Tipps & Tricks
Kund:innenbindung priorisieren
Plane Follow-ups, dokumentiere Fortschritte sichtbar und feiere Etappenerfolge – das stärkt Motivation und Loyalität.
Netzwerk aktiv pflegen
Kooperiere mit Ärzt:innen, Physios, Ernährungsberatung und Unternehmen, um Empfehlungen und gemeinsame Angebote zu generieren.
Evidenzbasiert arbeiten
Nutze Tests, klare Zieldefinitionen und standardisierte Verlaufschecks – Qualität schafft Vertrauen.
Selbstmanagement
Plane Puffer für Randzeiten, achte auf Erholung und setze klare Kommunikations- und Absageregeln.
