Ergotherapeut/in FH

Alles, was du über diesen Beruf wissen musst

Worüber du dich hier informieren kannst

  • Deine Tätigkeit als Ergotherapeut/in FH
  • Informationen zur Ausbildung
  • Herausforderungen im Berufsalltag
  • Wichtige Kompetenzen
  • Lohn als Ergotherapeut/in FH
  • Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Ergotherapeut/in FH
  • Arbeitsmarkt & Trends
  • Tipps & Tricks

Deine Tätigkeit als Ergotherapeut/in FH

Als Ergotherapeut/in FH unterstützt du Menschen jeden Alters dabei, ihren Alltag möglichst selbstständig zu bewältigen – zum Beispiel nach Unfall oder Krankheit, bei Behinderung oder bei entwicklungsbedingten Schwierigkeiten. Du klärst Bedürfnisse ab, definierst mit Klient:innen realistische Ziele und förderst die Handlungsfähigkeit mit alltagsnahen Aktivitäten wie Kochen, Anziehen oder der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Du arbeitest interdisziplinär mit Angehörigen und Fachpersonen zusammen, dokumentierst den Therapieverlauf nach Qualitätsstandards und passt Massnahmen laufend an. Dein Einsatzgebiet reicht von Pädiatrie über Neurologie und Psychiatrie bis zur Geriatrie und beruflichen Wiedereingliederung.

Alltagsorientierte Therapie
  • Abklärung der Bedürfnisse und Analyse von Handlungsproblemen
  • Training von Aktivitäten des täglichen Lebens (z. B. Kochen, Anziehen, Körperpflege, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel)
  • Unterstützung bei schulischen Herausforderungen und beruflicher Wiedereingliederung
  • Spielerische Förderung von Kindern entsprechend Alter und Entwicklung
Medizinisch-therapeutische Massnahmen
  • Förderung der Handlungsfähigkeit nach Hirnverletzungen oder bei körperlichen Einschränkungen
  • Aufbau von Konzentrations- und Problemlösefähigkeit
  • Training von Bewegungsabläufen und alltagsnahen Aufgaben
  • Einsatz und Anpassung geeigneter Materialien und Hilfsmittel
Dokumentation & Qualität
  • Festlegung konkreter, realistischer Therapieziele mit Klient:innen
  • Kontinuierliche Dokumentation und Evaluation des Therapieverlaufs
  • Anpassung der Behandlung bei Bedarf gemäss Qualitätsstandards
Zusammenarbeit & Beratung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachpersonen im Gesundheits- und Sozialwesen
  • Einbezug und Beratung von Angehörigen und Bezugspersonen
  • Regelmässiger Austausch im Behandlungsteam
Wissenschaft & Weiterbildung
  • Verfolgen neuer Entwicklungen und Konzepte in der Ergotherapie
  • Mitarbeit an Forschungsprojekten und Teilen von Erkenntnissen

Informationen zur Ausbildung

Die Ausbildung zur Ergotherapeutin/zum Ergotherapeuten erfolgt an einer Fachhochschule und schliesst mit dem Bachelor of Science (BSc) ab. Dauer: 3 Jahre Vollzeit (Teilzeit möglich, entsprechend länger). Rund zwei Drittel finden in Modulen an der FH statt, ein Drittel in Praktika.

Voraussetzungen: In der Regel Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität bzw. eidg. Fachausweis/Diplom oder Abschluss einer Höheren Fachschule. Zusätzlich ein 12-monatiges Vorpraktikum (mind. 8 Monate im Gesundheits-/Sozialwesen; 4 Monate in der übrigen Arbeitswelt). Personen mit Abschluss im Gesundheits-/Sozialwesen: mind. 2 Monate Vorpraktikum. FaGe EFZ mit BM oder Fachmaturität Gesundheit: kein Vorpraktikum. Gute Englisch- und Informatikkenntnisse sowie Eignungsabklärung.

Studieninhalte (Auszug): Betätigung & Lebensalter, medizinische/psychologische/pädagogische Grundlagen, Berufskontext (Ethik, Politik), methodisches Handeln, wissenschaftliches Arbeiten, Kommunikation und interprofessionelle Zusammenarbeit.

Praxisanteil: ca. ein Drittel in ergotherapeutischen Arbeitsfeldern.

Mehr Infos: berufsberatung.ch und gateway.one.

Voraussetzungen für das Studium
  • Berufs-, Fach- oder gymnasiale Maturität; alternativ eidg. Fachausweis/Diplom oder Abschluss HF
  • Vorpraktikum: 12 Monate (mind. 8 Monate im Gesundheits-/Sozialwesen; 4 Monate in der übrigen Arbeitswelt)
  • Mit Abschluss im Gesundheits-/Sozialwesen: mind. 2 Monate Vorpraktikum
  • FaGe EFZ mit BM oder Fachmaturität Gesundheit: kein Vorpraktikum
  • Gute Englisch- und Informatikkenntnisse sowie Eignungsabklärung
Dauer

3 Jahre Vollzeit (Teilzeit möglich, entsprechend länger)

Schulische Bildung

Rund zwei Drittel an der Fachhochschule: Betätigung & Lebensalter, medizinische/psychologische/pädagogische Grundlagen, Berufskontext (Ethik, Politik), methodisches Handeln, wissenschaftliches Arbeiten, Kommunikation, interprofessionelle Zusammenarbeit

Berufliche Praxis

Rund ein Drittel Praktika in ergotherapeutischen Arbeitsfeldern

Quereinstieg

Mit Vorbildung im Gesundheits-/Sozialwesen ist ein verkürztes Vorpraktikum möglich; Details und Zulassung klärst du direkt mit den Fachhochschulen.

Herausforderungen im Berufsalltag

Motivation in schwierigen Lebenslagen

Emotionale Belastung aushalten

Interdisziplinäre Abstimmung

Hoher Dokumentationsaufwand

Geduld bei langsamen Fortschritten

Kreative Lösungen entwickeln

Komplexe Schicksale begleiten

Professionelle Grenzen einhalten

Wichtige Kompetenzen

  • Interesse an Beratung

    Du berätst, begleitest und motivierst Klient:innen und Angehörige kontinuierlich.

  • Kommunikationsfähigkeit & Selbstreflexion

    Du tauschst dich klar und empathisch im Team aus und reflektierst dein Handeln.

  • Teamfähigkeit

    Du arbeitest interprofessionell mit verschiedenen Fachpersonen zusammen.

  • Vernetztes und kritisches Denken

    Du beziehst medizinische, psychologische, soziale und Umweltfaktoren in Entscheidungen ein.

  • Beobachtungsgabe & Initiative

    Du erkennst Ressourcen und Probleme früh und leitest passende Massnahmen ein.

  • Kreativität & praktisches Geschick

    Du entwickelst alltagsnahe, kreative Therapiesettings und passt Hilfsmittel an.

  • Einfühlungsvermögen & Verantwortungsbewusstsein

    Du gehst respektvoll und professionell mit sensiblen Situationen um.

  • Geduld & Ausdauer

    Du bleibst dran, auch wenn Fortschritte klein und schrittweise sind.

  • Analytisches Denken

    Du zerlegst Tätigkeiten, analysierst Handlungsabläufe und leitest Therapieziele ab.

  • Belastbarkeit & Verschwiegenheit

    Du bewahrst Ruhe unter Druck und gehst vertraulich mit Informationen um.

Lohn als Ergotherapeut/in FH

Die folgenden Monatslöhne (brutto) basieren auf den vorliegenden Informationen und zeigen typische Spannweiten nach Berufserfahrung. Die effektive Entlöhnung variiert je nach Kanton, Arbeitgeber, Pensum und Spezialisierung.

  • 0–2 Jahre (Einstieg): ca. CHF 5’850 – 6’270
  • 3–9 Jahre: ca. CHF 6’370 – 7’100
  • ab 10 Jahren: ca. CHF 7’900 – 8’400 (Spitzenlöhne teils höher)

Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Ergotherapeut/in FH

Nach dem Bachelor stehen dir Spezialisierungen im Praxisfeld sowie akademische Wege offen: Master of Science (MSc) in Ergotherapie, Nachdiplomstudien (MAS/DAS/CAS) z. B. in Public Health, Handtherapie oder Ergonomie, bis hin zum PhD in Care & Rehabilitation Sciences. Auch Leitungsfunktionen, Lehre und Forschung sind möglich.

Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:

Mit Berufserfahrung entwickelst du dich in Spezialgebieten weiter, übernimmst mehr Verantwortung in Fallführung, Qualität und Projekten und kannst in verschiedenen Settings (Spital, Reha, Schule, ambulant, Praxis) deine Rolle ausbauen.

Spezialisierung im Praxisfeld

Mit wachsender Berufserfahrung kannst du dich ohne formale Zusatzabschlüsse auf Bereiche wie Pädiatrie, Neurologie, Psychiatrie, Geriatrie, Handrehabilitation oder Ergonomie fokussieren.

Projekt- und Qualitätstätigkeiten

Mitarbeit an Qualitätsentwicklung, Prozessoptimierung und interprofessionellen Projekten in Klinik, Reha oder ambulanten Settings.

Praxisanleitung und Verantwortung

Übernahme von Fallführung, Anleitung von Studierenden in Praktika sowie Koordination im interprofessionellen Team.

Selbstständigkeit/ambulante Praxis

Nach Berufserfahrung ist auch der Schritt in die eigene Praxis oder die Mitarbeit in ambulanten Zentren möglich (kantonale Berufsausübungsbewilligung beachten).

Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:

Mögliche Schritte: MSc in Ergotherapie (europäischer Kooperationsstudiengang), PhD/Dr.sc.med. in Care & Rehabilitation Sciences, sowie MAS/DAS/CAS-Programme (z. B. Public Health, Gerontologie, Handtherapie, Ergonomie, Gartentherapie). Damit eröffnen sich Wege in Spezialisierung, Leitung, Lehre und Forschung.

Berufsprüfung BP

Keine spezifischen Berufsprüfungen (BP)

Für Ergotherapeut/innen FH sind BP-Abschlüsse nicht der typische Weiterbildungsweg. Weiterentwicklung erfolgt vor allem über Masterstudium, Nachdiplomstudien (MAS/DAS/CAS) sowie Spezialisierungen im Praxisfeld.

Höhere Fachprüfung (HFP)

Keine einschlägige Höhere Fachprüfung (HFP)

HFP-Titel sind für Ergotherapeut/innen FH üblichweise nicht vorgesehen. Akademische Weiterbildungen wie MSc in Ergotherapie oder ein PhD (Care & Rehabilitation Sciences) sowie leitende Funktionen, Lehre und Forschung sind die gängigen Wege.

Höhere Fachschule (HF)

Bereits Fachhochschulniveau

Ergotherapie wird in der Schweiz auf Fachhochschulniveau (FH) ausgebildet. Eine Höhere Fachschule (HF) ist für Ergotherapie keine Weiterbildungsstufe. Passende Entwicklungsschritte sind MSc, MAS/DAS/CAS oder ein PhD.

Arbeitsmarkt & Trends

  • Breites Einsatzgebiet: Spitäler, Reha, Heime, Pädiatrie, Psychiatrie, Schulen, ambulante Zentren oder eigene Praxis.
  • Hoher Bedarf durch demografische Entwicklung, Rehabilitation und chronische Erkrankungen.
  • Interprofessionelle Zusammenarbeit gewinnt weiter an Bedeutung.
  • Internationale Perspektiven: Diplom ist durch den Weltverband WFOT anerkannt.

Tipps & Tricks

  • Vorpraktikum planen: Organisiere dein Vorpraktikum frühzeitig; ideal sind Einsätze im Gesundheits- oder Sozialwesen.
  • Evidenzbasiert arbeiten: Halte dich über neue Konzepte und Forschung auf dem Laufenden und nutze Fortbildungen.
  • Selbstfürsorge: Entwickle Strategien gegen emotionale Belastung und für gute Abgrenzung.
  • Dokumentation: Übe strukturierte Zielsetzung und Evaluation – Qualitätssicherung ist zentral.
  • Netzwerk: Pflege Kontakte zu Fachpersonen und nutze Angebote von EVS und Fachhochschulen.
  • Sprache & IT: Gute Englisch- und Informatikkenntnisse erleichtern Studium, Praxis und Forschung.
Footer