Berater/in für respiratorische Erkrankungen BP
Alles, was du über diesen Beruf wissen musst
Worüber du dich hier informieren kannst
- Deine Tätigkeit als Berater/in für respiratorische Erkrankungen BP
- Hinweis
- Informationen zur Ausbildung
- Herausforderungen im Berufsalltag
- Wichtige Kompetenzen
- Lohn als Berater/in für respiratorische Erkrankungen BP
- Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Berater/in für respiratorische Erkrankungen BP
- Arbeitsmarkt & Trends
- Tipps & Tricks
Deine Tätigkeit als Berater/in für respiratorische Erkrankungen BP
Als Berater:in für respiratorische Erkrankungen informierst, begleitest und unterstützt du Patientinnen und Patienten mit Lungen- und Atemwegserkrankungen – ergänzend zur ärztlichen Behandlung. Du vermittelst spezifisches Wissen zu Krankheitsbildern, Ursachen, Symptomen, Therapien und Verläufen und stärkst die Autonomie der Betroffenen, damit sie ihren Alltag besser bewältigen und die Lebensqualität steigern können. Deine Arbeit hilft, Hospitalisierungen und Notfallbehandlungen zu reduzieren.
Du instruierst zur Heimtherapie (z. B. bei Asthma, Schlafapnoe, obstruktiven Lungenkrankheiten), förderst Rauchstopp-Programme, schulst Betroffene und Angehörige und leitest Erfahrungsaustauschgruppen. Bei ansteckenden Erkrankungen wie Tuberkulose führst du Umgebungsuntersuchungen durch und überwachst bei Bedarf die Medikamentenabgabe. In der interprofessionellen Zusammenarbeit koordinierst du Massnahmen mit Ärztinnen/Ärzten und weiteren Fachpersonen und dokumentierst den Therapieverlauf.
- Informieren und beraten von Patient:innen und Angehörigen zu Lungen- und Atemwegserkrankungen.
- Stärkung der Autonomie und Unterstützung im Selbstmanagement zur Steigerung der Lebensqualität.
- Koordination von Massnahmen mit Ärzt:innen und weiteren Fachpersonen.
- Laufende Dokumentation von Verlauf und Fortschritt.
- Instruktion zur Heimtherapie (z. B. Asthma, COPD, Schlafapnoe/CPAP).
- Schulungen und Anleitung von Erfahrungsaustauschgruppen.
- Unterstützung bei Raucherentwöhnung und Umgang mit Hilfsmitteln.
- Umgebungsuntersuchungen und überwachte Medikamentenabgabe bei Tuberkulose.
- Aufklärung zu Risikofaktoren, Schutzmassnahmen und Therapieadhärenz.
- Vermeidung von Hospitalisierungen und Notfallbehandlungen durch gezielte Beratung.
- Aktivierung von Ressourcen im familiären und sozialen Umfeld.
- Absprachen mit Ärztinnen/Ärzten und interprofessionellen Teams.
- Termin- und Massnahmenkoordination, strukturierte Verlaufskommunikation.
- Sorgfältige, nachvollziehbare Dokumentation.
Hinweis
Die Module zur Prüfungsvorbereitung werden von der Lungenliga Schweiz in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie angeboten. Ein Teil der Kurskosten kann vom Bund rückerstattet werden: Absolvent:innen einer Berufsprüfung können 50% des Kursgeldes (maximal CHF 9’500) sowie – sofern Mitgliedsfirma – zusätzlich CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds beantragen.
Informationen zur Ausbildung
Die Qualifikation "Berater/in für respiratorische Erkrankungen mit eidg. Fachausweis" ist ein Weiterbildungsberuf auf Stufe Berufsprüfung (BP). Die für die Prüfung erforderlichen Kompetenzen werden in der Regel modular und mit Praxiserfahrung erworben. Die Module werden von der Lungenliga Schweiz in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie angeboten.
Voraussetzungen (bei Prüfungsantritt)
a) Diplom Pflegefachperson HF/FH, Physiotherapeut:in FH, Ergotherapeut:in FH oder gleichwertiger Abschluss und mind. 2 Jahre einschlägige Berufserfahrung (Pensum mind. 40%)
oder
b) EFZ als Fachmann/-frau Gesundheit (FaGe) oder Medizinische/r Praxisassistent/in (MPA) oder gleichwertiger Ausweis und mind. 4 Jahre Berufspraxis (Pensum mind. 40%).
Dauer
Rund 1 Jahr, berufsbegleitend.
Schwerpunkte/Module (Beispiele)
Spezifisches Fachwissen Pneumologie; Fallbearbeitung und Clinical Reasoning; Patient:inneninstruktion und -schulung; Selbstmanagement-Förderung und Patientencoaching; Motivierende Gesprächsführung.
Berufliche Praxis
Praxisanteile sind integraler Bestandteil: Anwendung des pneumologischen Fachwissens, Patientenedukation, Anleitung zur Heimtherapie, interprofessionelle Zusammenarbeit.
Prüfung & Abschluss
Berufsprüfung mit eidg. Fachausweis: "Berater/in für respiratorische Erkrankungen mit eidg. Fachausweis".
Kosten & Finanzierung
Der Bund kann 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500) rückerstatten; sofern Mitgliedsfirma können zusätzlich CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds beantragt werden.
- Diplom Pflege HF/FH, Physiotherapie FH, Ergotherapie FH oder gleichwertig und mind. 2 Jahre Praxis (Pensum mind. 40%)
- oder EFZ FaGe, EFZ MPA oder gleichwertig und mind. 4 Jahre Berufspraxis (Pensum mind. 40%)
Ca. 1 Jahr, berufsbegleitend
Module der Lungenliga Schweiz in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Pneumologie und der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie. Inhalte u. a.: Pneumologie-Fachwissen, Clinical Reasoning, Patient:inneninstruktion/-schulung, Selbstmanagement-Förderung, motivierende Gesprächsführung.
Praxisanteile sind integraler Bestandteil: Anwendung des Fachwissens, Anleitung zur Heimtherapie, Patientencoaching, interprofessionelle Zusammenarbeit.
Berufsprüfung mit eidg. Fachausweis: "Berater/in für respiratorische Erkrankungen mit eidg. Fachausweis"
Bundesbeiträge: 50% des Kursgeldes (max. CHF 9’500) nach Prüfungsabschluss; zusätzlich CHF 4’000 aus dem Weiterbildungsfonds möglich (sofern Mitgliedsfirma).
Herausforderungen im Berufsalltag
Komplexe Krankheitsbilder verstehen
Hohe Kommunikationsanforderungen
Empathie und Geduld gefragt
Umgang mit Ansteckungsrisiken (TB)
Therapietreue gezielt fördern
Emotionale Belastung bei schweren Verläufen
Wichtige Kompetenzen
-
Kommunikationsstärke
Komplexe Inhalte adressatengerecht erklären, aktiv zuhören, motivierend und empathisch beraten.
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Einfühlungsvermögen
Respektvoller Umgang mit Betroffenen und Angehörigen, Stärkung der Autonomie und Selbstwirksamkeit.
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Fachwissen Pneumologie
Krankheitsbilder, Therapien, Hilfsmittel (z. B. Inhalation, CPAP) sowie Verlaufsprognosen sicher beherrschen.
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Hygiene- und Gefahrenbewusstsein
Sorgfältiger Infektionsschutz, besonders bei Tuberkulose, inklusive Umgebungsuntersuchungen.
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Beobachtungsgabe & Sorgfalt
Therapietreue, Symptome und Fortschritte erkennen, dokumentieren und adressieren.
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Belastbarkeit
Ruhig und fokussiert bleiben – auch bei emotional belastenden Situationen und hoher Taktung.
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Interprofessionelle Zusammenarbeit
Koordination mit Ärzt:innen und weiteren Fachpersonen, klare Rollen- und Schnittstellenkommunikation.
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Motivierende Gesprächsführung
Adhärenz fördern, Verhalten ändern (z. B. Rauchstopp), realistische Ziele mit Patient:innen vereinbaren.
Lohn als Berater/in für respiratorische Erkrankungen BP
Konkrete offizielle Lohnstatistiken für diesen spezialisierten Titel sind selten separat ausgewiesen. Die folgenden Richtwerte leiten sich aus vergleichbaren Gesundheitsberufen mit BP- bzw. HF/FH-Niveau ab und dienen der Orientierung. Der effektive Lohn variiert nach Kanton, Institution, Pensum und Erfahrung; in der Schweiz sind 13 Monatslöhne üblich.
- Berufseinsteiger (0–2 Jahre): ca. CHF 5’800 – 6’500/Monat
- Mittlere Erfahrung (3–7 Jahre): ca. CHF 6’500 – 7’500/Monat
- Erfahren (8+ Jahre): ab ca. CHF 7’500/Monat (je nach Verantwortung auch mehr)
Zukunftsperspektiven & Weiterbildungen als Berater/in für respiratorische Erkrankungen BP
Nach der BP stehen dir fachliche Vertiefungen, die Übernahme von Projekt- und Koordinationsaufgaben sowie Entwicklungswege in Richtung Führung offen. Inhalte werden vor allem über Module, Kurse und Fachtagungen (z. B. via Lungenliga Schweiz) vertieft; perspektivisch sind Leitungsausbildungen bis hin zur höheren Fachprüfung (HFP) möglich.
Zukunftsperspektiven ohne Weiterbildung:
Spezialisierung im Arbeitsfeld, Leitung von Schulungsprogrammen, Koordinationstätigkeiten, Mitarbeit in Präventions- und Versorgungsprojekten sowie Qualitätssicherung.
Mit wachsender Erfahrung kannst du dich innerhalb deines Arbeitsumfelds vertiefen – z. B. Asthma-/COPD-Beratung, Schlafapnoe-Management (CPAP), Tuberkulosefallmanagement oder Raucherentwöhnung.
Mitarbeit in Präventions- und Versorgungsprojekten, Aufbau von Schulungsprogrammen, Standardisierung von Abläufen und Qualitätssicherung in pneumologischen Settings.
Leiten von Patient:innen- und Angehörigenschulungen, Moderation von Austauschgruppen, interne Fortbildungen für Teams (z. B. Inhalationstechnik, Adhärenzförderung, Hygiene).
Übernahme von Koordinationsaufgaben in der interprofessionellen Zusammenarbeit, Organisation von Behandlungsabläufen und Schnittstellenmanagement.
Zukunftsperspektiven mit Weiterbildung:
Fachspezifische Kurse und Tagungen (Lungenliga Schweiz, Fachgesellschaften), Leitungsausbildungen bis HFP, mittelfristig Funktionen wie Team- oder Abteilungsleitung in pneumologischen Institutionen.
Berufsprüfung BP
Die Funktion "Berater/in für respiratorische Erkrankungen" ist selbst eine Berufsprüfung (BP). In den offiziellen Quellen sind keine weiteren, direkt anschlussfähigen BPs im selben Spezialgebiet ausgewiesen. Je nach Vorbildung sind themenverwandte BPs in anderen Gesundheitsbereichen möglich; häufig stehen jedoch fachspezifische Kurse und Tagungen im Vordergrund.
Höhere Fachprüfung (HFP)
Vertiefung Richtung Führung, Organisation und Qualitätsentwicklung in pneumologischen Einrichtungen. Geeignet für Fachpersonen, die Verantwortung für Teams, Budget und Prozesse übernehmen möchten.
Höhere Fachschule (HF)
Für EFZ-Absolvent:innen (z. B. FaGe, MPA) bietet ein HF-Abschluss in Pflege eine solide Grundlage zur Spezialisierung und Ausbau der Verantwortung – auch in pneumologischen Settings.
Arbeitsmarkt & Trends
- Zunahme chronischer Atemwegserkrankungen (z. B. COPD, Schlafapnoe) führt zu hoher Nachfrage nach spezialisierter Beratung.
- Prävention und Patientenedukation gewinnen an Bedeutung – Beratungsrollen reduzieren Hospitalisierungen und Notfälle.
- Interprofessionelle Zusammenarbeit wird ausgebaut (Spitäler, pneumologische Praxen, kantonale Lungenligen, Spitex, Gesundheitsorganisationen).
- Behandlungs- und Betreuungsangebote verlagern sich vermehrt in den ambulanten Bereich und in die Selbstmanagement-Förderung.
- Regionale Versorgungsnetze (inkl. Höhenkliniken) eröffnen vielfältige Einsatzorte und Karrierewege.
Tipps & Tricks
Didaktik schärfen: Übe das Erklären komplexer Inhalte in einfachen Schritten (z. B. Inhalationstechnik, CPAP-Handhabung) und sichere das Verständnis mittels Teach-back.
Adhärenz fördern: Setze motivierende Gesprächsführung ein und vereinbare realistische, messbare Ziele (z. B. Rauchstopp, Heimtherapie-Routinen).
Hygiene konsequent leben: Bei TB-Fällen strikt Schutzmassnahmen umsetzen, Umgebungsuntersuchungen strukturiert planen und dokumentieren.
Netzwerk nutzen: Austausch mit Lungenliga und Fachgesellschaften, Teilnahme an Kursen/Fachtagungen für aktuelle Leitlinien und Best Practices.
Koordination stärken: Klare Absprachen und Dokumentation in interprofessionellen Teams reduzieren Reibungsverluste und erhöhen die Behandlungsqualität.
