Bewegungspädagoge/-pädagogin HF
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Bewegungspädagoge/-pädagogin HF
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Bewegungspädagoge/-pädagogin HF
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Bewegungspädagoge/-pädagogin HF
Als Bewegungspädagoge/-pädagogin HF gestaltest du Angebote in Gymnastik, Fitness, Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation. Du schulst Kraft, Ausdauer, Koordination, Haltung, Atmung und Entspannung. Deine Kurse richtest du auf unterschiedliche Zielgruppen aus – von Kindern bis zu Senior:innen – und passt Übungen an deren Leistungsfähigkeit und Gesundheitszustand an. Du planst methodisch-didaktisch, leitest Gruppen oder Einzelstunden, integrierst Hilfsmittel wie Bälle, Tücher oder Bänder und gibst Tipps, wie Übungen in den Alltag integriert werden können. Du arbeitest in Schulen, Heimen, Kliniken sowie Bewegungs- und Gesundheitszentren und oft interdisziplinär in Therapeutenteams.
- Konzepte für verschiedene Zielgruppen entwickeln (z. B. Seniorenturnen, Firmensport, Geburtsvorbereitung)
- Zielgruppen analysieren und methodisch-didaktische Feinplanung erstellen
- Schwerpunkte setzen: Muskulatur, Koordination, Beweglichkeit, Haltung, Atmung, Entspannung
- Gruppen- und Einzelstunden in Gymnastik, Fitness, Wellness und Rehabilitation leiten
- Übungen demonstrieren, anleiten und korrekturorientiert begleiten
- Materialien wie Gymnastikbälle, Tücher oder Bänder gezielt integrieren
- Gesundheitszustand und Bedürfnisse der Teilnehmenden berücksichtigen
- Übungen für den Alltag anpassen und Transfer unterstützen
- Individuelle Fragen klären und mit Therapeutenteams zusammenarbeiten
Informationen zur Ausbildung
Die Ausbildung zur dipl. Bewegungspädagogin / zum dipl. Bewegungspädagogen HF dauert in der Regel 4 Jahre und wird aktuell an der Huber Widemann Schule (HWS) in Basel angeboten. Sie verbindet Theorie, eigene Bewegungskompetenz und umfangreiche Praxisphasen. Der Studienstart ist jeweils im Herbst; die Ausbildung ist berufsbegleitend organisiert (8 Semester).
- Abgeschlossene berufliche Grundbildung (EFZ) oder gymnasiale Maturität bzw. gleichwertiger Abschluss
- Eignungsprüfung bestanden
- Empfohlen: Sozialkompetenz, Kontaktfreude, Kommunikationsfähigkeit, Einfühlungsvermögen
- Spezifische Zugänge: z. B. Fachmann/-frau Bewegungs- und Gesundheitsförderung EFZ oder Bühnentänzer/in EFZ
4 Jahre bzw. 8 Semester berufsbegleitend (Start jeweils im Herbst).
Huber Widemann Schule (HWS), Basel: Theorie und Praxis zu bewegungspädagogischen Konzepten, Didaktik, Methodik, Anatomie/Physiologie, Entspannung, Tanz/Bewegungsgestaltung.
Planen, durchführen und evaluieren von Bewegungseinheiten; Förderung der eigenen Bewegungskompetenz und Berufsidentität; schrittweises Übernehmen von Führungsaufgaben; Arbeit im professionellen Umfeld.
Mit gleichwertiger Vorbildung oder entsprechender Berufserfahrung ist ein Einstieg möglich – vorausgesetzt, die Eignungsprüfung wird bestanden.
Herausforderungen im Berufsalltag
Heterogene Gruppen sicher anleiten
Geduld mit herausfordernden Teilnehmenden
Kreativ und methodisch planen
Verantwortung für Gesundheitsempfehlungen
Unregelmässige Arbeitszeiten im Freelance
Körperliche Belastung und Vorbildrolle
Wichtige Kompetenzen
Interesse an Sport und Unterricht
Hohe Motivation für Bewegung, Training und das Anleiten von Gruppen.
Pädagogisches Geschick
Didaktisch-methodisch planen, klar anleiten und motivieren.
Körperliche Fitness
Gute Beweglichkeit, Koordination und Kraft als Vorbildfunktion.
Belastbarkeit
Ruhig und fokussiert bleiben – auch bei schwierigen Gruppen.
Einfühlungsvermögen
Übungen bedürfnisgerecht anpassen und sicher begleiten.
Beobachtungsgabe
Körperwahrnehmung fördern und Bewegungsabläufe gezielt korrigieren.
Geduld
Geduldig und respektvoll mit allen Teilnehmenden umgehen.
Kommunikation & Ausdruck
Verständlich erklären, Feedback geben und motivieren.
Begeisterungsfähigkeit
Menschen für Bewegung gewinnen und dranzubleiben fördern.
Kreativität
Abwechslungsreiche Stunden mit passenden Materialien gestalten.
Lohn als Bewegungspädagoge/-pädagogin HF
Die Löhne variieren je nach Kanton, Arbeitgeber, Verantwortung und Anstellungsform. Viele Bewegungspädagog:innen arbeiten freiberuflich oder stundenweise, was zu unregelmässigen Einkommen führen kann; Vollzeitanstellungen sind seltener, aber z. B. in Gesundheitszentren und Spitälern möglich.
- Berufseinstieg (0–2 Jahre): ca. CHF 5’556/Monat
- Mit mehr Erfahrung (oberer Richtwert): ca. CHF 7’200/Monat
- Durchschnitt (allg. Benchmark gemäss Lohnbuch 2025): ca. CHF 8’105/Monat
Die effektive Entlöhnung hängt zudem von Spezialisierungen, Pensum, Branche und Region ab.
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen
Mit einem HF-Abschluss in Bewegungspädagogik stehen dir Spezialisierungen in Prävention, Gesundheit und Tanz offen. Du kannst dein Profil mit Kursen (z. B. BGB Schweiz, J+S/esa) schärfen oder dich über ein Studium an einer Fachhochschule weiterqualifizieren, etwa in Physiotherapie, Musik & Bewegung, Psychomotorik, Sport oder Ernährung & Diätetik.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Durch Berufserfahrung kannst du dich in Themen wie Rückenprävention, Seniorengymnastik, Ergonomie oder Kursleitung/Studioleitung etablieren und dein eigenes Kursangebot aufbauen.
Mit Berufserfahrung kannst du dich z. B. auf Rücken- und Haltungsarbeit, Seniorengymnastik, Schwangerschafts- und Rückbildung, Ergonomie oder Rückenprävention fokussieren.
Übernimm Kursplanung, Angebotsentwicklung oder die Leitung in einem Bewegungs- oder Gesundheitscenter. Koordiniere als erfahrene Fachperson Teams und Stundenpläne.
Baue ein eigenes Studio oder mobile Angebote auf, kombiniere Gruppen- und Einzelunterricht und arbeite für mehrere Auftraggebende mit flexiblem Pensum.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Sinnvoll sind themenspezifische Kurse (BGB, Bewegungsschulen), Lizenzen (J+S, Seniorensport «esa») sowie Hochschulstudien, z. B. Bachelor/Master in Physiotherapie (FH), Musik & Bewegung (FH), Psychomotoriktherapie (PH) oder Sport (EHSM/FH).
Berufsprüfung BP
Für Bewegungspädagog:innen HF sind in den Quellen keine direkt anschliessenden eidg. Berufsprüfungen (BP) explizit ausgewiesen. Sinnvoll sind themenbezogene Kurse und Zertifikate (z. B. beim Berufsverband für Gesundheit und Bewegung Schweiz BGB) zur Vertiefung in Prävention, Therapie, Tanz oder Seniorensport.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Es sind keine spezifischen HFP-Abschlüsse vorgesehen, die direkt auf Bewegungspädagogik HF aufbauen. Die berufliche Vertiefung erfolgt in der Praxis über Spezialisierungen (z. B. Bewegungstherapie, Tanz/Choreografie) oder über ein Studium an einer Fachhochschule (z. B. Physiotherapie, Musik & Bewegung, Psychomotorik, Sport).
Höhere Fachschule (HF)
Du verfügst bereits über einen Abschluss auf Stufe Höhere Fachschule (HF). Weiterführende Entwicklung verläuft typischerweise über Fachhochschulstudien (FH/PH/EHSM) oder fachspezifische Spezialisierungen und Zertifikate.
Arbeitsmarkt & Trends
- Prävention, Gesundheitsförderung und Rehabilitation gewinnen weiter an Bedeutung.
- Viele arbeiten freiberuflich für mehrere Auftraggebende; Einkommen und Arbeitszeiten sind oft unregelmässig.
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Therapeutenteams (z. B. in Reha- und Schmerzkliniken) nimmt zu.
- Vielfältige Einsatzorte: Schulen, sonderpädagogische Einrichtungen, Alters- und Pflegeheime, Gesundheits- und Bewegungscenter.
- Alternde Bevölkerung und betriebliches Gesundheitsmanagement erhöhen die Nachfrage nach zielgruppengerechten Angeboten.
Tipps & Tricks
Professionelles Profil
Erstelle ein klares Kursportfolio (Zielgruppen, Inhalte, Methoden) und dokumentiere Erfolge.
Netzwerk & Verband
Nutze Fortbildungsangebote und Vernetzung über den BGB Schweiz sowie lokale Bewegungsschulen.
Lizenzen nutzen
J+S- und «esa»-Weiterbildungen erhöhen deine Einsatzmöglichkeiten in Jugend- und Seniorensport.
Eigene Gesundheit
Pflege deine eigene Fitness und Regeneration – du bist Vorbild und arbeitest körperlich.
Organisation & Recht
Kläre Haftpflichtversicherung, Honorare, Abrechnung und Raumorganisation – besonders als Selbstständige:r.
Marketing
Kommuniziere regelmässig über Website/Soziale Medien und kooperiere mit Gesundheitszentren, Vereinen und Firmen.
