Disponent/in Notrufzentrale BP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Disponent/in Notrufzentrale BP
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Disponent/in Notrufzentrale BP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Disponent/in Notrufzentrale BP
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Disponent/in Notrufzentrale BP
Als Disponent:in Notrufzentrale bist du die erste Ansprechperson für Menschen in Notlagen. Du nimmst Notrufe entgegen, stellst gezielte Fragen, beurteilst die Situation und alarmierst die geeigneten Einsatzkräfte wie Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei oder Luftrettung. Du leitest Anrufende an, bis Hilfe vor Ort ist, koordinierst die Einsätze mithilfe von Einsatzleitsystemen, Funk, GPS und Abfragesoftware und hältst den Informationsfluss zwischen allen Beteiligten aufrecht. Zudem reflektierst du Einsätze, übst mit dem Team fiktive Szenarien und trägst zur Qualitätssicherung bei – auch bei planbaren Einsätzen, etwa an Grossanlässen.
Deine Aufgaben variieren in den folgenden Bereichen:
- Notrufe entgegennehmen, gezielt nachfragen und Lage rasch beurteilen
- Passende Einsatzkräfte alarmieren (Rettung, Feuerwehr, Polizei, Luftrettung)
- Anrufer:innen klare Anweisungen geben bis zum Eintreffen der Hilfe
- Einsatzleitsysteme, Abfragesoftware, Gesprächsaufzeichnung, Anruferkennung, GPS und Funkgeräte nutzen
- Technische Störungen erkennen und beheben oder geeignete Stellen beauftragen
- Alternative Werkzeuge bei Störungen einsetzen
- Informationsfluss zwischen allen Beteiligten sicherstellen
- Zusätzliche Ressourcen disponieren und Kräfte koordinieren
- Während des Einsatzes Ansprechperson für alle Beteiligten bleiben
- Einsätze reflektieren, im Team diskutieren und Erkenntnisse weitergeben
- Übungen mit fiktiven Szenarien durchführen
- Eigene Grenzen kennen und Bewältigungsstrategien anwenden
- Notfallkonzepte beurteilen und Massnahmen vorbereiten, z. B. bei Grossanlässen
Hinweis
Die Vorbereitung auf die Berufsprüfung erfolgt in der Regel über einen Lehrgang. Absolvent:innen der Berufsprüfung (BP) können beim Bund 50% der Kurskosten (max. CHF 9’500) zurückerstattet erhalten; zusätzlich sind bis zu CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich (sofern Mitgliedsfirma). Prüfe die aktuellen Bedingungen vor deiner Anmeldung.
Informationen zur Ausbildung
Die Vorbereitung auf die Berufsprüfung (BP) erfolgt in der Regel über einen strukturierten, berufsbegleitenden Lehrgang (1 Jahr). Die notwendigen Qualifikationen werden u. a. an der Höheren Fachschule für Rettungsberufe (Zürich) vermittelt. Grundlage ist die eidgenössisch genehmigte Prüfungsordnung (14.04.2021); zusätzliche Informationen erteilt das Forum Berufsbildung Rettungswesen.
Voraussetzungen für den Prüfungsantritt (Auszug): Abschluss als dipl. Rettungssanitäter:in HF oder eidg. Fachausweis Transportsanitäter:in BP oder Berufsfeuerwehrmann/-frau BP und mind. 2 Jahre einschlägige Berufserfahrung (100%) in einer Notrufzentrale. Alternativ: Abschluss auf Tertiärstufe oder EFZ mit mind. 3 Jahren einschlägiger Berufserfahrung (100%) in einer Notrufzentrale. Zusätzlich: Kompetenznachweise aus einem akkreditierten Lehrgang oder Portfolionachweis aller in der Prüfungsordnung festgehaltenen Kompetenzen.
Berufliche Praxis während der Ausbildung: Einsatzbereitschaft in der Notrufzentrale aufrechterhalten, situationsgerechte Kommunikation, Einhalten der Rahmenbedingungen, Mitwirkung in der Qualitätssicherung.
- Abschluss als dipl. Rettungssanitäter:in HF oder Transportsanitäter:in BP oder Berufsfeuerwehrmann/-frau BP und mind. 2 Jahre einschlägige Berufserfahrung (100%) in einer Notrufzentrale
- Oder: Abschluss Tertiärstufe oder EFZ und mind. 3 Jahre einschlägige Berufserfahrung (100%) in einer Notrufzentrale
- Nachweis eines akkreditierten Lehrgangs zum/zur Disponent/in Notrufzentrale oder Portfolionachweis aller Kompetenzen gemäss Prüfungsordnung
1 Jahr, berufsbegleitend
Lehrgang an der Höheren Fachschule für Rettungsberufe (Zürich); Qualifikationen gemäss Prüfungsordnung. Informationen beim Forum Berufsbildung Rettungswesen.
Einsatzbereitschaft aufrechterhalten, situationsgerecht kommunizieren, Rahmenbedingungen einhalten, an der Qualitätssicherung mitwirken.
Eidg. genehmigte Prüfungsordnung vom 14.04.2021. Abschluss: Disponent/in Notrufzentrale mit eidg. Fachausweis.
Der Bund erstattet Absolvent:innen einer BP 50% der Kurskosten (max. CHF 9’500). Zusätzlich sind bis zu CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich (sofern Mitgliedsfirma). Aktuelle Bestimmungen prüfen.
- Fachkenntnisse im Rettungswesen/Feuerwehr sowie ausgeprägte kommunikative Kompetenz
- Sprachkenntnisse je nach Standort der Zentrale
- Verantwortungsbewusstsein, psychische Belastbarkeit und Stressresistenz (Schichtarbeit)
Herausforderungen im Berufsalltag
Hoher Zeitdruck
Emotionale Belastungen
Schichtbetrieb 24/7
Entscheide mit Tragweite
Technische Störungen meistern
Unklare Notrufangaben
Wichtige Kompetenzen
-
Verantwortungsbewusstsein
Du triffst Entscheidungen mit grosser Tragweite – zuverlässig und regelkonform.
-
Kommunikationsstärke
Du führst Gespräche klar, beruhigend und situationsgerecht – auch unter Stress.
-
Belastbarkeit & Stressresistenz
Du bleibst in hektischen Lagen ruhig, fokussiert und handlungsfähig.
-
Entscheidungsfähigkeit
Du beurteilst Situationen rasch und leitest passende Massnahmen ein.
-
Organisationstalent
Du koordinierst parallel mehrere Beteiligte und Einsatzmittel effizient.
-
Vernetztes Denken
Du verknüpfst Informationen und denkst lösungsorientiert über Organisationsgrenzen hinweg.
-
Einfühlungsvermögen & Ruhe
Du beruhigst Anrufende und gibst präzise Anweisungen bis zum Eintreffen der Hilfe.
-
Sprachkenntnisse
Je nach Region kommunizierst du sicher in der lokalen Sprache und ggf. weiteren Sprachen.
Lohn als Disponent/in Notrufzentrale BP
Der Lohn hängt u. a. von Kanton, Arbeitgeber und Erfahrung ab. Die folgenden Richtwerte basieren auf Angaben zu Disponent:innen und verwandten Funktionen im öffentlichen Dienst:
Einsteiger (0–2 Jahre): ca. CHF 5’700 – 6’000 brutto/Monat
Mit Berufserfahrung (3–9 Jahre): ca. CHF 6’000 – 6’500 brutto/Monat
Erfahrene Fachkraft (ab 10 Jahren): ca. CHF 6’800 – 7’500+ brutto/Monat
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Disponent/in Notrufzentrale BP
Mit der BP qualifizierst du dich für verantwortungsvolle Aufgaben in der Leitstelle. Über Kurse, eine Höhere Fachprüfung (HFP) oder ein Studium an einer Fachhochschule kannst du dich weiter spezialisieren oder in Führungsfunktionen entwickeln.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Auch ohne formale Zusatzabschlüsse kannst du durch Erfahrung mehr Verantwortung übernehmen, Abläufe mitgestalten, Schichten koordinieren und dich auf besondere Einsatzgebiete spezialisieren.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich auf spezifische Einsatzgebiete (z. B. Grossanlässe, besondere Lagen) oder auf technische Schwerpunkte (Leitsysteme, Abfragesoftware) spezialisieren.
Übernimm mehr Verantwortung innerhalb der Zentrale, etwa in der Schichtleitung, Einsatzvorbereitung oder in der Koordination zwischen verschiedenen Organisationen.
Engagiere dich in der Einführung neuer Mitarbeitender, führe Trainings mit fiktiven Szenarien durch und wirke aktiv in der Qualitätsentwicklung mit.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Kurse im Rettungswesen vertiefen Fach- und Führungskompetenzen. Mit der HFP zur Dipl. Führungsperson in Rettungsorganisationen öffnest du Türen zu Leitungsfunktionen. Ein FH-Studium (z. B. Betriebsökonomie oder Pflege) erweitert deine Karriereoptionen zusätzlich.
Berufsprüfung BP
Vertiefungs- und Spezialisierungskurse an höheren Fachschulen, beim Schweizerischen Feuerwehrverband oder weiteren Organisationen im Rettungswesen stärken deine Fach-, Führungs- und Kommunikationskompetenzen in der Leitstelle.
Je nach Vorbildung sind zusätzliche BP-Abschlüsse wie Transportsanitäter/in BP oder Berufsfeuerwehrmann/-frau BP möglich und erweitern dein Einsatzspektrum sowie dein Verständnis für die Zusammenarbeit in Notlagen.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Übernimm Leitungsaufgaben in Rettungsorganisationen oder Leitstellen: Führung von Teams, operative und strategische Verantwortung, Qualitätssicherung sowie Weiterentwicklung von Abläufen und Konzepten.
Höhere Fachschule (HF)
Direkt anschliessende spezifische HF-Weiterbildungen sind nicht standardisiert ausgewiesen. Je nach Vorbildung kommen Studiengänge im Gesundheitswesen infrage (z. B. Dipl. Rettungssanitäter:in HF). Zudem sind Fachhochschulstudiengänge möglich, je nach Zulassung.
Erweitert deine Kompetenzen in Organisation, Management und Prozessen – nützlich für koordinative und leitende Funktionen im Umfeld von Leitstellen und Rettungsdiensten.
Vertieft klinische und kommunikative Kompetenzen; hilfreich für Schnittstellenfunktionen zwischen Leitstelle, Pflege und Rettungsdienst. Zulassungsbedingungen variieren je nach Fachhochschule.
Arbeitsmarkt & Trends
- 24/7-Betrieb mit Schichtarbeit: Notrufzentralen sind ganzjährig rund um die Uhr besetzt; Teilzeitarbeit ist möglich.
- Hohe Verantwortung: Entscheidungen haben unmittelbare Konsequenzen und erfordern klare Prozesse und Qualitätsstandards.
- Technologiegestütztes Arbeiten: Einsatzleitsysteme, GPS, Abfragesoftware, Funk und Gesprächsaufzeichnung sind zentrale Arbeitsmittel.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Enge Koordination zwischen Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei und Luftrettung.
- Regelmässige Übungen: Fiktive Notfallszenarien und Reflexionen stärken Qualität, Resilienz und Handlungssicherheit.
Tipps & Tricks
Stressmanagement trainieren: Übe strukturierte Gesprächsführung und kurze Entscheidungswege – das hilft in heiklen Situationen.
Schichtalltag gut planen: Achte auf Schlafhygiene, Ernährung und Pausenmanagement, um in Nacht- und Wochenendschichten leistungsfähig zu bleiben.
Technik sicher beherrschen: Nutze Übungsmöglichkeiten mit Leit- und Abfragesystemen, damit du bei Störungen schnell Alternativen einsetzen kannst.
Debriefings nutzen: Nach belastenden Einsätzen helfen Teamreflexion und passende Bewältigungsstrategien.
Netzwerk pflegen: Der Austausch mit Einsatzkräften verbessert die Zusammenarbeit und die Qualität der Disposition.
